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Checkliste: Ihr geschicktes Vorgehen bei der Anleihenwahl

Nicht nur mit Aktien, auch mit Anleihen können Sie sich verspekulieren. Aber Sie können zumindest das Risiko verringern, dass Ihnen so etwas passiert. Voraussetzung dazu: Beherzigen Sie unsere Tipps, die wir für Sie zusammengefasst haben, und achten Sie auf wichtige Kenngrößen, wie den Zinskupon, Rendite, Kurse oder auch Bewertungen der wichtigsten Ratingagenturen.

Schauen Sie zunächst auf den Zinskupon

Bei der Auswahl einer Anleihe werden Sie zunächst fast immer auf die versprochenen Zinsen, den sogenannten Zinskupon, schauen. Die Zinsen orientieren sich stets an dem Niveau, das der Kapitalmarkt vorgibt: In Hochzinsphasen sind sie höher, in Niedrigzinsphasen fallen sie dagegen meist weniger großzügig aus.

Neben dem Niveau am Kapitalmarkt spielt aber auch die Zahlungsfähigkeit (Bonität) des Emittenten eine Rolle.

Als Faustregel gilt: Je höher das Risiko eines Zahlungsausfalls, desto höher der Zinskupon.

Beachten Sie zudem den aktuellen Kurs der Anleihe

Wie andere Wertpapiere schwanken auch Anleihen im Kurs. Der Kurs einer Anleihe wird stets in Prozent ausgedrückt (100 % = Nominalwert). Er richtet sich, wie alle Preise an der Börse, nach Angebot und Nachfrage.

Anleihenkurse verändern sich täglich. Wenn das allgemeine Zinsniveau fällt steigen sie und umgekehrt. Üblicherweise schwanken aber Anleihekurse längst nicht so stark wie Aktienkurse.

Kursausschläge nach unten gibt es vor allem dann, wenn bekannt wird, dass der Emittent in Zahlungsnöte geraten ist oder geraten könnte. Im Zuge der US-Hypothekenkrise wurden aber viele sichere Anleihen (teilweise zu Unrecht) in Sippenhaft genommen – mit dem Ergebnis, dass sie zeitweise deutlich unter dem Nominalwert (also bei¬spielsweise bei 50 % oder noch tiefer) notierten.

Normalerweise sind solche Kurse ein deutliches Zeichen für einen möglicher Weise bevorstehenden Zahlungsausfall, also eine Pleite des Schuldners.


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Bei Anleihen, die Sie bis zum Fälligkeitstermin halten, kann Ihnen der Kurs egal sein: Zurückgezahlt wird immer der Nominalwert (= 100 %), und darauf bezieht sich auch der Zinskupon.

Kaufen Sie nie eine Anleihe, ohne das Rating des Schuldners zu beachten

Eine Anleihe ist nur so gut wie ihr Emittent, also der Schuldner Ihres Geldes. Ob Unternehmens- oder Staatsanleihen: Schauen Sie stets auf die Zahlungsfähigkeit des Emittenten. Denn wenn dieser die Anleihe nicht mehr bedienen kann, nützt Ihnen auch der höchste Zinskupon nichts: Ihr Geld ist dann unwiederbringlich verloren.

Daher sollten Sie stets vorher einen Blick auf das Rating werfen und niemals eine Anleihe ohne Rating kaufen.

Die wichtigsten, international renommierten Rating-Agenturen sind Moody’s, Fitch sowie Standard & Poor’s (S&P). Ein AAA-Rating zeigt erstklassige Zahlungssicherheit an, ab B wird es schon sehr kritisch.

Studieren Sie den Emissionsprospekt auf Sonderbedingungen

Bei manchen Anleihen gibt es Sonderbedingungen, die aus dem Emissionsprospekt hervorgehen. Die wichtigsten sind:

Das vorzeitige Kündigungsrecht. Dann steht es dem Emittenten frei, die Anleihe vor dem eigentlichen Tag der Fälligkeit zu einem bestimmten Termin zurückzuzahlen.

Üblich ist in solchen Fällen allerdings meist eine Rückzahlung über dem Nominalwert (beispielsweise zu 102,5 %), um den Anleger für die Zinsausschüttungen zu entschädigen, die ihm bei vorzeitiger Rückzahlung entgehen.

Die (variable) Verzinsung, die sich während der Laufzeit ändern kann: Auch unter den Unternehmensanleihen gibt es Papiere, deren Verzinsung von bestimmten Bedingungen abhängt, etwa vom Rating (höhere Zinsen bei Herabstufung), vom Verschuldungsgrad (je geringer die Eigenkapitalquote, desto höher die Zinsen) oder von der Eigentümerstruktur (höhere Zinszahlung bei grundlegenden Änderungen).

Auch kann es sein, dass künftige Änderungen der Verzinsung schon fest vorgegeben sind. Beispielsweise ein Wechsel von fester in variable Verzinsung oder umgekehrt.

Die Sicherheit des eingesetzten Kapitals. Üblicher Weise sind Sie „normaler“ Gläubiger, d.h. Sie werden im Konkursfall wie alle anderen Gläubiger behandelt. Sicherer sind dagegen sogenannte „gedeckte Anleihen“, bei denen eine gesetzlich geregelte Vermögensmenge (Deckungsmasse) Ihre Forderungen als Gläubiger exklusiv deckt.

So haben Sie eine deutlich höhere Sicherheit. Weniger Sicherheit (und dafür eine höhere Rendite) erhalten Sie bei sogenannten „Nachranganleihen“. Hier werden Sie als Gläubiger im Konkursfall als Letzter mit Geld bedient

Legen Sie stets Wert auf hohe Liquidität (große Börsenumsätze) einer Anleihe

Kaufen sollten Sie nur Anleihen, die liquide sind, also einen hohen Börsenumsatz aufweisen. Zwar können Sie theoretisch bis zur Fälligkeit warten, um Ihr Geld am Ende zurückzubekommen, aber auf diese Weise sichern Sie sich ab, falls sich das Ausfallrisiko deutlich erhöht.

Berücksichtigen Sie nur solche Anleihen, die täglich in großem Volumen an der Börse gehandelt werden. Die Börsenumsätze (und alle relevanten Informationen zu einer Anleihe) veröffentlicht beispielsweise die Börse Stuttgart. Hier ein Beispiel für eine sehr liquide Anleihe mit der ISIN DE0001135499 (Anmerkung: Bundesanleihen sind die liquidesten Anleihen, die in Deutschland gehandelt werden).

Achten Sie zudem auf die sogenannte „Geld-/Brief Spanne. Zum „Geldkurs“ wollen Anleger eine Anleihe (gleiches gilt für Aktien) kaufen, zum Briefkurs verkaufen. Der Geldkurs liegt unter dem Briefkurs. Sind beide Kurse gleich, kommt das Geschäft zwischen beiden Kontrahenten zustande.

Ist der Unterschied zwischen beiden Preisen sehr gering (z.B. 101,50 zu 101,60), dann ist dies ein Zeichen für einen liquiden Markt, es gibt praktisch für Sie als Anleger immer faire Preise. Ist der Unterschied aber sehr groß (z.B. 101,20 zu 103,00), dann ist dies ein Zeichen für einen nicht liquiden Markt.

Bedenken Sie: den Unterschied zwischen Geld- und Briefkurs verlieren Sie beim Kauf.

25. Februar 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.