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Chemie-Aktien aus den USA: Eine Branche im Aufwind

Titel der Chemieindustrie gelten traditionsgemäß als stabil und solide. Während in Europa der Umstrukturierungsprozess noch im Gange ist und die Branche im Vergleich zur Gesamtwirtschaft etwas hinterherhinkt, sieht die Entwicklung von Chemie-Aktien der USA ganz anders aus.

Chemie-Aktien der USA: Eine Branche im Aufwind

In der nach China zweitgrößten Chemienation der Welt wuchs die Branche letztes Jahr um gut 3,4%. Die Vereinigten Staaten sind von Ölimporten weniger unabhängig, die Energie- und Rohstoffkosten sind niedrig und die generelle Wirtschaft wuchs um 2,4%. Die Chemiesparte konnte also deutlich stärker zulegen.

Im laufenden Jahr aber ließ die Dynamik leicht nach, was zum Teil auf die Petrochemie zurückgeht. Dem Schiefergasboom ging die Luft aus, viele Anlagen stehen still. Gleichzeitig geht es in der Grundstoffchemie weiter aufwärts. Die Basischemie profitiert von einer stabilen Inlandsnachfrage, während die Spezialchemie abfällt.

Dieses Verhältnis ist umgekehrt zur Entwicklung hierzulande. Beim Export bremste vor allem der stärkere US-Dollar das Geschäft. Die Pharmasparte wiederum legte gut zu, Spitzenreiter sind Konsumchemikalien.


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Fusionspläne beflügeln die Chemie

Chemie-Aktien der USA sind attraktiv. Dow Chemical etwa brachte in den letzen drei Jahren 84,44%, die von Du Pont fast 44%. Hohe Werte beim KGV aber lassen zur Vorsicht raten. Die jüngsten steilen Kurszuwächse der beiden spiegeln die Phantasie der Anleger: Wie letzten Dezember angekündigt, wollen die Chemieriesen heiraten. Dow Chemical bringt Umsätze in Höhe von über 58 Mrd. US-$ in die Ehe, Du Pont ist mit nicht ganz 35 Mrd. US-$ etwas kleiner.

Damit entsteht ein neuer Gigant, der BASF als bisherigen globalen Platzhirsch auf Platz zwei verdrängt. Bereits im Vorfeld stellt Dow Chemical die Weichen, um jährlich rund 500 Mio. US-$ einzusparen. Im Silikongeschäft werden Anlagen stillgelegt und ca. 2.500 Arbeitsplätze gestrichen.

Dafür sucht das Gros der Chemieunternehmen Personal. Die gesamte Branche beschäftigt schon jetzt rund 840.000 Mitarbeiter, doppelt so viele wie in Deutschland. Am Umsatz gemessen jedoch ist die US-Branche mit 850 Mrd. US-$ nicht ganz fünf Mal so groß.

Investitionen und neue Werke

Dieselbe Größenordnung gilt auch im Vergleich der Investitionen. So werden für Forschung und Entwicklung jährlich rund 50 Mrd. US-$ ausgegeben. Es geht um die technologische Führerschaft. China mag viel höhere Umsätze aufweisen, doch konzentriert es sich vor allem auf die Ausweitung laufender Produktionen und die Übernahme fremder Unternehmen. Aktiv in andere Länder expandieren die chinesischen Chemieunternehmen bislang nicht.

Ein weiterer wichtiger Indikator für die Zukunftsfähigkeit ist die Zahl der Patentanmeldungen. Hier liegen sowohl die Amerikaner als auch Europäer um Längen voraus. Im Vergleich zu deren Patentanmeldungen im In- und Ausland ist die der chinesischen Firmen noch verschwindend gering.

Die US-Branche investiert nicht nur weltweit, die USA sind auch selbst attraktiver Standort für ausländische Firmen. Die tragen gut die Hälfte aller Investitionen – deutsche Unternehmen inklusive. Das Who-is-Who der deutschen Chemiebranche ist ohnehin bereits vertreten, nun kauft Evonik auch noch den US-Spezialhersteller Air Products and Chemicals auf. Und Wacker Chemie baut ein neues Werk in Tennessee.

Günstige Rahmenbedingungen

Ein Grund für die Attraktivität des Standortes sind die vergleichsweise niedrigen Produktionskosten. Und: Das benachbarte Mexiko wird immer mehr zum wichtigen Produktionsstandort in Nordamerika. Es ist bereits siebtgrößter Autoproduzent. Die Nachfrage nach Chemieprodukten wie beispielsweise neuen Wertstoffen für effizientere Fahrzeuge steigt, und das nicht nur dort.

Gut 10% aller US-Ausfuhren entfallen auf die Chemieindustrie. Hoffnungen auf eine Ausweitung von Handel, Produktion und Arbeitsplätzen werden mit dem Freihandelsabkommen TTIP verknüpft.

Die Branche in den USA ist optimistisch. Auch wenn der Anteil am Weltmarkt  zugunsten der chinesischen Zuwächse gesunken ist, bis 2019 will der amerikanische Chemieverband ACC die Umsatzschwelle von 1 Bio. US-$ pro Jahr überschreiten.

10. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.