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Chinas Währung: Die Mauer öffnet sich langsam

Chinas Währung wird immer stärker. Langsam öffnet sie sich auch für Privatanleger. Bisher kann man lediglich über Umwege in den Yuan bzw. Renminbi investieren.

Doch mit neuen Handelsplätzen und vorsichtigen Liberalisierungen ist es nur eine Frage der Zeit, bis Yuan-Investments direkter und damit günstiger werden.

Auch wenn die chinesische Währung nach langem Aufwärtstrend jüngst gefallen ist, sie gewinnt rasant an Bedeutung. Mittlerweile gehört der Yuan zu den 10 wichtigsten Währungen im internationalen Zahlungsverkehr.

Und China besitzt den Ehrgeiz, den Dollar als Leitwährung zu attackieren. Noch ist der Yuan nicht frei handelbar, doch die Chinesen bauen ihren gesamten Finanzsektor komplett um – behutsam aber zielstrebig.

Rücksetzer, Volatilitäten und weitere Aufwertung

Einer der Reformschritte war Mitte März die Erweiterung der Schwankungsbandbreite gegenüber dem Dollar von 1% auf nun 2%. Chinas Währung ist weitgehend an den Dollar gekoppelt.

Der größere Spielraum erlaubte eine Abwertung, die den Export stützt und Luft aus den bisherigen Aufwärtsspekulationen nimmt. Er erfreut zudem Trader, die mit Optionsscheinen auf das Wechselkursverhältnis Dollar zu Yuan setzen.

Mittelfristig ist zwar mit Volatilitäten und Mitnahmegelegenheiten zu rechnen, doch langfristig ist eine stete Aufwertung unvermeidlich. Erstens werden die USA Druck gegen eine weitere Abwertung ausüben.

Zweitens verschiebt sich Chinas Geschäftsmodell vom reinen Export zur Konsumgesellschaft. Und drittens gilt es eine Abwertungsspirale zu verhindern, die auch andere asiatische Währungen erfassen würde. Seit 2005 ist der Yuan gegenüber dem Dollar um ganze 33% gestiegen.

Festland und „Offshore“-Markt – zwei Währungskreise

Von der Aufwertung der chinesischen Währung können deutsche Anleger, quasi als Nebeneffekt, auch über die sogenannten Dim-Sum-Bonds profitieren. Diese Unternehmens- und Staatsanleihen stehen seit 2010 ausländischen Investoren offen.

Allerdings sind teils erhebliche Verwaltungskosten fällig. Benannt sind die Bonds nach den beliebten kleinen asiatischen Gerichten.

Sie werden in chinesischer Währung gehandelt, jedoch nur in Hongkong, wo ein ein „Offshore“-Markt für Auslandsinvestoren geschaffen wurde – ein Versuchslabor und Wegbereiter zur internationalen Verbreitung des Yuan.

Somit gibt es 2 Währungskreise. Während der Kurs des Yuan in Hongkong dem freien Markt folgt, wird er in Zentralchina festgelegt. Zudem sind dort die Zinsen bedeutend höher.

Frankfurt als neuer Yuan-Handelsplatz

Bis deutsche Anleger auch davon profitieren können, dauert es noch. Doch ein weiterer Schritt, die Mauer zu Chinas Währung zu öffnen wurde unlängst gemacht. In Frankfurt entsteht eine europäische Clearing-Bank.

Deutsche Unternehmen können nun vor Ort direkt in Yuan abrechnen. Der bisherige Umrechnungsschritt über den Dollar entfällt. Die geschätzten Einsparungen belaufen sich auf ca. 500 Mio. € im Jahr.

Damit wird das China-Geschäft gerade für Mittelständler deutlich einfacher und attraktiver, wovon die die Firmen genauso profitieren wie ihre Aktionäre.

Yuan-Finanzprodukte vor Ort eine Frage der Zeit

Die Infrastruktur für den ersten Yuan-Handelsplatz in Europa wird an der Deutschen Börse aufgebaut. So erhalten auch chinesische Emittenten und Anleger direkten Zugang zu den deutschen und europäischen Kapitalmärkten.

Und schon vermeldet die KfW-Bank die erste an der Frankfurter Börse notierte Yuan-Anleihe. Die richtet sich zwar nur an Großinvestoren, doch wenn das Geschäft mit China läuft, sollte es in absehbarer Zeit auch Produkte für Privatanleger geben.

Sobald neue Aktien und Anleihen in chinesischer Währung gelistet sind, dürften Fonds, Indexprodukte und Zertifikate folgen. Absehbar ist ebenfalls, dass mit weiteren Reformschritten eine schrittweise Freigabe des Wechselkurses einhergeht.

Spätestens dann können Anleger von der bisherigen Unterbewertung des Yuan profitieren. Das Aufwertungspotenzial von Chinas Währung wird auf jährlich bis zu 2,5% geschätzt.

7. Juni 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.