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Collar: Aktien absichern mit der Schutzweste zum Nulltarif

Wenn Sie ein Wertpapier in Ihrem Depot haben, also eine Aktie, einen Rohstoff, einen Future oder Anleihen, etc., stehen Sie ggf. vor folgendem…

…Problem:

Sie erwarten ungemütliche Zeiten und möchten sich absichern.

Bzw. Sie können oder wollen Ihr Wertpapier nicht verkaufen (steuerliche Aspekte oder Lockup-Fristen, etc.), und möchten aber nicht tatenlos zusehen, wie es im eventuell schlechten Markt an Wert verliert.

Ein weiteres Anwendungsbeispiel:

die Gewinnabsicherung.

Sie haben einen Gewinn in einer laufenden Position, möchten diesen aber erst im Folgejahr steuerlich anmelden. Sie möchten den Gewinn also absichern und das Wertpapier bis ins nächste Jahr hinein halten.

Lösung:Der „Collar“ (zu deutsch: Schutzweste)

Aber was ist das genau?

Was es mit dem Collar auf sich hat

Der Begriff “Collar” bedeutet nichts anderes als: “Gleichzeitiger Kauf einer Put-Option und Verkauf einer Call-Option auf das im Depot befindliche Wertpapier”.

Sie nehmen die Prämie für den verkauften Call ein und verwenden diese für den Kauf des Puts.

Sie setzen auf seitwärts und nur leicht steigende Kurse, befürchten aber eventuell stärker fallende Kurse. Gewinn und Verlust sind beide begrenzt. Das zugrundeliegende Wertpapier ist aber voll zu 100% abgesichert .

Ihr Vorteil: Es kostet fast nichts.

Und wie funktioniert das Ganze?

Anwendung des Collar (Beispiel: Apple-Aktie)

Einen Collar verwenden in der Regel Hedgefonds und Großanleger, um ihre Bestände in unsicheren Seitwärtsphasen vor plötzlichen Verlusten zu schützen.

Dabei werden die Collars aktiv gemanagt. Das bedeutet: Sie werden immer wieder neu angepasst. Das ist mitunter sehr zeitaufwändig, lohnt sich aber.

Im Folgenden möchte ich Ihnen das anhand eines Beispiels mit Apple-Aktien erläutern.

Beispiel:  Apple (Kurse vom 30.06.2014  09:10 Uhr)

Kurs der Aktie 91,94 USD

Angenommen, Sie besitzen 1.000 Apple-Aktien. Sie können beispielsweise nicht verkaufen, weil es Mitarbeiteraktien sind, die bis September des entsprechenden Jahres eine Lockup-Frist haben.

Das bedeutet: Erst nach der Lockup-Frist dürfen Sie die Aktien verkaufen und die Gewinne mitnehmen. Oder Sie haben einen anderen Grund die Aktien behalten zu wollen (steuerlich etc.).

Sie befürchten aber fallende Kurse und wollen die Gewinne absichern.

Doch noch einmal kurz zurück zur standardmäßigen Absicherungs-Variante:

Der „normale“ Weg:


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Sie kaufen nur einen einfachen Absicherungs-Put mit Basis 90 ein. Sie müssten dann folgende Preise dafür bezahlen:

Apple Putpreis TRI

Liste Optionspreise für Apple-Puts (Kurse vom 30.06.2014 vor Börseneröffnung)

Für einen Put mit Laufzeit September 2014 und Basis 90 bezahlen Sie dann z.B. 3.45 US$/Option.

Bei einer Kontraktgröße von 100 müssten Sie also 10 Kontrakte (10*100) einkaufen, um Ihre 1.000 Apple-Aktien 1:1 abzusichern.

Sie wären also 3.450 USD los. Und die Aktien hätten erst ab 90 US$ eine Absicherung nach unten.

Das bedeutet: 940 US$ kommen noch einmal obendrauf, weil die Aktie zum ausgewählten Zeitpunkt über der 90er-Basis steht, bei 90,94 US$.

Damit würde Sie eine einfache Absicherung Ihrer Apple-Position satte 4.380,- US$ kosten.

Das gehtgünstiger;wenn Sie nämlich die Schutzweste „Collar“ einkaufen und nur einen Bruchteileiner „normalen Absicherung“ bezahlen.

Hierbei gibt es den folgenden Trick:

Der „Collar“-Trick:

Um sich bis September abzusichern, wenden Sie eine Strategie an, die sich im Börsenfachjargon also, wie oben bereits beschrieben, „Collar“, also: Schutzweste, nennt.

Dabei kombinieren Sie 2 Optionspositionen geschickt miteinander:

So gehen Sie vor:

Sie kaufen den gleichen Put ein, finanzieren aber nun den Put-Kauf durch den Verkauf eines Apple-Calls mit Basis 92,50.

Hier die Preise für den Call:

Apple Callpreis TRI

Liste Optionspreise für Apple-Calls (Kurse vom 30.06.2014 vor Börseneröffnung)

Der Apple-Call mit Basis 92,50 kostet Sie entsprechend 3,82 US$.

Der ApplePut kostet Sie wie gehabt 3,45 US$.

Sie kaufen den Apple-Call aber nicht ein, sondern verkaufen ihn.

Damit nehmen Sie den Betrag von 3,82 US$/Option ein.

Für die Gesamtposition des „Collars“ müssen Sie also gar nichts bezahlen, sondern erhalten sogar 3,82 – 3,45 = 0,37 US$/Option.

Ergebnis: +370 US$ Provision.

Sie finanzieren die Absicherung aus der Einnahme aus dem Apple-Call. Somit haben Sie für die volle 100%-Absicherung ab Apple-Kurs 90 sogar 370 US$ erhalten.

Das ergibt also einen Vorteil von satten 3.820 US$ entgegen der „normalen Absicherung“.

Um Ihnen eine Vorstellung von der Absicherung zu geben und zu prüfen, ob sie funktioniert, rechnen wir einige Szenarien durch, die sich bis zum Verfalltermin im September ereignen könnten.

Szenario 1: Apple-Kurs 90,94 US$ unverändert

Rechnung:

Die Aktie verändert sich nicht. Der 92,50er-Call ist wertlos und der 90er-Put ebenso. Damit haben Sie die 370 US$ nach wie vor verdient.

Klasse – eine beruhigende 1:1-Absicherung gehabt, Kurs unverändert und noch dabei verdient!

Bei der „normalen Absicherung“ wäre Ihr Kaufpreis von 3.450 US$ futsch.

Szenario 2: Apple fällt stark auf 80 US$

Rechnung:

Die Aktie hat 10,94 US$ verloren, entsprechend 10,94 * 1.000 = -10.940 US$. Der 92,50er-Call ist wertlos, aber der 90er-Put 10 US$ wert, entsprechend +10.000 US$. Damit hätten Sie nur 940 US$ – 370 US$ = 570 US$ verloren, entsprechend nur 0,63%.

Bei der „einfachen Absicherung“ hätten Sie 4.380 US$ verloren – und damit erneut 3.820 US$ mehr als beim „Collar“.

Übrigens: Die 0,63 % sind Ihr Maximalverlust. Mehr können Sie bei diesem „Collar“ nicht verlieren. Es ist sogar egal, ob die Aktie crasht.

Szenario 3: Apple steigt auf 95 US$

Rechnung:

Die Aktie hat 4,06 US$ gewonnen, entsprechend 4,06* 1.000 = +4.060 US$. Der 92,50er-Call ist 2,50 US$ wert und der 90er-Put ist wertlos. Damit haben Sie folgenden Profit erzielt: 4.060 US$ – 2.500 US$ +370 US$= +1.930 US$.

Zum Vergleich die normale Absicherung:

4.060 US$ – 3.450 US$ = +610 US$.

Selbst bei steigenden Kursen schlägt der „Collar“ die „normale Put-Absicherung“.

Erst bei stark ansteigenden Kursen von über 96,32 US$ wäre der Collar der „normalen Absicherung“ unterlegen. Dabei geht es dann aber nur um entgangenen Profit. Der ursprüngliche Sinn war eine Absicherung der Apple-Position und keine Aktienhausse.

Fazit

Mit dem „Collar“ sind Sie also gegen Verluste zu vollen 100% abgesichert. Sie bezahlen für diese clevere Absicherungs-Strategie nur einen Bruchteil der „normalen“ Absicherung oder sogar überhaupt nichts.

Je nach Struktur und Wahl der Preise der jeweiligen Puts und Calls können Sie die „Collar“-Absicherung anpassen.

So haben Sie für jede Erwartungshaltung die richtige Schutzweste.

Der Collar bietet also die Möglichkeit, seine Positionen zu vollen 100% abzusichern – und das wesentlich preiswerter, als ein reiner Put.

30. Juni 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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