Diese Zahlen scheinen auf den ersten Blick zufriedenzustellen. Der Bericht der Commerzbank für das erste Quartal im Jahr 2011 liegt vor und kann vor allem durch die Verbesserung ihres operativen Ergebnisses punkten.
Auch das Konzernergebnis verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr. Dagegen zeigt sich der Kurs der Commerzbank-Aktie an der Deutschen Börse noch unentschlossen.
Potential für 2011
Der Vorsitzende des Vorstands der Commerzbank, Martin Blessing, erklärte, die Commerzbank habe mit diesem Quartal ihr bestes Ergebnis erzielt. Mitverantwortlich für die positive Entwicklung seien die Mittelstandsbank und Corporates & Markets. Auch bei den Privatkunden habe es Fortschritte gegeben, so Blessing weiter.
Das operative Ergebnis lag bei 1,14 Milliarden Euro. Im letzten Quartal des Jahres 2010 betrug das Ergebnis noch 771 Millionen Euro. Das Konzernergebnis belief sich auf ca. 1,0 Milliarden Euro und übertraf den Wert des Vorjahresquartals um 41 Prozent.
Dabei gingen die Risikogewichteten Aktiva auf 248 Milliarden Euro zurück (19 Milliarden Euro weniger). Auch die Risikovorsorge wurde um mehr als 50 Prozent reduziert. Aktuell steht diese bei 318 Millionen Euro.
Rückgang der Zinsüberschüsse
Der Zinsüberschuss von rund 1,7 Milliarden Euro ging allerdings um 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zurück. Grund für den Rückgang ist der Verkauf von Tochtergesellschaften.
Ingesamt erwartet die Commerzbank aber ein durchweg erfreuliches Ergebnis für das Geschäftsjahr 2011. Das Niveau von 2010 könnte somit nicht nur erreicht, sondern übertroffen werden. Entscheidend für den Erfolg der Großbank ist allerdings nach wie vor die Stabilität des Marktes.
Kapitalerhöhung auf Hauptversammlung beschlossen
Kurz vor dem Wochenende kündigte die Commerzbank AG zudem eine Milliarden-Kapitalmaßnahme an. Über diesen Beschluss wurde auf der Hauptversammlung am Freitag beschlossen.
Ziel dieser Maßnahme ist die geplante Rückzahlung der Steuermilliarden an den Staat, die während der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise notwendig geworden waren. Blessing warb auf der Hauptversammlung um einen allgemeinen Konsens.
Die schwierige Phase der Finanzkrise solle endgültig hinter der Commerzbank liegen, so Blessing.
Die Commerzbank-Aktie auf dem Prüfstand
Unausgewogen sieht es bei der Commerzbank-Aktie aus. Kurzfristig gesehen schwankt die Aktie nach einer ereignisreichen Woche und pendelte sich heute bei 4,28 Euro ein. Im Vergleich zum Vortag verbesserte sich das Papier um einige Zählerpunkte.
Ob die Aktie dem Druck der angekündigten Kapitalmaßnahme standhält, wird sich noch zeigen. Langfristig gesehen bietet die Commerzbank für Investoren jedoch eine durchaus gute Chance.
Kreditinstitut mit Geschichte
Die Commerzbank ist Deutschlands zweitgrößte Großbank. Gegründet wurde das Kreditinstitut im Jahr 1870 in Hamburg, wobei Anfang des 20. Jahrhunderts Berlin immer mehr in den Fokus des Unternehmens geriet.
Während der Teilung Deutschlands setzte man verstärkt auf die Neugewinnung von Privatkunden und baute so ein umfangreiches Filialnetz aus. Ab den 1970er Jahren zentralisierte man die Hauptverwaltung in Frankfurt am Main.
Im August 2008 gab man die Übernahme der Allianz-Tochter Dresdner Bank bekannt, die im Folgejahr vollzogen wurde. Seitdem ist die Commerzbank der alleinige Eigentümer der Dresdner Bank.


