Computer, Handy & Co. – die Goldminen der Zukunft

Wird Gold künftig wieder teurer? Auch wenn die Entwicklung von etlichen unabsehbaren Faktoren abhängt, so spricht zumindest eines dafür: Laut World Gold Council dürfte die jährliche Fördermenge tendenziell abnehmen. Die vorhandenen Minen geben weniger her und die Explorationskosten sind gestiegen.

Umso mehr Bedeutung kommt dem Thema Gold und Recycling zu. Schon bisher macht die Wiederaufbereitung parallel zur Minenproduktion gut ein Drittel des weltweiten Angebots aus. Doch die Recyclingmengen schwanken und werden vom Goldpreis genauso mitbestimmt, wie sie umgekehrt Einfluss auf ihn haben.

Gold und Recycling – Einfluss auf Angebot und Preis

So betrug etwa 2012 die Menge an Gold aus Recycling 1.653 Tonnen, was 37% des gesamten Angebots entsprach. Zu der Zeit lag der Goldpreis beim Höchststand von ca. 1.700 US-$ die Unze. Mit dem folgenden Preisabstieg fiel auch parallel die Recyclingmenge auf rund 1.100 Tonnen im letzten Jahr. Bei hohen Goldpreisen machen eben viele Anleger ihr Bruch- oder Altgold zu Geld und bessern ihre Barbestände auf.


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Und die privaten Reserven sind enorm. Schätzungen zufolge horten allein die Deutschen fast 8.700 Tonnen Gold in den verschiedensten Formen, darunter Münzen und Schmuck – das entspricht einem monetären Wert von ca. 333 Mrd. €. Dabei sind Privatpersonen nur eine der drei traditionellen Quellen für Goldrecycling.

Weltweit ist ihr Anteil in etwa so groß wie der von Industrieanlagen, wo Gold schon wegen seiner hohen Leitfähigkeit überall eingesetzt wird. Zahngold aus Dentallaboren gehört zwar auch in den Bereich, verliert aber zunehmend an Bedeutung. Die dritte und mehr als doppelt so große Quelle sind die Schmuckindustrie bzw. Juweliere. Die Bedeutung der drei Bereiche erklärt sich mit dem hohen Wiederaufbereitungsgrad von ca. 90%.

Apple fördert Gold aus alten Geräten

Potenzial schlummert aber auch im Elektronikschrott. Mobiltelefone, Computer und andere Geräte kommen ohne Gold für Leiterplatten, Drahtverbindungen oder Stecker nicht aus. Hier werden bislang höchstens 15% recycelt. Nach wie vor landet viel Funktionsgold auf dem Müll und in Verbrennungsanlagen.

Welche Werte in den Geräten stecken, zeigte jüngst Apple. Der Elektronikkonzern hat nach eigenen Angaben letztes Jahr gut eine Tonne Gold aus ausgemusterten Geräten zurückgewonnen. Das Unternehmen spart sich damit rund 34 Mio. US-$. Allein aus 40 Mobiltelefonen kann mit fünf Gramm so viel Gold gewonnen werden wie aus einer Tonne Erz. Und die Ausbeute aus einer Tonne Computer-Leiterplatten beträgt mehr als 150 Gramm.

Auch Privathaushalte horten massenweise verborgene Schätze in Schubladen und Hobbykellern, meist ohne es zu ahnen. Dabei finden sich auf Youtube zahlreiche Anleitungsvideos zur häuslichen Goldgewinnung aus Handys und anderen Geräten. Doch der Reiz ist größer als die Ausbeute. Vor allem, weil das verarbeitete Gold mit Chemikalien und viel Aufwand gelöst werden muss.

Elektroschrott birgt ungeahnte Potenziale

Dieser ganze Bereich des Goldrecycling aus gebrauchten Geräten nennt sich Urban Mining und gewinnt zunehmend an Bedeutung – allein wegen der steigenden Produktion von Kommunikations- und Unterhaltungselektronik mit immer kürzerer Nutzungsdauer.

Bei anhaltendem Trend geht die Boston Consulting Group für das Jahr 2025 von ca. 99 Mio. Tonnen goldhaltigem Elektroschrott aus. Daraus ließen sich dann über 15.000 Tonnen Gold gewinnen – fast fünf Mal soviel wie die Goldreserven der Bundesbank. Beim Goldangebot wird also der Recyclinganteil erheblich zunehmen und eine rückläufige Minenproduktion zumindest ausgleichen. Von der Angebotsseite jedenfalls ist kein Preisauftrieb zu erwarten.

9. Dezember 2016

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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