Die Computer- und Hardwarebranche profitiert vom globalen Konjunkturaufschwung. Nach der aktuellen Branchenstudie des Marktforschungsinstituts IDC vom Juni werden die globalen Hardware-Investitionen im laufenden Jahr um gut 10% wachsen. Dann werden die Ausgaben im Hardwaresektor bis zum Jahresende weltweit 730 Mrd $ erreichen. Zu den Hauptmärkten gehört das Geschäft mit Netzwerken, Speichersystemen, Servern und PCs (Desktops und Notebooks). Hewlett-Packard (3102) ist globaler Marktführer im PC-Geschäft. Die Branche ist aber mit einem scharfen Preiswettbewerb konfrontiert. Daher hat IBM (3106) im Jahr 2005 sein PC-Geschäft an Lenovo (3114) veräußert und sich verstärkt auf Dienstleistungen und Software konzentriert.
Zu den wachstumsstärksten Marktsegmenten im Hardwaresektor gehören die Netzwerk- und Speichersysteme. Diese Branchen profitieren von den neuen Markttrends zur Virtualisierung und zum Cloud-Computing. Die Virtualisierung führt zu Effizienzsteigerungen, weil die Grenzen der physischen Speicherkapazitäten überwunden werden. Das Cloud-Computing bietet den Unternehmen einen schnellen und bedarfsorientierten Zugriff auf ausgelagerte IT-Ressourcen, vor allem auf Netzwerke, Server und große Speichersysteme. Dabei können große Datenmengen auf Großrechner ausgelagert werden, um bei Bedarf von den Unternehmen genutzt zu werden. Das Cloud-Computing wächst zurzeit viermal schneller als der Gesamtmarkt.
Branche hat großes Potenzial
Wachstumstreiber im Hardwaresektor sind auch Produktinnovationen und die Schwellenländer. Die global agierenden Konzerne kämpfen um Marktanteile vor allem in den vier bedeutenden BRIC-Ländern Brasilien, Russland, Indien und China. Das Wachstum wird weltweit auch von neuen und innovativen Produkten getrieben, allen voran vom Mobile Computing mit Smart- Phones und Tablet-PCs. Der Branchenführer Apple (3104) hat mit seinem iPhone und dem iPad neue Geräteklassen geschaffen, die ein rasantes Wachstum erfahren und zur exorbitant hohen Profitabilität des Konzerns geführt haben.
Apple wird bis zum Jahr 2015 seine Gewinne vervielfachen und damit zu den profitabelsten Unternehmen der Welt gehören. Viele Wettbewerber imitieren mittlerweile die App Store-fähigen Produkte Apples, vor allem die Handys und iPads, um die lukrativen Marktsegmente für die Endverbraucher und Geschäftskunden zu erschließen und die Gewinne zu steigern.
Lenovo stärkt seine Wettbewerbskraft
Der chinesische PC-Hersteller Lenovo ist mit dem Kauf der PC-Sparte von IBM zu den wichtigsten PC-Unternehmen weltweit aufgestiegen. Lenovo ist im Heimatmarkt China klarer Marktführer. Nun will der Konzern auch in Japan zu den Marktführern gehören und hat dafür ein PC-Jointventure mit NEC (3105) gegründet. Zudem will Lenovo mit der Übernahme von Medion (3111) auch seine Marktstellung in Deutschland ausbauen. Die Übernahme soll noch im Herbst abgeschlossen werden.
Darüber hinaus beherrscht der Konzern auch die Produktimitation. Lenovo vermarktet das Smartphone „Le- Phone“ und den Tablet-PC „LePad“ als Konkurrenz zu Apple. Damit soll hauptsächlich der eigene Markt in China erschlossen werden. Beide Produkte werden aber auch international vermarktet.
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