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Contango-Falle: Vorsicht bei Spekulationen auf Ölpreiserhöhung

Trotz einiger Auf- und Abwärtsbewegungen verharrt der Ölpreis noch auf niedrigem Niveau – seit Jahresanfang im Schnitt 50% unter dem Vorjahreswert. Die Aussicht auf entsprechende Erholung verleitet natürlich zur Spekulation auf kommende Ölpreiserhöhungen.

Stolpersteine im System

Der Zeitpunkt zum Einstieg ist günstig. Allgemein wird von einem Preisanstieg auf bis zu 80 US-$ gegen Ende des Jahres ausgegangen. Auf den ersten Blick eine recht sichere Geldmaschine. Doch die Bäume wachsen für Anleger nicht in den Himmel. Beim genauen Hinsehen nämlich zeigen sich einige Stolpersteine, und die liegen im System.

Da kein Anleger sich selbst billig mit Ölfässern eindeckt, die er in der Garage unterstellt, um sie später teuer zu verkaufen, bleibt ihm nur der indirekte Weg über die Terminmärkte. Öl wird als Future mit festem Fälligkeitsdatum gehandelt. Und da Erdöl-Futures direkt eher für Profis geeignet sind, bieten sich Öl-ETCs oder Zertifikate die die Preisentwicklung von Terminkontrakten abbilden.

Contango-Falle und Rollverluste

Seit Dezember stürzen sich die Anleger scharenweise auf Öl-Zertifikate und –ETCs. Die Lagerbestände haben sich drastisch erhöht, das Überangebot drückt die Spotpreise. Sie liegen klar unter den künftigen Terminpreisen.


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Diese Konstellation nennt sich Contango. Weil bei den Investments kein echtes Öl geliefert wird, werden auslaufende Kontrakte gegen neue getauscht, das Kapital wird in den nächsten Kontrakt umgeschichtet, sprich gerollt. Deshalb wird vom Rolleffekt gesprochen.

Bei einer Contango-Situation jedoch ist es ein Rollverlust. Grund: Die Ölpreiserhöhung ist bei den künftigen Futures bereits eingepreist. Die ETCs und Zertifikate müssen für die jeweils neuen Terminkontrakte einen höheren Preis zahlen als für die alten. Diese Rollverluste lassen sich nur ausgleichen, wenn der Ölpreis stärker zulegt als vom Markt bereits vorweggenommen.

Verluste trotz Preissteigerung

Steigt der Preis aber nur moderat oder stagniert er, machen Anleger Verluste – eine paradoxe Situation. Schlimmer noch: Fällt der Preis zwischendurch, sind die Verluste extrem. Besonders krass ist das bei Papieren mit Hebeleffekt, da der in beide Richtungen wirkt.

Beim Öl kommt noch das Zusammenspiel mit dem Dollar hinzu. Als Währungsabsicherung sind sogenannte Quanto-Zertifikate beliebt. Doch der gewünschte Effekt kann durchaus verkippen, wie sich jüngst zeigte. Der Dollar legte kräftig zu, wodurch Anleger mit regulären Papieren Verluste beim Öl kompensieren konnten. Quanto-Papiere indes wurden vom Preisverfall ungebremst getroffen.

Die Situation erinnert an 2009, als nach der Finanzkrise der Ölpreis eingebrochen war. Auch damals spekulierten die Anleger massiv auf eine Ölpreiserhöhung und landeten mit ihren Ölpapieren in der beschriebenen Contango-Falle. Obwohl der Ölpreis letztlich um 50% zulegte, lag das Plus bei Öl-Papieren bei nur ca. 20%.

Auch aktuell ist die Entwicklung im Detail schlecht vorhersehbar. Die Lagerbestände sind nach wie vor hoch und der Iran will nach Aufhebung der US-Sanktionen seine Ölförderung hochfahren. Preisrückschläge und Verluste müssen also einkalkuliert werden.

Verlusteffekte reduzieren und vermeiden

Wer Rollverluste zumindest drücken will, sollte etwa auf ETCs bzw. Zertifikate setzen, bei denen der nächste Kontrakt mit dem größeren Rollverlust vermieden und in weiter in die Zukunft verschoben wird. Bei diesen „rolloptimierten“ Produkten wird der Verlustanteil auf rund ein Drittel reduziert.

Alternativ kann man auf Aktien von Ölgesellschaften setzen. Gerade die großen finanzstarken Unternehmen dürften gestärkt aus der Krise hervorgehen. Dass sich etwas tut, zeigt etwa die Übernahme von BG-Group durch Shell. Die Aktie ist interessant und lockt mit einer Dividendenrendite von derzeit 5,7%.

5. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.