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Convenants: Wichtige Informationen im Wertpapierprospekt versteckt

Es ist für fast jede Kapitalmaßnahme notwendig, obwohl kaum jemand davon Notiz nimmt. Auch ist die Herstellung sehr langwierig und teuer, obwohl es scheinbar keine Bedeutung hat.

Es ist die Rede vom Wertpapierprospekt – diese oftmals 400-Seiten Ungetüme, die voll sind von juristisch einwandfreien Ausdrücken, damit das Unternehmen nicht in die Haftung kommt.

Letztendlich sind ja die Wertpapierprospekte auch ein so genanntes Enthaftungsdokument, damit kein Anleger jemals auf die Idee käme, mögliche Verluste beim Unternehmen einzuklagen.

Stand noch zu Beginn der Wertpapierpospekt-Ära die Information der Anleger im Vordergrund, ist es nun eine Ansammlung von möglichen Risiken, die von allgemeinen bis speziellen Risiken ausreichen.

Jeder Investor mit gesundem Menschenverstand braucht aber nicht zu lesen, dass „Konjunkturelle Schwierigkeiten zu einem Vermögensverlust führen könnten“.

Dadurch werden Wertpapierprospekte auch kaum gelesen, die Unternehmen müssen aber dennoch fünf- bis sechsstellige Summen für deren Erstellung ausgeben.

Es ist jedoch schade, denn in der Regel verdecken die juristischen Angaben oftmals auch wichtige Informationen, auf die die Anleihengläubiger einen näheren Blick werfen sollten.

Besonders die Angaben bezüglich der Möglichkeit einer vorzeitigen Kündigung sind da sehr interessant.


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Welche Arten einer außerordentlichen Kündigung gibt es?

Im Regelfall wird die Möglichkeit einer ordentlichen Kündigung einer Anleihe im Wertpapierprospekt nicht eingeräumt.

Gleichzeitig gibt es einige Tatbestände, die es sowohl dem Emittenten als auch dem Investor ermöglichen, die Anleihe vorzeitig zu beenden.

Auf Seiten des Emittenten werden da weniger Gründe genannt als Termine, die zu einer außerordentlichen Kündigung berechtigen. Nahezu alle Unternehmen nehmen sich dieses Recht heraus.

Im Regelfall können dann fünfjährige Anleihen bereits nach drei oder vier Jahren gekündigt und die Anleihe vom Investor zu einem festgelegten Kurs zurückgekauft werden.

Wird der Kurs beispielsweise auf 100 % festgesetzt, so entgehen dem Investor die Zinszahlungen, die er bekommen hätte, wenn er die Anleihe bis zur Endfälligkeit gehalten hätte.

Daher kaufen viele Unternehmen die Anleihen vor Fälligkeit zu Kursen von über 100 % um so den Investoren eine kleine Entschädigung einzuräumen.

Convenants: Investoren können Anleihen auch vorzeitig kündigen

Ebenfalls ein interessantes Instrumentarium ist die außerordentliche Kündigung durch den Investor.

Die meisten Wertpapierprospekte räumen dem Gläubiger dabei diese Möglichkeit ein, wenn bestimmte Faktoren (Covenants) eintreffen.

Eines der wichtigsten Faktoren ist das Ausbleiben von Zinszahlungen, die je nach Ausgestaltung der Anleihe einen Kündigungsgrund liefern.

Wie lange der Verzug dauern muss, ist im Wertpapierprospekt beschrieben.

Dem Unternehmen stehen alle Möglichkeiten offen, in der Regel wird jedoch ein Zeitraum von 15 bis 60 Tagen als Verzugszeitraum angegeben.

Sollte das Unternehmen einen Wechsel der wichtigsten Kontrollorgane (Vorstand, geschäftsführender Gesellschafter) vornehmen, darf der Investor im Regelfall seine Anleihe kündigen.

Dieses so genannte „Kontrollwechsel-Klausel“ wird bei den jüngst emittierten Anleihen immer beliebter.

Investoren, die eine Kaufentscheidung am guten Management festmachen, werden damit geschützt. Zumal viele Unternehmen GmbHs sind, und damit hat vereint das Management mehr Macht auf sich als bei vergleichbaren AG-Unternehmen.

Ein weiteres Sicherungsinstrument ist die weniger verbreitete Ausschüttungssperre.

Darin verpflichtet sich der Emittent während der Anleihelaufzeit nur einen geringen Anteil des Gewinns an die Gesellschafter auszuschütten um somit der Substanz des Unternehmens nicht zu schaden.

Vielmehr sollen die Gewinne thesauriert werden und damit die Eigenkapitalbasis gestärkt werden. Gleichzeitig erhöht dies die Bonität der Gesellschaften, was nur im Sinne der Investoren sein kann.

14. April 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.