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Crash – Auswirkungen und Strategien (Teil 2): Währungskrisen

Bei der Erstauflage lautete die Frage: „DAX – 1.000 oder 10.000 Punkte?“. Der aktuelle DAX-Stand von rund 11.500 Punkten deutet an, dass meine optimistische Prognose (10.000 Punkte) bisher der Realität näher kam.

In den vergangenen 5 Jahren wurde ich oft gefragt, wie ich angesichts der Euro-Schwäche und der allgemeinen Währungsturbulenzen (Stichwort „Abwertungskrieg der Währungen“) auf Aktien als großen Vermögensbaustein setzen kann. Meine Antwortet lautet: Ich setze nicht trotz, sondern aufgrund der Währungskrisen auf Aktien!

Es gibt an der Börse den Spruch: Irgendwann tendiert jede Währung zum Materialwert (= 0). Selbst die „solide“ D-Mark hat in ihrer relativ kurzen Ära über 90% an Kaufkraft verloren. Beim Euro sehe ich zusätzlich das Risiko, dass die Währungsunion mittelfristig zerfällt. Bisher gibt es in der Geschichte kein Beispiel für eine dauerhaft erfolgreiche Währungsunion.

Aus diesen Gründen empfehle ich Ihnen, einen relativ großen Anteil Ihres Vermögens in Sachwerte wie Immobilien und Aktien zu investieren und (zu) große Geldguthaben zu meiden. Es geht heute noch einmal um das so wichtige Dauerthema: Aktien als Sachwerte!

Als Aktionär sind Sie Miteigentümer eines Unternehmens

Eine Aktie ist eine Urkunde, die ihrem Inhaber einen Anteil am Vermögen einer Aktiengesellschaft (AG) verbrieft. Aber warum gibt es überhaupt Aktiengesellschaften? Wenn ein Unternehmer eine gute Geschäftsidee hat, jedoch das Geld für die Umsetzung fehlt, bietet sich der Gang an die Börse an.

An der Börse trifft die Geschäftsidee auf Kapital, das nach renditestarken Einsatzmöglichkeiten sucht. Ein Beispiel: Ein Unternehmer hat eine Erfindung gemacht, doch fehlt das Geld für die Errichtung einer Fabrik. Der Unternehmer könnte sich jetzt das Geld am Kapitalmarkt (über eine Anleihe) oder bei einer Bank (Kredit) leihen.

Das Problem: Das Geld steht dann nur zeitlich befristet zur Verfügung und muss Jahr für Jahr verzinst werden. Die Alternative: Der Unternehmer teilt sein Unternehmen zum Beispiel in 100.000 kleine Teile (Aktien) auf. 75.000 Aktien behält der Unternehmer, damit er weiterhin das Sagen im Unternehmen hat, 25.000 Aktien verkauft er für je 100 Euro an interessierte Kapitalgeber (Aktionäre).


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So sammelt der Unternehmer 2,5 Mio. Euro ein und kann die Fabrik mit dem frisch eingesammelten Geld (man spricht auch von Emissionserlös) bauen. Die neuen Aktionäre sind Miteigentümer des Unternehmens. Da in diesem Fall die Aktien den Mitbesitz an einem produzierenden Unternehmen verbriefen, handelt es sich um Sachwerte (allerdings ist nicht jede Aktie ein Sachwert; aber diese Detailfrage klären wir in einer der nächsten Ausgaben).

Bei guter Geschäftslage – oder in deren Erwartung – verdient der Aktionär durch steigende Kurse der Aktien. Wenn das oben beschriebene Unternehmen Umsatz und Gewinn kräftig steigert, wird der Aktienkurs von 100 auf 150 oder 200 Euro steigen.

Die Geschichte der Aktie

Als am 20. März 1602 in Amsterdam mit der „Verenigden Ostindischen Compagnie“ (VOC) die bis dato mächtigste Handelsgesellschaft der Welt gegründet wurde, erblickte auch die Aktie in ihrer heutigen Form das Licht der Welt. Der Seehandel war damals äußerst lukrativ.

Allerdings erforderte dieser auch einen großen Kapitaleinsatz. Das damit verbundene Risiko war für eine Person ziemlich groß. Aus diesem Grund wurden Überlegungen angestellt, wie man dieses unternehmerische Risiko auf mehrere Schultern verteilen kann. Darauf folgte die Geburtsstunde der Aktie.

Viele Anleger konnten sich an der Handelsgesellschaft beteiligen und trugen so gemeinsam die Chancen und Risiken. Wenn das Schiff erfolgreich sein Ziel erreichte, gab es einen großen Gewinn, der verteilt werden konnte. Wenn aber das Schiff sank oder ausgeraubt wurde, gab es einen gemeinschaftlichen Verlust.

Aus der Finanzwelt ist die Aktie seitdem nicht mehr wegzudenken: Als einfaches Mittel für Unternehmen, um an Kapital zu gelangen und als Erfolg versprechendes Anlage- und Spekulationsobjekt für Investoren wechselt sie heute täglich in aller Welt millionenfach den Besitzer.

Als Aktien noch physisch gehandelt wurden

Früher wurden Aktien physisch gehandelt. Das bedeutet, dass die Anteilseigner eine Urkunde in Papierform erhielten. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzte dann der Trend ein, dass Anteilseigner die Aktien in der Regel aus Kosten- und Sicherheitsgründen nicht mehr als einzelne Urkunden besaßen, sondern von einer Bank in einem Depot verwalten ließen.

Bei den Depotbanken liegen heute meist keine effektiven Stücke (also gedruckte Aktien) vor, sondern es werden nur die gesammelten Anteile verwaltet. Die sogenannte Sammel- oder Globalurkunde, auf der die Aktien verbrieft sind, wird meist bei einer Wertpapiersammelbank (in Deutschland der Clearstream Banking AG) verwahrt.

Es gibt jedoch noch immer einige Unternehmen, die effektive Aktien anbieten. Diese Aktien-Urkunden können Sie sich ausliefern lassen, falls Sie Clearstream & Co. misstrauen. Aus dem DAX-Universum gibt es z. B. noch von HeidelbergCement, Henkel und Merck effektive Aktien.

Darum sind physische Aktien heute (fast) nur noch von Sammlern gefragt

Anders aber als bei Gold erscheint bei Aktien eine physische Auslieferung nicht sinnvoll. Eine Goldunze können Sie weltweit fast überall zu Geld machen. Für eine Henkel-Aktie in Papierform werden Ihnen jedoch nur sehr wenige Händler einen angemessenen Preis bieten. Der Verkauf dürfte speziell in Krisenzeiten fast unmöglich sein.

Gleichzeitig sind die Kosten, die bei Auslieferung und Rückgabe entstehen, unverhältnismäßig hoch. Je nach Bank können pro Transaktion rund 100 Euro Gebühren fällig werden. Hinzu kommt der große zeitliche Aufwand. Das gilt auch im Rahmen der Dividenden-Zahlung.

Befindet sich die Aktie in Ihrem Wertpapier-Depot bei Ihrer Bank, wird Ihnen die Dividende automatisch gutgeschrieben. Besitzen Sie dagegen die Aktie in physischer Form, müssen Sie den Dividenden-Coupon von der Aktie abschneiden und bei Ihrer Bank einreichen. Zusätzlich kommt das Risiko hinzu, dass die privat gelagerten Aktien-Urkunden zerstört werden (z. B. Wasser, Feuer) oder durch Diebstahl verschwinden.

Fazit: Die effektiv gehaltenen Aktien verursachen hohe Kosten und einen großen zeitlichen Aufwand und sind daher nur noch für Sammler interessant.

Fazit: Aktien sind eine Basisanlage

Aktien sind ein elementarer Baustein für Ihre Geldanlage. Der Grund dafür ist, dass Aktien Ihnen – anders als Zinsanlagen – einen Schutz vor Währungskrisen bieten und zugleich für Ihren Vermögensaufbau geeignet sind. Letzteres zeigen historische Daten über sehr lange Zeiträume. Sie können mit einer Rendite von rund 8% pro Jahr rechnen.

5. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.