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Darauf kommt es bei Rohstoff-Investments an

Gleich ob Öl, Kupfer, Kaffee oder Getreide – der Rohstoffmarkt bietet eine Fülle von Anlagevarianten. Standen die früher nur Profis offen, kann längst jeder Privatanleger mitmischen.

Zertifikate oder Rohstoff-ETCs machen`s möglich. Wer aber mal so nebenbei auf den Ölpreis setzen will, sollte vorher einige Begriffe kennen – allen vorweg Contango und Backwardation.

Contango und Backwardation – Unterschied mit Folgen

Worin besteht zwischen Contango und Backwardation der Unterschied? Kurz gesagt: Im ersten Fall gibt es Verluste, im zweiten Gewinne. Beide hängen von der Entwicklung der Rohstoffpreise ab. Das Besondere: Man kann als Anleger Verluste erleiden, obwohl beispielsweise der Spotpreis für Öl gestiegen ist und umgekehrt.

Was auf Anhieb verwundert, erklärt sich mit den Eigenheiten am Rohstoffmarkt. Jedem Zertifikat oder ETC liegt ein Future, ein Terminkontrakt zugrunde. Da man als Privatanleger bei der Fälligkeit eines Kontrakts natürlich weder ein Fass Öl noch einen Sack Weizen geliefert bekommen will, werden auslaufende Kontrakte durch die jeweils nächsten ersetzt. Ein Zertifikat oder ETC bezieht sich erst auf einen Kontrakt, dann auf den nächsten usw. Dieser Vorgang wird als Rollen bezeichnet – ein Kontrakt wird in den nächsten gerollt.


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Verlustfalle oder Gewinnstraße?

Dabei verkaufen die Broker bzw. Banken, einen Future kurz bevor er ausläuft und stecken den Verkaufserlös in einen weiteren Kontrakt, der länger läuft. Ist der jeweils nächste billiger, entstehen Gewinne, ist er teurer, Verluste. Notiert der auslaufende Future niedriger als der länger laufende, bekommt man für sein Geld von diesem dann weniger Anteile – es entsteht ein Rollverlust. Das Investment befindet sich leider in Contango.

Notiert er dagegen höher, bekommt man entsprechend mehr Anteile. Diese Situation nennt sich Backwardation, für Anleger die erwünschte Gewinnstraße.

Es ist das Rollen, das bei Contango und Backwardation den Unterschied ausmacht. Die Rollrendite kann positiv oder negativ sein. Und sie ist von größerer Bedeutung als der Spotpreis. Ein krasses Beispiel ist die Situation im Jahr 2009: Obwohl der Ölpreis um gut 50% stieg, wurde der Gewinn von den Verlusten aus dem Contango fast komplett aufgefressen.

Die Markterwartung entscheidet

Wie sich der Preis entwickelt, hängt von der Erwartung des Marktes ab, die sich in den Futures spiegelt. Kauft etwa die ölverarbeitende Industrie Futures, um sich günstige Lieferpreise zu sichern, so nur deshalb, weil sie von anziehendenden Spotpreisen ausgeht – die Terminmarktkurve steigt mit ihnen und es entsteht eine Contango-Situation. Erwartet der Markt dagegen sinkende Preise, drehen die Futurespreise in Backwardation.

In der Regel zeigt die Terminmarktkurve nach oben, wenn bei aktuell niedriger Nachfrage die Preise günstig sind. Doch die Gründe für den Verlauf der Kurve sind verschieden. Ereignisse wie schlechte Ernten, Konjunktureinbrüche oder politische Spannungen können die Erwartungen schnell ins Gegenteil verdrehen.

Ob sich Öl oder Kaffee in Contango oder Backwardation befinden, macht also den Unterschied zwischen Sorgenfalten und freudiger Mine.

Contango-Bremse und Alternative

All das zeigt: Setzt man als Anleger im Contango auf steigende Preise, muss der künftige Spotpreis bei jedem Rollen wesentlich stärker zulegen, damit der Rollverlust ausgeglichen wird. Wenn nicht, frisst er mögliche Gewinne auf – man läuft in die Contango-Falle. Die Auswirkungen lassen sich abschwächen, indem man Zertifikate oder ETCs nicht auf kurz-, sondern auf langfristige Futures wählt, die entsprechend weniger oft gerollt werden müssen.

Wer dem aus dem Weg gehen will, sollte ohnehin Rohstoffe wählen, deren aktuelle Preise höher sind als die der länger laufenden Futures. Bei knappen Lagerbeständen und hoher Nachfrage sind Rollgewinne zu erwarten, die in der Backwardation höhere Gesamtrenditen bringen.

Eine Alternative sind „rolloptimierte Papiere“. Dabei wird nicht starr der eine in den nächsten Kontrakt getauscht, sondern ein Teil des Geldes in den günstigsten Future gerollt, der gerade zur Verfügung steht. Für diesen Zweck gibt es eigens konstruierte Rohstoffindizes, die dem ETC oder Zertifikat zugrunde liegen.

18. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.