MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Darlehenskündigung: Vorfälligkeitsentschädigung kann vermieden werden

Die Bank kann bei vorzeitiger Darlehenskündigung Vorfälligkeitsentschädigung, d.h. den durch die Kündigung entstehenden Zinsausfallschaden, verlangen.

Doch nicht in jedem Fall müssen Sie die Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. Das hat jetzt das Landgericht München festgestellt.

Der Fall einer vorzeitigen Darlehenskündigung

Dazu dieser Fall: Die Klägerin wollte ein als Sicherheit dienendes Grundstück veräußern und das Darlehen vorzeitig ablösen. Auf den Darlehensbetrag von rund 4 Mio. € verlangte die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung von 360.000 €.

Und das, obwohl die Kundin der Bank den Grundstückserwerber als Ersatzkreditnehmer angeboten hatte. Zugleich hatte sie darauf verwiesen, dass dessen Bonität zumindest gleich gut sei wie ihre eigene.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Vorfälligkeitsentschädigung musste nicht bezahlt werden

Die Kundin zahlte zwar die Vorfälligkeitsentschädigung, klagte aber vor dem Landgericht München I. Und sie bekam Recht. Zum einen habe sie bei diesem Darlehen ein berechtigtes Interesse an der vorzeitigen Darlehenskündigung gehabt.

Zum anderen habe sie einen Ersatzkreditnehmer mit gleich guter Bonität zur Verfügung gestellt. Folge: Die Bank muss die Entschädigung zurückzahlen. Verweisen Sie in vergleichbaren Fällen auf dieses Urteil.

Versicherung gegen Vorfälligkeitsentschädigung: Was ist dran?

Die Interhyp wirbt zurzeit massiv mit einem Schutz gegen Vorfälligkeitsprämien bei Hypothekendarlehen. Mit 500 € können Sie sich davon freikaufen, wenn Sie die mit dem Kredit finanzierte Immobilie aus beruflichen Gründen verkaufen müssen. Zusätzliche 300 € sorgen dafür, dass Sie gegen Härtefälle wie Tod oder Arbeitslosigkeit versichert sind.

Aber: Die Schutzversicherung lohnt sich nur, wenn Sie mit fallenden Zinsen rechnen können. Denn wenn wie zurzeit die Zinsen weiter steigen, tragen die Banken auch kein Zinsausfall-Risiko. Das bedeutet im Klartext: Die Versicherung hat sich einen strategisch günstigen Zeitpunkt für den Schutz gegen die Vorfälligkeitsprämien ausgesucht, da das Risiko für sie minimal ist.

Die Versicherung ist auch nicht für jeden zugänglich. Nur Angestellte und Arbeiter können davon profitieren. Selbstständige und Freiberufler sind davon ausgeschlossen. Außerdem muss die Immobilie verkauft werden, um den Kredit kündigen zu können. Und zu guter Letzt: Berufsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit müssen mindestens ein Jahr bestehen, bevor die Versicherung leistet.

Für wen ist die Versicherung gut?

Damit wird die Versicherung nur für eine kleine Zielgruppe attraktiv, weil die Risikofälle von vorneherein ausgeschlossen werden. Das Angebot der Interhyp verspricht mehr als es hält. Das ist aber wohl immer noch lukrativ für die Versicherung, denn angesichts des hohen Bedürfnisses nach Sicherheit werden viele Immobilienkäufer dafür zahlen.

Wird Ihnen beim Hauskauf eine solche Versicherung angeboten, dann fragen Sie sich, ob die genannten Voraussetzungen auf Sie zutreffen könnten, bevor Sie allzu schnell eine Versicherung abschließen.

Wenn Sie die finanzierte Immobilie verkaufen, dann darf Ihnen die Bank ohnehin keine beliebig hohe Vorfälligkeitsentschädigung abknöpfen.

16. September 2008

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".