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Darum sind Unternehmen mit Ankeraktionären oft gut aufgestellt

Meist, wenn es bei Aktienunternehmen um größere Veränderungen geht, um Wechsel an der Konzernspitze oder Krisen, fällt der Begriff Ankeraktionär – sofern es einen gibt.

Dessen Bedeutung liegt in seiner stabilisierenden Wirkung begründet. Die Definition ist nicht unbedingt selbsterklärend, da parallel auch die Rede von einem Groß- oder Mehrheitsaktionär die Rede sein kann.

Ankeraktionär: Definition des Begriffs

Generell hält der Ankeraktionär einen erheblichen Anteil am Unternehmen mit dem Ziel, dieses längerfristig zu begleiten. Gerade der zweite Punkt ist wesentliches Merkmal in der Ankeraktionär-Definition: Es geht um das aktive Interesse am Fortbestand und der Weiterentwicklung der Firma.

Weniger entscheidend ist, ob er Großaktionär mit mindestens 5% Aktienanteil oder gar Mehrheitsaktionär mit über 50% ist. Dieser Unterschied betrifft natürlich den Einfluss, ein Mehrheitsaktionär hat uneingeschränkte Kontrolle. Doch darauf kommt es beim Ankeraktionär nicht an.


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Ankeraktionäre bleiben aber mit ihrer gewaltigen Kapitalbeteiligung sozusagen bei der Stange. Ihnen geht es normalerweise nicht um schnelle Renditen durch Aktienverkauf, sondern um Einfluss und Stabilität.

Klassischerweise handelt es sich um Stiftungen oder Gründerfamilien wie die Quandts und Klattens die 46,7% an BMW halten. Es kann aber auch ein Finanzinvestor sein. Cevian Capital aus Schweden beispielsweise ist mit 15,1% an Thyssen Krupp beteiligt. Ein Beispiel für die öffentliche Hand ist Niedersachen mit seinem 20,2% Anteil bei VW. Das Land wurde als Ankeraktionär Ende September von Porsche überholt. Die Stuttgarter stockten ihre Beteiligung auf 52,2% der Stammaktien auf.

Herausragende Unternehmenserfolge durch zwei Ansätze

Unternehmen mit einem Ankeraktionär haben zwei wesentliche Vorteile: Zum einen kommen sie besser durch Krisen. Zum anderen sind sie im Vergleich zu Unternehmen mit einfachem breiten Streubesitz meist erfolgreicher.

Die Ankeraktionärs-Unternehmen legten in den vergangenen 10 Jahren mit ihren Umsätzen überdurchschnittlich zu: BMW um 71%, VW um 121%, und in der jüngsten Krise wäre ein Fortbestand ohne Ankeraktionär kaum denkbar. Auch Thyssen Krupp hätte es ohne Cevian wohl nicht geschafft.

Offensichtlich ist nicht nur ein gutes Management ausschlaggebend. Was zählt ist das Ineinandergreifen von zwei Ansätzen: Einerseits das Management mit seiner quartalsorientierten Kurzfrist-Mentalität. Andererseits das langfristig ausgelegte strategische Interesse der Groß- bzw. Ankeraktionäre. Die wirken als Korrektiv wenn es beispielsweise darum geht, die Zukunft nicht durch kurzfristig ausgerichtete Kürzungen wichtiger Investitionen zu untergraben.

Stabile Größe für Firmen und Anleger

Ankeraktionäre denken eben nicht in den Kategorien von 5-Jahresverträgen, Vorstandsvergütungen und schnellen Erfolgen, wie häufig im Management der Fall. Ihr Interesse dient dem nachhaltigen Wohl ihres Eigentums, des Unternehmens und dem Aktienkurs. Ob sie mit ihrer jeweiligen Strategie richtig liegen, zeigt sich irgendwann auch an der Börse. Geht es bergab, sind schnell neue Konzepte gefordert.

Aus Sicht längerfristig orientierter Anleger stellt ein Ankeraktionär zumindest eine Größe dar, die für Halt sorgt und einen langen Atem garantiert – vorausgesetzt jedoch er bleibt am Ball.

Ankeraktionär nicht gleich Ankeraktionär

Anders als Gründerfamilien steigen gerade Finanzinvestoren schon mal unerwartet aus und verkaufen ihre Anteile mit Gewinn. Dies traf etwa vor drei Jahren zum Beispiel das M-Dax-Unternehmen Hugo Boss, als Finanzinvestor Permira Kasse machte. Was zunächst als Schock wirkte, erwies sich aber letztlich als Segen. Seit dem Kauf von Permira-Anteilen durch den italienischen Modehersteller Marzotto ist das Textilkerngeschäft wieder auf Linie und Hugo Boss auf Erfolgskurs.

Wie das Beispiel Boss und Permira zeigt: Ankeraktionär ist nicht gleich Ankeraktionär. Davon abgesehen zeigen Unternehmen mit diesen Beteiligungen keinen nennenswerten Vorsprung in Sachen Kursperformance. Hier zeigen sich keine Unterschiede zu anderen Unternehmen.

20. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.