Das bedeutet die Steuerreform 2017 für Sie

Um 6,3 Mrd. € sollen Steuerzahler im Jahr 2017 und 2018 insgesamt dank der neuen Steuerreform entlastet werden. Die Bundesregierung verfolgt damit das Ziel, die kalten Progression abzumildern und Eltern zu entlasten.

Doch was zunächst nach einer großen Gesamtsumme klingt, bedeutet für jeden Einzelnen aufs Jahr gerechnet einen unterschiedlichen Betrag. Dieser bleibt durch die Anhebung verschiedener Freibeträge übrig und variiert je nach Einkommen und Status. Besonders für Familien mit Kindern hat die Steuerreform ab Januar 2017 nennenswerte Effekte, gerade in niedrigeren Gehaltsklassen.

Diese 3 steuerlichen Neuerungen gibt es ab 2017:

1. Der Grundfreibetrag wird angehoben und beträgt ab 2017 für Ledige 8.820 € (Anhebung um 168 €) und im Jahr 2018 9.000 € (Anhebung um weitere 180 €). Für Verheiratete verdoppelt er sich.

2. Der Kinderfreibetrag wird 2017 um 108 € auf 7.248 € angehoben und 2018 dann nochmal um weitere 72 €. Auf diese Summe müssen Eltern zusätzlich zum Grundfreibetrag keine Steuern bezahlen.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


3. Da nur Eltern mit höheren Einkommen vom Kinderfreibetrag profitieren, soll auch das Kindergeld ab 2017 erhöht werden und zwar um 2  € pro Kind. Bei 192 € liegt dann ab Januar der Betrag für das erste und zweite Kind, bei 198 € für das dritte Kind und ab dem vierten und allen weiteren Kindern gibt es 223 €. Für Geringverdiener steigt zudem der Kinderzuschlag, von 10 € auf 170 € ab Anfang Januar 2017.

Bei der Steuerreform 2017 ist der Effekt für Großverdiener am geringsten

Für Singles ohne Kinder sind die Ersparnisse durch die Steuerreform ab 2017 relativ gering. Je höher das Einkommen ausfällt, desto geringer ist in Relation dazu die Steuerersparnis. Beispiel:

Jahreseinkommen bruttoErsparnis 2017 in €Ersparnis 2017 in %Ersparnis 2018 in €Ersparnis 2018 in %
30.000 €45 €1,10%109 €2,70%
40.000 €55 €0,80%136 €2,00%
50.000 €65 €0,70%171 €1,70%
60.000 €79 €0,60%218 €1,60%

Quelle: Bund der Steuerzahler

Wer Kinder hat, spart mehr, doch auch da gilt, dass die prozentuale Ersparnis geringer ist, je höher das Einkommen ausfällt. Für einen Alleinverdiener mit zwei Kindern sieht das folgendermaßen aus:

Jahreseinkommen bruttoErsparnis 2017 in €Ersparnis 2017 in %Ersparnis 2018 in €Ersparnis 2018 in %
30.000 €114 €9,50%238 €19,90%
40.000 €126 €3,90%270 €8,30%
50.000 €130 €2,40%286 €5,20%
60.000 €143 €1,70%323 €3,90%
100.000 €200 €1,20%441 €2,60%

Quelle: Bund der Steuerzahler

Neuerungen bei den Sozialbeiträgen ab 2017

Eine Belastung gibt es ab 2017 für Gutverdiener: Im Zuge der Beitragsbemessungsgrenze müssen nicht mehr auf 50.850 € Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden, sondern auf 52.000 €. Der Eintritt in die Private Krankenversicherung wird dadurch erschwert.

Wer zur Umstellung 2017 nur knapp über der bisherigen Grenze von 50.850 € verdient und zum Jahr 2017 keine Gehaltserhöhung bekommt, fällt in die gesetzliche Versicherung zurück.

Auch auf die Rentenbeiträge wirkt sich diese Erhöhung aus, da dann mehr Beiträge für einen Rentenpunkt nötig sind. Grund dafür ist die Neuberechnung des Durchschnittsgehalts, es beträgt ab 2017 37.103 €. Auf Basis dieses Durchschnittseinkommens berechnen sich die Rentenpunkte. Die Mehrzahlungen an dieser Stelle können die Steuersenkung gänzlich auffressen.

Getreu dem Motto „des einen Segen ist des anderen Fluch“ dürften also vor allem einkommensschwache Familien von der Steuerreform profitieren, während für Gutverdiener Einschränkungen bei Krankenkasse und Rentenbetrag anfallen.

29. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt