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Das Clearingsystem der Terminbörse – Ordnung und Rechtssicherheit

Das Clearingsystem an der Terminbörse sorgt für Sicherheit, Transparenz, möglichst niedrige Transaktionskosten und eine gerechte Risikoverteilung unter den Beteiligten. Damit wird ein reibungsloser Ablauf von Termingeschäften garantiert.

Clearingsystem ohne Vertragsrisiken

Sinn und Zweck des Clearingsystems zeigt sich am deutlichsten im Abgleich mit außerbörslichen Termingeschäften. Die finden unter Privatpersonen statt und werden anders als an der Terminbörse nicht Futures, sondern Forwards genannt.

Dabei schließen 2 Vertragspartner einen Vertrag über den Kauf bzw. Verkauf etwa von Aktien oder Devisen oder anderen Gütern ab, wobei die Vertragserfüllung zu einem vereinbarten späteren Zeitpunkt stattfindet.

Dies setzt natürlich voraus, dass die Beteiligten in der Lage sind, ihre Vertragspflichten auch zu erfüllen. Ob dies der Fall ist, zeigt sich natürlich erst, wenn Kaufpreis und Übergabe fällig sind. Es besteht also ein gewisses Bonitäts- und Erfüllungsrisiko.

Derartige Privatverträge haben zwar den Vorteil, dass man sie frei gestalten kann, dafür aber lassen sie sich im Notfall auch nur schwer weiterveräußern – sie haben eine geringe Fungibilität.

Rahmenbedingung für standardisierte Geschäfte

Ganz anders hingegen sieht es bei Futures an der Terminbörse aus. Anders als beim außerbörslichen OTC-Handel (over the counter) sind die Termingeschäfte standardisiert. Der Vorteil: Vertragspartner ist nicht irgendeine dritte Person, sondern direkt die Clearingstelle der Börse.

Sie bringt die Marktteilnehmer zusammen, schaut nach der Bonität, nimmt das Erfüllungsrisiko ab und sorgt insgesamt für einen reibungslosen Ablauf. Lieferung und Bezahlung sind damit gesichert – der Kunde ist auf der sicheren Seite.

Kurz gesagt: Das Clearingsystem sorgt für Sicherheit und Ordnung. Es schafft sie Bedingungen für einen ordnungsgemäßen und geregelten Börsenterminhandel. Auf keinen Fall aber mischt eine Clearingstelle im Eigeninteresse und auf eigene Rechnung bei Geschäften mit oder beeinflusst die Preisbildung.

Das Clearingsystem ist bei den verschiedenen Terminbörsen nach dem gleichen Prinzip aufgebaut. Ob also an der einen Börse von einer Clearingstelle oder anderen von einem Clearing-Haus gesprochen wird, macht keinen Unterschied.

Marginzahlung macht´s möglich

Die Beteiligten die in einem Clearingsystem hinter den Geschäften stehen, sind lizenzierte Mitglieder. Das sind durchweg anerkannte, kompetente Finanzdienstleister, die zahlungsfähig sind und eine Clearing-Lizenz besitzen. Alle Clearing-Mitglieder berichten am Ende eines Handelstages über die getätigten Transaktionen.

Bezahlt wird ein Clearingsystem vorwiegend durch Mitgliedergebühren. Kunden müssen zur Vertragsabsicherung zuvor eine Marginzahlung als Sicherheitsleistung erbringen. Gleichzeitig ist jedes Clearing-Mitglied verpflichtet, zur Teilnahme am Handel bei der Börsenabrechnungsstelle ein eigenes Marginkonto in Form eines Treuhandkontos zu führen.

Hier werden die Einschüsse bzw. Nachschüsse hinterlegt, sei es als Geld, Obligationen oder Aktien. Dies ist eine Rückversicherung gegen unvorhergesehen Schieflagen.

Das Clearingsystem ist an jeder Terminbörse die Institution, die Rechtssicherheit und Stabilität im Handel garantiert.

3. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.