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Das Eigenkapital der Personengesellschaften

Als Gesellschafter einer Personengesellschaft ist es wichtig zu wissen, wie die einzelnen Kapitalposten bilanziert werden und was mit ihnen geschieht. Der Anteil des Gesamtkapitals, der den Gesellschaftern des Unternehmens gehört – also nicht durch Kredite finanziert ist – gilt als Eigenkapital. Diese Geldmittel werden von den Gesellschaftern für den Unternehmenszweck unbefristet zur Verfügung gestellt.

Wie setzt sich das Eigenkapital einer Personengesellschaft zusammen?

Rechnerisch – auch zur späteren Feststellung des Bilanzgewinns – ergibt sich das Eigenkapital aus der Differenz zwischen Gesamtvermögen und Gesamtschulden. Im Gegensatz zu Kapital-gesellschaften, die ein fest vorgegebenes Konto ausweisen (Stammkapital bzw. Grundkapital), und deren Erträge und Verluste der Gewinn- und Verlustrechnung zugewiesen werden, wird bei einer Personengesellschaft unmittelbar das Eigenkapitalkonto verwendet.

Bei Personengesellschaften werden die Kapitalkonten variabel geführt. Das bedeutet, dass auf diesem Konto sofort Ein- und Ausgänge gebucht werden und jederzeit die Entwicklung des Eigenkapitalkontos abzulesen ist. Hierbei können alle Einlagen der Gesellschafter zusammengeführt ausgewiesen werden. Es bedarf keiner Trennung nach Herkunft des Eigenkapitals.

Die Notwendigkeit und Bedeutung von Eigenkapital

Eigenkapital ist nicht nur zur Finanzierung der eigenen unternehmerischen Tätigkeit notwendig, sondern dient auch Fremdkapitalgebern als Sicherheit. Die Höhe des Eigenkapitals ist eine wesentliche Komponente zur Bemessung der Kreditwürdigkeit einer Gesellschaft. Je größer das Eigenkapital ist, umso größer ist auch der finanzielle Spielraum.

Doch welche Art der Personengesellschaft ist für die Aufnahme von Fremdkapital geeignet? Diese Frage sollte am besten mit einem Rechtsanwalt geklärt und über einen Gesellschaftervertrag geregelt werden. Denn die wirtschaftlichen Risiken einer Finanzierung, gerade im Falle der gesamtschuldnerischen Haftung mit dem Privatvermögen, sollten nicht unterschätzt werden. Lediglich eine qualifizierte Rechtsberatung liefert eine gesicherte und solide rechtliche Basis zur Fortführung der gemeinsamen Geschäftsidee.

Die Bilanzierung von Eigenkapital einer Personengesellschaft

Die Bilanzierung des Eigenkapitals ist für Personengesellschaften nicht gesetzlich geregelt. Das Eigenkapital muss – sofern eine Bilanz erstellt wird – vom Fremdkapital jederzeit eindeutig unterschieden werden können. Positive und negative Kapitalanteile können zum Beispiel saldiert oder Kapitalanteile persönlich haftender Gesellschafter zusammengefasst werden.

Bei Personengesellschaften, die nach dem sogenannten Publizitätsgesetz (PublG) rechnungspflichtig sind, muss ein Jahresabschluss aufgestellt werden (§ 5 I PublG). Sie können verschiedene Posten zu einem Posten „Eigenkapital“ zusammenfassen (§ 9 III PublG).

Zuführung von Eigenkapital

Eigenkapital kann der Personengesellschaft entweder durch eine Beteiligungsfinanzierung oder durch Selbstfinanzierung zugeführt werden. Ersteres geschieht über eine Erhöhung der Einlagen der Gesellschafter oder durch die Aufnahme eines weiteren Gesellschafters, welcher dann Kapital mit einbringt. Die Selbstfinanzierung wird durch die Einbehaltung von erzielten Gewinnen erreicht. Hierfür verzichten die Gesellschafter auf eine Gewinnausschüttung.

4. Dezember 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.