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Das Ertragswertverfahren zur Unternehmensbewertung – noch zeitgemäß?

Wenn in der Vergangenheit in Deutschland die Bewertung eines Unternehmens anstand, so war das Ertragswertverfahren in der Regel das Mittel der Wahl. Und zwar sowohl für Gutachter als auch für Eigentümer und Investoren. Denn gerade bei Unternehmen ist häufig die zukunftsorientierte Wertermittlung aufschlussreicher als eine auf die Vergangenheit oder Gegenwart bezogene Wertermittlung.

Mehr zum Thema: Berechnung des Ertragswertes zur Bestimmung des Unternehmenswertes

Oft ist eine Wertermittlung dann von Interesse, wenn eine Veräußerung, Übernahme, Zerschlagung oder ein Börsengang im Raum steht. Und dann möchten die Investoren und Eigentümer wissen, ob das entsprechende Vorhaben samt Investitionen voraussichtlich rentabel sein wird oder nicht.

Mehr zum Thema: Was der Ertragswert über ein Unternehmen aussagt

Seit einigen Jahren ist in Deutschland aber das sogenannte Discounted-Cash-Flow-Verfahren (DCF-Verfahren) auf dem Vormarsch. Während es im anglo-amerikanischen Raum schon seit Jahren das am häufigsten angewandte Verfahren zur Unternehmensermittlung ist, ist es hierzulande erst seit 2000 richtig anerkannt. Fraglich für manche Eigentümer und Investoren ist daher, ob das altbewährte Ertragswertverfahren für Unternehmensbewertungen noch zeitgemäß ist.

Mehr zum Thema: Ermittlung Unternehmenswert: Das DCF-Verfahren

Ertragswertverfahren für Unternehmensbewertungen: besser oder schlechter?

Eine Entscheidung für oder gegen das Ertragswertverfahren bei Unternehmensbewertungen kann nicht pauschal als richtig oder falsch eingestuft werden. Wichtiger ist hingegen die Entscheidung dafür, welche Art der Wertermittlung man wünscht – also zum Beispiel, auf welchen Zeitraum sich diese beziehen und ob das gesamte Unternehmen oder nur ein Teilbereich bewertet werden soll.

Sowohl das DCF-Verfahren als auch das Ertragswertverfahren für Unternehmensbewertungen ist ein zukunftsorientiertes Gesamtverfahren zur Wertermittlung. Insofern sind sich die beiden Methoden in ihrer Funktion ähnlich. Denn beide nehmen anhand vergangener Unternehmensergebnisse prognostizierte Daten für künftige Jahre als Grundlage für die Wertermittlung.

Lediglich die Bezugsgröße unterscheidet sich. So orientiert sich das Ertragswertverfahren an künftig erwarteten Erträgen, während beim DCF-Verfahren diskontierte erwartete Cash-Flows verwendet werden. Der Rechenvorgang an sich unterscheidet sich zwar, insgesamt verläuft er aber recht ähnlich. Das wichtigste Entscheidungskriterium für oder gegen das Ertragswertverfahren für Unternehmensbewertungen ist daher, welchen Zweck die Bewertung erfüllen soll.

Soll die Wertermittlung dazu dienen, individuelle Entscheidungswerte zu ermitteln, so ist das Ertragswertverfahren besser geeignet. Soll allerdings der Marktwert eines Unternehmens ermittelt werden, so eignet sich das DCF-Verfahren besser. Auch die Unternehmensgröße kann eine Rolle spielen, denn für kleinere Unternehmen ist das DCF-Verfahren eher unpraktikabel.

Mehr zum Thema: Ertragswertverfahren und DCF-Verfahren: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

DCF-Verfahren: ergänzende Alternative

Sowohl das DCF-Verfahren als auch das Ertragswertverfahren können für Unternehmensbewertungen also zeitgemäß sein. Das DCF-Verfahren ist dementsprechend kein Ersatz für das Ertragswertverfahren, sondern eine Alternative und eine Ergänzung.

Für Gutachter, Investoren und Eigentümer stellt das DCF-Verfahren somit ein zusätzliches Instrument der Unternehmensbewertung dar. Im Einzelfall kann dies geeigneter als das bewährte Ertragswertverfahren sein, wodurch dieses jedoch nicht grundsätzlich unzeitgemäß oder nichtig wird.

8. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.