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Das Geldvernichtungs-Märchen: Wir spielen heute mal Monopoly

Sie handeln tagein, tagaus an den Börsen: Sie kaufen und verkaufen Aktien – mal machen Sie Gewinn, mal Verlust.

Aber haben Sie sich eigentlich jemals Gedanken darüber gemacht, woher das Geld eigentlich kommt, dass Sie verdienen?

Oder darüber, wohin das Kapital geht, wenn Sie Verluste machen?

Werden in einem Crash wirklich Milliarden von Euro oder Dollar vernichtet, wie die Medien immer suggerieren?

Um derart komplexe Themen besser verstehen zu können, ist es immer ratsam, sie so weit wie möglich zu vereinfachen.

Vermutlich haben Sie irgendwann einmal das Gesellschafts-Brettspiel Monopoly gespielt.

Hier spielen die Teilnehmer in einem Wirtschafts-System im Miniatur-Format. Daran orientieren wir uns zum besseren Verständnis einfach einmal:

Die Spielregeln

Wir konstruieren uns nämlich ein Börsen-System im Miniatur-Format.

In diesem existieren nur 4 Teilnehmer: die Firma Monopoly und die Investoren Meier, Schmidt und Schulze.

Die Monopoly AG hat 80.000 € auf dem Konto, die Investoren Meier, Schmidt und Schulze verfügen über jeweils 40.000 €.

Unser Börsen-System im Miniatur-Format (kurz: BiM) ist demnach mit insgesamt 200.000 € (80.000 + 40.000 + 40.000 + 40.000) kapitalisiert.

Das Spiel beginnt

Nun benötigt die Monopoly AG zur Expansion dringend Investitions-Kapital in Höhe von 20.000 €. Sie gibt daher 1.000 Monopoly-Aktien für insgesamt 20.000 € aus (entspricht 20 € je Aktie).

Anleger Meier übernimmt die komplette Emission und zahlt der Monopoly AG dafür 20.000 €.

Schauen wir doch gleich einmal auf die aktuellen Kontostände unseres BiMs:

Monopoly AG: 100.000 -1.000 Monopoly Aktien / Meier: 20.000 +1.000 Monopoly Aktien / Schmidt: 40.000 / Schulze: 40.000.


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Unser BiM enthält noch immer 200.000 € – zusätzlich wurden jedoch 1.000 Monopoly-Aktien erschaffen.

Bullenmarkt – Teil 1

Nach einiger Zeit verkauft Investor Meier die Monopoly-Aktien an Investor Schmidt für 30.000 €, also mit einem Gewinn von 10.000 €.

Schmidt geht nämlich davon aus, dass die Monopoly AG weiterhin gute Geschäfte macht und er die Aktien später noch teurer verkaufen kann.

Der Blick auf die Kontostände nach dieser Transaktion:

Monopoly AG: 100.000 -1.000 Monopoly-Aktien / Meier: 50.000 / Schmidt: 10.000 +1.000 Monopoly-Aktien / Schulze: 40.000.

Unser BiM enthält weiterhin 200.000 € + die 1.000 Monopoly-Aktien.

Bullenmarkt – Teil 2

Wiederum einige Zeit später verkauft Schmidt die 1.000 Aktien an Schulze für 40.000 €. Er glaubt, genug Gewinn (10.000 €) gemacht zu haben und erwartet, dass der Kurs nicht mehr viel weiter steigen wird.

Die Kontostände sehen nun wie folgt aus:

Monopoly AG: 100.000 -1.000 Monopoly-Aktien / Meier: 50.000 / Schmidt: 50.000 / Schulze: 0 +1.000 Monopoly-Aktien.

Unser BiM umfasst nach wie vor 200.000 € + die 1.000 Monopoly-Aktien.

Halten wir fest: Meier erwarb die Monopoly-Aktien für 20 € je Anteil. Als Schmidt diese übernahm, zahlte er dafür 30 € je Aktie. Schulze kaufte die Monopoly-Anteile schließlich zum Preis von 40 €.

Der Crash

Doch nun kommt es zum Crash, als die Monopoly AG eine massive Gewinn-Warnung ausspricht.

Der Kurs rauscht in den Keller und Schulze verkauft die Aktien wieder an Meier für 10.000 € bzw. für 10 € je Anteil. Schulze konnte die Verluste einfach nicht mehr ertragen und wollte zumindest noch einen Teil seines Vermögens retten.

So schauen die Kontostände nach dem Crash aus:

Monopoly AG: 100.000 -1.000 Monopoly Aktien / Meier: 40.000 +1.000 Monopoly-Aktien / Schmidt: 50.000 / Schulze: 10.000.

Es scheint kaum möglich: Aber in unserem BiM zirkulieren trotz Boom und Crash weiterhin nur 200.000 € + die 1.000 Monopoly-Aktien.

Fazit

Unser kleines Monopoly-Spielchen offenbart uns einige wichtige Erkenntnisse:

  • Der Aktienhandel, also das Auf und Ab an der Börse, fügt dem Finanzsystem keinen einzigen Euro hinzu und entzieht ihm auch keinen.
  • Dem System wird auch durch die Ausgabe von Aktien kein Geld hinzugefügt.
  • Der Kurs einer Aktie steigt und fällt allein aufgrund der Tatsache, dass die Investoren die Entwicklung einer Aktiengesellschaft und damit ihrer Aktie unterschiedlich einschätzen.
  • Aufgrund der Kursentwicklung an der Börse werden die Vermögen lediglich umverteilt. Tatsächlich können Sie auch sagen, dass in dem einen oder anderen Fall ein Anleger sein Vermögen oder Teile davon „vernichtet“.
  • Geld als solches wird jedoch auch in einem Crash nicht vernichtet.
  • Aktien bewegen sich in einem ewigen Zyklus mit Hausse (Aufwärtstrend) und Baisse (Abwärtstrend). Wer am Ende der Hausse die (hochpreisigen) Aktien im Depot hält, zahlt die Rechnung.
  • Doch Sie können noch mehr aus unserem Monopoly-Spiel mitnehmen: Wer auf einen Aufwärtstrend setzt, wie Investor Schmidt, kann davon ebenfalls profitieren.
  • Auch nach einem Crash besitzt einer der Markt-Teilnehmer die Aktien. Dies sind in aller Regel die Profi-Investoren, die von Börsen-Altmeister Kostolany so treffend als „starke Hände“ bezeichnet wurden. Sie werden in der nächsten Hausse für ihren Mut belohnt, für Aktien noch Geld gezahlt zu haben, als kein anderer sich das traute.

Wenn Sie in den Medien also im nächsten Crash wieder einmal den martialischen Satz von der Geldvernichtung hören oder lesen, dann wissen Sie, dass dies falsch ist.

Tatsächlich werden allenfalls Vermögen vernichtet. Sie wissen aber, dass es auch dann Gewinner gegeben hat.

Über die schreibt dann nur keiner….

30. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.