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Das Goldverbot in den USA

1929 wurden die USA von einer schweren Wirtschaftskrise getroffen, der sogenannten Great Depression.

Als Auslöser wird im Allgemeinen der Crash der US-Börse im Oktober 1929 gesehen. Das Ende der Krise war erst Anfang der 1940er Jahre erreicht.

1933 erließ der damalige US-Präsident Franklin D. Roosevelt ein Goldverbot. Dieses Verbot bestand 41 Jahre lang und wurde erst 1974 aufgehoben.

Mehr dazu: Goldverbot USA: Droht eine Neuauflage von 1933?

Der Weg zum Goldverbot in den USA

In den 1920er Jahren boomte die Wirtschaft der USA. Gerade die Konsumgüterproduktion und die landwirtschaftliche Produktion hatten enorme Wachstumsraten zu verzeichnen.

Problematisch daran war, dass es gleichzeitig eine ungleiche Vermögensverteilung gab und viele Menschen sich ihren Konsum nur über Kredite finanzieren konnten.

Als im Oktober 1929 die Wirtschaftskrise durch den Börsencrash ausgelöst wurde, war es mit der großzügigen Kreditvergabe und dem ungezügelten Konsum schnell vorbei.

Die Wirtschaft hatte große Umsatzeinbrüche hinzunehmen, die Arbeitslosenzahl stieg, es wurde seitens der Konsumenten weniger Geld ausgegeben und viele Anleger hoben ihr Erspartes ab.


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Das Bankensystem wurde insgesamt stark geschwächt, die Kreditvergabe sowohl an Unternehmen als auch an Privatpersonen stark eingeschränkt.

So verringerte sich das in Umlauf befindliche Geld immer weiter, wodurch es unmöglich wurde, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.

Mehr dazu: Das strategische Dilemma der US Notenbank führte zum Goldverbot

Goldverbot zur Geldmengenerhöhung

Zu dieser Zeit gab es in den USA den sogenannten Goldstandard. Vereinfacht bedeutet dies, dass ein Land nur über eine Geldmenge verfügt, die dem Goldbestand entspricht.

Will eine Notenbank in dieser Situation mehr Geld in Umlauf bringen, geht dies also nur in begrenztem Umfang. In den USA war dieser Spielraum zu Beginn der Wirtschaftskrise bereits ausgereizt.

Um der wirtschaftlichen Entwicklung entgegenwirken zu können, musste also die Geldmenge erhöht und deshalb mehr Gold eingelagert werden.

Zuvor waren die Bestände bereits geschrumpft, da viele Amerikaner zu Beginn der Wirtschaftskrise ihr Bargeld in Gold anlegten.

Die Lösung war einfach: Am 1. Mai 1933 trat das Goldverbot in den USA in Kraft.

Mehr dazu: Numismatische Sammlermünzen: Schützen sie vor einem erneuten Goldverbot?

Die Durchsetzung des Goldverbots

Es wurde angeordnet, dass das gesamte private Gold innerhalb von 14 Tagen zu einem festen Kurs von 20,67 US-Dollar pro Feinunze eingetauscht werden musste.

Davon ausgenommen war für Privatbesitzer lediglich Gold im Gegenwert von 100 US-Dollar. Auch für industrielle Zwecke durfte Gold weiterhin verwendet werden.

Im Zuge der Durchsetzung des Goldverbots wurden vielfach Bankschließfächer versiegelt und erst im Beisein ein Steuerbeamten geöffnet.

Wurde Gold nicht freiwillig abgegeben, sondern auf diese Weise entdeckt, wurde der Besitzer ersatzlos enteignet. Es drohten zudem Geld- und Gefängnisstrafen.

Schätzungen besagen, dass durch das Goldverbot allein 1933 rund 500 Tonnen Gold in die Tresore der US-Notenbank gelangten.

Die Proteste aus der Bevölkerung hielten sich in Grenzen. Das lag in erster Linie daran, dass die wenigsten Bürger einen Goldbestand jenseits der 100-Dollar-Grenze hatten.

Wären mehr Bürger betroffen gewesen, wäre es am 31. Januar 1934 vermutlich zu einem größeren Aufschrei gekommen.

An diesem Tag hob die Regierung den Goldpreis an: Statt 20,67 US-Dollar je Feinunze lag der Preis nun bei 35,00 US-Dollar.

14. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.