von Janne Joerg Kipp

Das ideale Depot zur Finanzkrise - Tipps für die Vermögensaufteilung

Anleihen sind falsch.

Die ideale Geldanlage - maßgeschneidert auch für die Krise - wäre gut. Hier eine Skizze.

Die Finanzkrise geht weiter und wird sich jetzt unmittelbar zuspitzen. Die Zeichen lassen sich kaum übersehen, wenn man nicht absichtlich wegsehen möchte. Dies wiederum können wir Ihnen nur empfehlen, wenn Sie bereits gesichert sind. Ansonsten warnen wir vor Ratschlägen wie aus einem Finanzmagazin, in dem das ideale Depot für Ihr Vermögen passend zur Finanzkrise aufgezeigt wird. Dieses Depot ist nicht ideal.

Anleihen: der große Fehler

Das Depot enthält Anleihen. Alleine dieser Umstand ist für die kommende Finanzkrise der Fehler schlechthin. Die Gelddruckerei in der Eurozone hat jetzt noch einmal zugenommen. Damit aber steigt die Gefahr der Inflation fast schon stündlich.

Anleihen sind Geldschulden, die Ihnen die Schuldner in späteren Jahren zurückzahlt. Ist das Geld dann weniger wert, haben Sie Kaufkraft verloren. Die Idee dazu ist ausgesprochen einfach. Umso unverständlicher, wenn das ideale Depot immer noch Anleihen enthält.

Darin befinden sich sogar insgesamt 4 verschiedene Anleihen. Der Gesamtantiel der Anleihen am Depot beträgt 50(!)%. Ein großer Fehler.

Aktien: 16% - der zweite Fehler

Aktien finden sich in diesem Depot nur zu 16%. Dies ist der zweite Fehler bei der Zusammenstellung des Ideal-Depots. Tagesgeld umfasst einen Depotanteil in Höhe von 18%, Gold ist mit 15% dabei.

Im Grunde genommen ist alles Meinungs- und Geschmackssache. Hier aber ist der Fehler objektiv. Zusammen mit 50% Anleihen vergrößert alleine das Tagesgeld den gesamten "Geld"bestand auf 68%. Zieht die Inflation auf 5% an, wird das Depot Jahr für Jahr 5% * 0,68 weniger wert sein, also 3,4% nur aufgrund der Inflation verlieren.

Diese Rechnung wird nicht in Ihrem Sinn sein. Daher stellen wir ein Ideal-Depot anders zusammen:

  • Investieren Sie etwa 50% mindestens in Aktien. Die Sachwerte werden in der inflationären Phase gewinnen.
  • Investieren Sie wie hier vorgeschlagen tatsächlich (auch: maximal) 15% in das gelbe Edelmetall Gold.
  • Investieren Sie einen Teil des Restvermögens in Immobilien: entweder in die selbst genutzte Wohneinheit oder in Immobilienaktien respektive offene Immobilienfonds wie den oft vorgestellten "HausInvest".
  • Halten Sie soviel Geld vorrätig, wie Sie für einen oder zwei Monate für den Alltag benötigen.

Konkrete Hinweise dazu: Unsere Lieblingsaktien bleiben die Werte von Unternehmen mit hoher Substanz. Dazu zählen diejenigen, die eine vergleichsweise hohe Eigenkapitalquote haben und/oder ihren Markt beherrschen.

GeVestor meint: Ein Beispiel ist die Schweizer Nestlé. Der Nahrungsmittelkonzern weist nicht nur stets steigende Kurse aus, sondern vor allem stabile Gewinne und einen weltweit erzielbaren Umsatz. Bei einer Lebensmittelkrise wird das Großunternehmen sogar die Preise selbst - weitgehend - setzen können. Damit geht die Krise faktisch an den Schweizern vorbei. Wenn Sie aktuell kaufen: bleiben Sie über einen längeren Zeitraum dabei.

 
 
Bildquelle: psdesign1 - Fotolia

Autor:

Janne Joerg Kipp

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage. Aktuelle Hinweise und Empfehlungen zur Vorsorgeoptimierung erhalten Unternehmer und Entscheider im kostenlosen Newsletter Wirtschaft Vertraulich.