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Das Kursrisiko: Marktzinsen im Auge behalten

Bei einer Anleihe muss zwischen Nennwert und Kurswert unterschieden werden.

Den Nennwert bekommt man am Ende der Laufzeit zurückgezahlt, und der Kurswert stellt – in % ausgedrückt – den jeweils aktuellen Preis dar, für den eine bereits emittierte Anleihe an der Rentenbörse gekauft oder verkauft werden kann.

Mehr dazu: Nützliche Tipps und Tricks rund um die Anleihe.

Wenn eine Anleihe mit einem festen Zinssatz ausgestattet ist, können Nenn- und Kurswert auseinandergehen.

Der Grund: Wenn sich die Zinsen am freien Markt ändern, muss sich die Rendite der Anleihe zwangsläufig anpassen, wenn ein neuer Käufer gefunden werden soll. Und das geschieht, indem sie entweder über oder unter dem Nennwert verkauft wird.

Beispielrechnung: Kursveränderungen verstehen können

Dazu eine vereinfachte Beispielrechnung, die das Schema der Kursveränderungen deutlich machen wird:

Eine Anleihe mit 5 Jahren Laufzeit wird zum Kurs von 100% und einem Festzins von 5% herausgegeben, was in der Risikoklasse des Emittenten dem aktuellen Marktzins entspricht. Ein Jahr später ist der Marktzins für Anleihen mit einer Restlaufzeit von 4 Jahren auf 6% pro Jahr gestiegen.

Da die Anleihe selbst nur 5% Zinsen bringt, muss über die Kurssteigerung bis zur Fälligkeit der Rest der Rendite erwirtschaftet werden.

Das ergibt bei einer Restlaufzeit von 4 Jahren und einer Zinsdifferenz von 1% pro Jahr einen Kurs von 100 minus 4 = 96%.


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Wichtig: Wenn die Zinsen steigen, fallen die Anleihenkurse.

Wenn zu diesem Zeitpunkt verkauft werden muss, schmälert der Kursverlust die Rendite – bei starken Zinssprüngen kann der Kursverlust sogar höher als der Zinsertrag sein.

Daher sollte sich in einer solchen Situation überlegt werden, ob die Anleihe nicht doch lieber bis zum Tilgungstermin gehalten werden wollte, um dann 100% des eingesetzten Kapitals zurückzubekommen.

Umgekehrt können bei sinkendem Zinsniveau Kursgewinne erzielt werden, die zudem nach Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist völlig steuerfrei bleiben.

Diese Kursgewinne fallen dann um so höher aus, je länger die Restlaufzeit der Anleihe ist.

Kursrisiko ausgleichen heißt Marktzinsen im Blick behalten

So ergeben sich verschiedene Verhaltensalternativen – je nachdem, ob das eingesetzte Geld in einer Niedrig- oder in einer Hochzinsphase in Anleihen investiert werden will.

Mehr dazu: Anleihen: Richtig bewerten leicht gemacht.

In Niedrigzinsphasen werden Anleihen gekauft, die bis zur Fälligkeit auch behalten werden können.

Die Restlaufzeit sollte ebenfalls 2 Jahre betragen, wenn das Geld beispielsweise für 2 Jahre festgelegt werden kann.

Die Gleitzinsanleihe als Vorteil bei niedrigen Marktzinsen

Praxis-Tipp: Eine Alternative in Zeiten niedriger Marktzinsen ist die Gleitzinsanleihe, bei der der Zinssatz an die Marktentwicklung angepasst wird.

Hierbei ergeben sich 2 Vorteile:

  1. Beim Ansteigen des Marktzinses müssen keine Kursverluste befürchtet werden.
  2. Der Zinssatz wird in solchen Fällen automatisch angepasst – sprich: erhöht.

In Hochzinsphasen kann man also darauf spekulieren, dass in absehbarer Zeit die Zinsen wieder fallen werden.

Daher sollten Anleihen mit Festzins und langen Restlaufzeiten bevorzugt werden.

Achtung: Nicht vergessen werden darf, dass Unternehmensanleihen mit langer Restlaufzeit ein erhöhtes Risiko bergen. Für Zinssenkungsspekulationen sollte gegebenenfalls eher auf Pfandbriefe oder Bundesanleihen umgestiegen werden.

5. Februar 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.