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Das müssen Rentner über die Einkommensteuerberechnung wissen

Viele Arbeitnehmer zahlen jahrzehntelang brav ihre Steuern und dann tritt der wohlverdienten Ruhestand ein. Doch mit der Ruhe ist es bei vielen nicht mehr weit her, seit das Alterseinkünftegesetz immer mehr Rentner betrifft.

Dieses Gesetz sieht vor, dass bis zum Jahr 2040 die Steuerbelastung für Rentner schrittweise angehoben wird. Der Startschuss fiel 2005 – seitdem müssen 50% der staatlichen Rentenleistungen versteuert werden. Bis zum Jahr 2040 sollen es 100% sein.

Dadurch sehen sich viele Rentner neuerdings mit dem Thema der Einkommensteuerberechnung konfrontiert und fürchten um ihre Altersbezüge.

Das Alterseinkünftegesetz im Überblick

Das Alterseinkünftegesetz wurde ins Leben gerufen, da das Bundesverfassungsgericht eine Ungleichbehandlung von Rentnern und Pensionären feststellte. Die Regierung wurde zum Handeln aufgerufen und setzte dies auch in die Tat um. Das Ergebnis ist das Alterseinkünftegesetz.

Demnach müssen Rentner, die 2005 in Rente gegangen sind, 50% ihrer Altersbezüge versteuern. Dieser Prozentsatz wird nun schrittweise angehoben. Bis 2020 kommen pro Jahr 2% hinzu und danach pro Jahr 1%. Im Jahr 2040 werden dann die vollen 100% erreicht.

Zu beachten ist dabei, dass für jeden Rentner stets der gleichbleibende Prozentsatz gilt. Wer also 2008 in Rente ging, muss lebenslang 56% der Bezüge versteuern. Der individuelle Satz wird nicht angehoben, sondern richtet sich immer nach dem Eintritt ins Rentenalter.

Freibeträge müssen beachtet werden

Rentner werden also zunehmend wie Arbeitnehmer behandelt und müssen demnach ihr Einkommen – die Rente – besteuern. Doch auch für Rentner gelten die Steuerfreibeträge, die bei der Einkommensteuerberechnung berücksichtigt werden.

Dieser Freibetrag wird immer wieder angepasst. Für das Jahr 2016 liegt er bei 8.652 € für Alleinstehende, bei Verheirateten verdoppelt sich dieser Betrag auf 17.304 €.

Die Freibeträge bedeuten, dass bis zum Erreichen dieser Grenzen keine Einkommensteuer gezahlt werden muss. Wer im Jahr 2016 also weniger als 8.652 € „Einkommen“ hatte, bleibt von der Steuer befreit.

Dieser Freibetrag wird noch mit den oben erläuterten Prozentsätzen kombiniert. Man muss also zunächst schauen, wie viel Prozent des Einkommens man grundsätzlich versteuern müsste (beispielsweise 50% bei Rentenbeginn in 2005) und zieht dann von dem Ergebnis den Freibetrag ab.

Was sonst noch zu beachten ist

Das Grundprinzip hinter der Besteuerung der Rente ist also zunächst recht einfach. Es gibt jedoch einige Aspekte, die gegebenenfalls beachtet werden müssen.

Wer grundsätzlich Steuer auf seine Rente zahlen müsste, kann beispielsweise verschiedene Pauschbeträge und Sonderausgaben geltend machen, die das zu versteuernde Einkommen schmälern. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung gehören beispielsweise dazu.

Besonderheiten gibt es auch bei Rentnern, die trotz ihres Ruhestandes noch Einkünfte neben der Rente haben – sei es aus einer Erwerbstätigkeit, aus Kapital oder anderen Quellen.

Wenn man als Rentner also aufgefordert wird, eine Einkommensteuererklärung abzugeben, so bietet es sich an, professionellen Rat einzuholen. Für einen ersten Einblick bieten Finanzämter mitunter auch Rechner an, die die Einkommensteuerberechnung für Rentner erleichtern.

14. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.