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Das ROI-Schema und dessen Anwendung in der Praxis

Für kleine, mittlere und große Unternehmen gibt es eine einfache Möglichkeit, die Gesamtkapitalrentabilität im Blick zu behalten. Das ROI-Schema geht auf das DuPont-Schema aus dem Jahr 1919 zurück, wodurch es als eines der ältesten Kennzahlensysteme überhaupt gilt.

Mehr zum Thema: ROI Definition – was ist der ROI?

Ziel und Zweck des Schemas ist die Ermittlung der Ertragsrate des investierten Kapitals (Gesamtkapitalrentabilität), auch Return on Investment (ROI) genannt. Der Vorteil des ROI-Schemas ist vor allem dessen Übersichtlichkeit. Wichtige Bilanzkennziffern wie Umsatz, Gewinn und investiertes Kapital lassen sich leicht ablesen und nachvollziehen.

ROI-Schema: Einsatz in der Praxis

Damit lässt sich auch das Zustandekommen anderer Größen wie Umsatzrendite, der Deckungsbeitrag oder der Kapitalumschlag relativ einfach zurückverfolgen. Das ROI-Schema dient auch dazu, die Schwächen und Stärken eines Unternehmens aufzudecken. Aus ihm lassen sich somit auch Ansätze für Verbesserungen oder Änderungen im Geschäftsprozess ableiten. Damit kommt dem ROI-Schema auch eine gewisse Planungs- und Kontrollfunktion zu.

Mehr zum Thema: Der Return on Investment als Investitionsentscheidung

In der Praxis werden im ROI-Schema ausschließlich monetäre Kennziffern verwendet, um klare Ergebnisse für die Unternehmensführung abzuleiten. Dabei steht insbesondere das Ergebnis pro eingesetzte Kapitaleinheit im Vordergrund, um zum Beispiel Investitionen untereinander vergleichen zu können.

ROI-Schema – der Treiberbaum

Das ROI-Schema ist für gewöhnlich beginnend mit dem Return on Investment (ROI) in einer Baumstruktur aufgebaut. Es teilt sich dabei in die 2 Ebenen Umsatzrendite und Kapitalumschlag, die miteinander zu multiplizieren sind, um die Gesamtkapitalrentabilität zu ermitteln.

ROI_Schema_Gevestor

Die Umsatzrendite in der dritten Ebene wird durch das Verhältnis zwischen Umsatz und Gewinn errechnet. In der vierten Ebene des ROI-Schemas findet sich die Differenz zwischen Aufwand und Erlöse, die zum Deckungsbeitrag führt (Erlöse – variable Kosten). In der fünften Ebene wird meist der betriebliche Aufwand (Vertriebs-, Verwaltungs- und Fertigungskosten) dargestellt.

Auf der anderen Seite des ROI-Schemas wird der Kapitalumschlag abgebildet. Die Berechnung erfolgt dadurch, dass der Umsatz durch das investierte Kapital geteilt wird.

Das Kapital besteht wiederum durch das Anlage- und Umlaufvermögen, welches sich durch liquide Mittel, Forderungen und Vorräten zusammensetzt. Das Anlagevermögen besteht in der Regel aus Immobilien, Sachanlagen, Beteiligungen, aber auch immaterielle Vermögenswerte wie Patente.

Vor- und Nachteile des ROI-Schemas

Beim ROI-Schema steht nicht die Gewinnmaximierung, sondern die Messung der Gesamtrentabilität im Vordergrund. Durch die Aufspaltung der verschiedenen Kosteneinflussfaktoren und der Auflösung des Kapitalumschlags ist eine genauere Analyse einzelner Kostenfaktoren und des Gewinns möglich.

Allerdings sollte der ROI nicht als einziger Gradmesser bei Investitionsentscheidungen herangezogen werden, denn beim ROI finden ausschließlich monetäre Einflussfaktoren Berücksichtigung. Andere äußere Faktoren wie Marktrisiken, Kundenzufriedenheit und Konjunkturlage bleiben unberücksichtigt. Dadurch lässt sich durch das ROI-Schema allein kein vollständiges Bild vom Unternehmen ableiten.

21. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands