Wie wenig Wissen heutzutage die meisten Experten speziell über die Deflation haben, das zeigen deren Äußerungen.
Blickt man nach der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 sowie der Eurokrise des Jahres 2010 auf die Medienlandschaft, dann sieht man überall nur Inflationswarnungen.
Ob Bild, Spiegel oder Focus, die Massenmedien sind sich offenbar einig, dass eine »Hyperinflation« kommen wird. In diesen Chor stimmen fast alle Experten mit ein. So warnte beispielsweise der amerikanische Investmentexperte Jim Rogers vor einer »extrem ernsten« Inflationsgefahr.
Der Wirtschaftswissenschaftler Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), erwartete schon Anfang 2009 eine kräftige Geldentwertung in Deutschland. »Schon in einigen Monaten wird die Inflation deutlich nach oben schießen«, wurde er zitiert.
Dasselbe gilt für Crash-Propheten wie Roland Leuschel und Claus Vogt, die ebenfalls Ende 2009 vor einer dramatischen Inflation warnten: »Wir erwarten in den kommenden Jahren hohe Inflationsraten und sehen sogar das Gespenst einer Hyperinflation.«
Wichtig ist hier festzustellen, dass die Medien sich auf ein Szenario festgelegt haben und das Deflationsproblem meist negieren. Dasselbe auf dem Buchmarkt: Nach der Finanzkrise von 2008 und 2009 überschwemmten Bücher über Inflation regelrecht den Markt.
Während eine Flut an Titeln wie Die Inflation kommt oder Sprengsatz Inflation. Können wir dem Staat noch vertrauen? erschienen, wurde das Thema Deflation überhaupt nicht abgehandelt.
Das Thema Inflation wird darüber hinaus in Dutzenden Büchern zum Thema Gold oder Staatsbankrott erörtert. Keines jedoch behandelt das Thema Deflation. Und wenn, dann eher als Randthema, dem keine Bedeutung zugemessen wird.
Ein Grund, warum über die Deflation sowohl in Fachartikeln als auch in Büchern so wenig geschrieben wird, liegt sicher darin, dass so gut wie niemand dieses Phänomen kennt.
Selbst Finanzexperten kennen die Gefahren der Deflation nicht
Die letzte Deflation liegt 80 Jahre zurück, sodass kaum jemand diese Zeit noch bewusst miterlebt hat, und so geriet diese Krisenform immer mehr in Vergessenheit.
Wie wenig die Medien und die meisten Journalisten über das Problem Deflation wissen, das zeigt folgendes Beispiel einer Leserinnenanfrage an die Zeitschrift Finanztest Ende 2009:
Katharina S. aus Köln: »Sie schreiben immer nur über Inflationsschutz. Aber wie kann ich mein Geld vor Deflation schützen?«
Finanztest: »Deflation heißt, dass die Preise flächendeckend und lang anhaltend fallen. Das, was Sie heute nicht kaufen, bekommen Sie morgen billiger. Ihr Geld wird quasi von alleine immer mehr wert. Ein Schutz ist daher nicht notwendig.«
Die Zeitschrift hat das Problem gar nicht erkannt und meint irrig, wenn der Geldwert in einer Deflation steige, dann wäre dies für die Menschen vorteilhaft und man müsse sich nicht absichern.
Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Gerade in einer Deflation gehen Unternehmen bankrott, werden Lebensversicherungen zahlungsunfähig, schließen die Bankschalter und das persönliche Vermögen ist verloren.
Das ist die harte Realität in einem deflationären Umfeld. Weitere Einschätzungen zu Deflation und Inflation lesen Sie gleich morgen an dieser Stelle.



