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Das Schweizer Bankenwesen: Tradition und Gegenwart

Die Schweiz ist in der heutigen Zeit als Finanzzentrum allgegenwärtig. Nicht nur wegen des Bankengeheimnisses, der Steueraffären oder der Finanzkrise taucht der Finanzstandort Schweiz in den Medien auf. Wie ist dieser Finanzplatz entstanden und wie hat es das kleine Land geschafft, weltweit Dreh- und Angelpunkt für vermögende Privatleute und Unternehmen zu werden?

Die Schweiz als zentraler Finanzplatz Europas

Die Schweiz hat schon relativ früh ein funktionierendes Bankenwesen etablieren können. In Zeiten der Renaissance hatte sich bereits die Basler Staatsbank um das Anlagevermögen der französischen Könige gekümmert.

Trotz dieser historischen Grundlage entwickelte sich das Schweizer Bankenwesen der heutigen Form erst vor rund 100 Jahren. Die Furcht vor Inflation sowie politische Unsicherheit in weiten Teilen Europas veranlasste viele europäische Bürger dazu, ihre Gelder in die Schweiz zu bringen.

Grund hierfür war schon damals die politische Stabilität und Unabhängigkeit der Schweiz (Neutralität) sowie die recht sichere Währung. Sicherlich hat sich dies durch die Euro-Einführung etwas gewandelt, und der Euro ist mittlerweile neben dem Dollar ebenfalls eine sehr robustere Währung.


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Im Zuge des freien internationalen Kapitalverkehrs ist es seit Ende der 1970er Jahre auch für Privatleute leicht möglich, ihr Vermögen in die Schweiz zu überweisen. Der Schutz der finanziellen Privatsphäre, Steuervorteile, die hohe Qualität der staatlichen Aufsicht und die Qualität der Finanzdienstleistung sind wichtige Alleinstellungsmerkmale für den Standort Schweiz.

Obwohl die Schweiz im Bereich Private Banking einen hohen Stellenwert hat, hat sich London als europäisches Zentrum für das Investmentbanking etabliert. Hier haben sich viele namhafte Bankinstitute und Handelshäuser etabliert und spielen im großen Investmentmarkt die zentrale Rolle.

Das Schweizer Bankgeheimnis

Für den Erfolg des Schweizer Finanzplatzes wird häufig das Bankgeheimnis der Schweiz als Argument gebracht. Die Schweiz spricht hierbei von dem Bankkundengeheimnis und verbürgt sich für den Schutz der ökonomischen Privatsphäre ihrer Kunden. Dies geht sogar so weit, dass auch staatliche Anfragen anderer Nationen mit dem Verweis auf das Schweizer Bankkundengeheimnis abgelehnt werden.

Historisch hat sich das Bankgeheimnis in der Schweiz weniger formell als vielmehr auf kultureller Basis entwickelt. Es gehörte zum guten Ton die wirtschaftlichen Informationen über Personen verdeckt zu halten. Erst durch das „Bundesgesetz über die Banken und Sparkassen“ von 1935 wurde das Bankgeheimnis schriftlich verabschiedet.

Doch mittlerweile schmilzt die Ansicht, das Bankgeheimnis würde zum Schutz der Person beitragen. Durch hinterzogene Steuergelder, Schwarzgeldkonten, Konten von Diktatoren etc. wächst der Druck anderer Nationen auf die Schweiz.

Durch den Druck von Bundesfinanzminister Schäuble und der zugelassenen Strafbefreiung durch Selbstanzeige wurde eine Kettenreaktion ausgelöst. Deutsche Staatsbürger lösten ihre Konten in der Schweiz auf und zeigten die Steuerhinterziehungen an. Auch der Ankauf von Steuer-CDs aus der Schweiz trägt dazu bei, dass das Bankkundengeheimnis weiter im Fokus der Öffentlichkeit steht und großer Kritik ausgesetzt ist.

Zukunftsperspektiven für das Schweizer Bankenwesen

Das Bankkundengeheimnis wird sicherlich nicht verschwinden, aber es wird einen tiefgreifenden Wandel, vorrangig in Steuerfragen, geben. Dies hängt damit zusammen, dass die Schweiz dem großen Druck aus Europa nicht ewig standhalten kann, sondern mit anderen Qualitäten die Standortvorteile zu Gunsten anderer Kriterien verschieben muss.

Auch der Druck der USA (die amerikanische  Regierung drohte der UBS mit dem Entzug der US-Banklizenz), gegen steuerflüchtige Bürger vorzugehen, ist sehr groß geworden. So wurde ein gemeinsames Abkommen unterzeichnet, welches allerdings noch auf eine detaillierte Ausfertigung wartet. Hier geht es dann um die konkreten Informationen wie hoch die Steuerbußen der US-Steuersünder auf entsprechenden Konten sein sollen.

Durch dieses Vorgehen wird das Bankkundengeheimnis immer wieder durchlöchert und auch andere Staaten wie Österreich, Luxemburg, Liechtenstein, Monaco oder Andorra werden sich diesem Druck über kurz oder lang beugen müssen. So erscheint es auch nicht unrealistisch, dass zukünftig ein elektronischer Datenabgleich automatisch grenzüberschreitend vorgenommen wird. Beispiele wie Uli Hoeneß werden auch den Druck der Öffentlichkeit nicht abnehmen lassen.

14. April 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.