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Das sind die 2 wichtigsten Frühindikatoren

Viele Anleger sind überfordert angesichts der täglich veröffentlichten Datenflut. Hier den Überblick zu behalten, fällt auch Experten nicht immer ganz leicht. Dabei reagieren Marktteilnehmer meist unmittelbar auf die Präsentation des so genannten Ifo-Geschäftsklima-Index oder die ZEW-Konjunkturerwartungen. Doch was verbirgt sich dahinter?

Bei den wichtigsten Frühindikatoren ragen die Daten aus den Vereinigten Staaten heraus. Sie gelten als richtungsweisend, da die USA immer noch die größte Volkswirtschaft der Erde ist. Natürlich sind für die deutschen Anleger auch die heimischen Frühindikatoren von besonderem Interesse. In jedem Fall sind sie für Anleger wichtig, da sie als Vorboten der zukünftigen Entwicklung der Börsen gelten.

Frühindikatoren definieren sich auch dadurch, dass sie auf Grundlage von Befragungen über die Zukunftserwartungen erstellt werden. Sie zeigen relativ früh an, wie sich die Wirtschaft wahrscheinlich in ihrem weiteren Verlauf entwickeln wird.

1. Der Ifo-Geschäftsklima-Index: Erwartungen von Unternehmen

Den Ifo-Geschäftsklima-Index gibt es seit 1972. Unter deutschen Marktteilnehmern gilt er als der Frühindikator schlechthin. Zu dessen Ermittlung berichten dem Ifo-Institut jeden Monat rund 7.000 Unternehmen aus Bau- und verarbeitendem Gewerbe, aus Groß- und Einzelhandel.

Bei der Befragung geben die Unternehmen anhand von 20 Fragen nicht nur mit „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ Auskunft über ihre gegenwärtige Geschäftslage, sondern erklären auch, was sie mit „günstiger“, „gleich“ oder „ungünstiger“ für das nächste halbe Jahr erwarten. Der Index wird monatlich jeweils am vierten Montag eines Monats veröffentlicht.

2. Die ZEW-Konjunkturerwartungen: Erwartungen von Finanzexperten

Wie der Ifo-Index werden die ZEW-Konjunkturerwartungen monatlich erhoben. Bei der entsprechenden Umfrage sind jedoch nur Finanzexperten wie beispielsweise Aktienhändler, Analysten und Volkswirte beteiligt. Diese werden vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim befragt.

Die rund 300 Teilnehmer messen neben ihren Prognosen an die konjunkturelle Entwicklung für die nächsten sechs Monate auch eine Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage abgeben. Der „Index der Konjunkturerwartungen“ ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Prognosen.

Wenn beispielsweise 35 % der Analysten glauben, es geht aufwärts, und 40 %, die Situation wird schlechter, dann beläuft sich der Indikator auf minus fünf Punkte. Darüber hinaus ermittelt das ZEW einen so genannten Lageindex, der die Einschätzungen zur bestenden Situation widerspiegelt.

Da die Anzahl der Befragten nicht besonders groß ist, sind die Daten des ZEW schwankungsanfälliger als die des Ifo-Instituts. Marktexperten warnen daher regelmäßig vor allzu eiligen Rückschlüssen. Das Umfrageergebnis kann durch die täglich wechselnde Stimmung am Finanzmarkt verzerrt werden. Das Börsen-Barometer gilt aus diesem Grunde eher als Gradmesser der Stimmung – weniger als verlässlicher Konjunkturindikator.

Für Anleger sind Frühindikatoren wie der Ifo-Geschäftsklima-Index oder die ZEW-Konjunkturerwartungen von großem Interesse. Denn an ihnen lässt sich die wahrscheinliche kurz- bis mittelfristige (1 bis 6 Monate) Entwicklung der Märkte ablesen. Im Vorfeld eines Investments können sie auch Privatanleger dabei unterstützen, falsche Entscheidungen zu vermeiden.

5. März 2015

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.