Das sind die Länder mit dem größten Wohlstand

Das Legatum Institute veröffentlicht jährlich seinen Legatum Prosperity Index, der anzeigt, wie sich der weltweite Wohlstand verteilt. Der Legatum Prosperity Index bewertet dabei 149 Länder nach neun Hauptkriterien: Wirtschaftsstärke, Umfeld für Unternehmen, Regierungsapparat, Bildung, Gesundheitsversorgung, Sicherheit, persönliche Freiheit, soziale Standards und Umwelt.

Nachdem die weltweite Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 überwunden wurde, hat der globale Wohlstand ein neues Rekordniveau erreicht, so das Legatum Institute.

Während Norwegen in den vergangenen sieben Jahren an der Spitze des Legatum Prosperity Index stand, konnte sich in 2016 eine neue Nation an der Spitze etablieren. Deutschland schaffte mit Platz 11 nicht den Sprung in die Top 10, ebenso wie die große Wirtschaftsmacht USA (Platz 17). Das sind die Top 10 Länder im Legatum Prosperity Index.

10. Großbritannien schafft Sprung in die Top 10

An Großbritannien lobt das Legatum Institute vor allem das wirtschaftliche Umfeld für Unternehmen. Hier liegt die grüne Insel weltweit auf Platz 5. Schwächen hat Großbritannien allerdings im Bereich Gesundheitsversorgung – hier reichte es nur für Platz 20. Dank der Top-Plätze im Bereich Business-Umfeld und Bildung schaffte Großbritannien in 2016 den Sprung unter die Top 10 im Legatum Prosperity Index – dies könnte sich in den nächsten Jahren allerdings ändern, wenn der Brexit Wirkung zeigt.

9. Dänemark glänzt mit hoher Sicherheit für seine Bürger

Skandinavien hat traditionell die weltweit höchsten Standards in Sachen Lebensqualität. Dänemark glänzt dabei mit einer hohen Sicherheit für seine Bürger, einem effektiven Staatsapparat und mit seiner wirtschaftlichen Stärke. Die dänische Biotech-Industrie (Novo Nordisk, Genmab etc.) zählt nicht zuletzt zu den besten der Welt.

8. Schweden: offene Wirtschaft als Basis für den Wohlstand

Auch Schweden ist wie der Nachbar Dänemark wirtschaftlich gut aufgestellt. Dabei setzt Schweden vor allem auf die wirtschaftliche Öffnung. Große internationale Konzerne wie Ikea oder Ericsson zeugen von der wirtschaftlichen Stärke Schwedens. Auch bei der Gesundheitsversorgung gehört Schweden zu den Top-Ländern, ebenso was den Regierungsapparat betrifft.

7. Niederlande im Bildungsbereich kaum zu schlagen

Bildung und wirtschaftliche Offenheit werden in den Niederlanden groß geschrieben. Neben verschiedenen Möglichkeiten einer Sekundarbildung, verzichtet die Niederlande für einzelne Studiengänge weitgehend auf einen Numerus Clausus (NC), so dass viele Menschen Zugang zu Bildung haben.

Da überrascht es kaum noch, dass das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft zu den größten Einzelposten im niederländischen Gesamthaushalt zählt. Bis 2020 wollen die Niederlande die Ausgaben für Forschung und Entwicklung noch weiter erhöhen und zwar auf 2,5 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP).

6. Australien: Rohstoffe und soziales Kapital sorgen für Rückhalt

Australien ist nicht nur ein rohstoffreiches Land, auch der soziale Zusammenhalt unter der Bevölkerung ist besonders ausgeprägt. Zudem wächst die australische Wirtschaft inzwischen seit 23 Jahren in Folge.

Stark ist Australien außerdem im Bildungssektor. 40 staatliche Universitäten, zwei weitere internationale und eine Privatuni sorgen für ein reichliches Bildungsangebot. Australien sieht sich als Einwanderungsland mit einem reichhaltigen Kulturangebot, wobei sich das Wirtschafts- und Kulturleben vor allem auf die fünf großen Metropolen Sydney, Melbourne, Brisbane, Perth und Adelaide konzentriert.

5. Kanada – mehr Wohlstand als beim großen Nachbarn USA

Kaum zu glauben, aber wahr: Kanada rangiert im Legatum Prosperity Index deutlich vor dem großen Nachbarn USA (Platz 17) und gehört zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Das Legatum Institut lobt vor allem das soziale Engagement von Staat und Bevölkerung, sowie das geschäftsfreundliche Umfeld. Auch in Sachen persönliche Freiheit kann Kanada punkten. Das Land sieht sich als moderne, innovative, aufgeschlossene und multikulturelle Nation.

4. Schweiz zählt mit seinem Bildungs- und Gesundheitssystem zur Weltspitze

Es ist kein Geheimnis. Die Schweizer haben das höchste Pro-Kopf-Einkommen der Welt und zählen damit zu den wohlhabendsten Nationen. Hintergrund ist unter anderem ein herausragendes Bildungssystem – hier belegt die Schweiz weltweit Rang 1.

Der Grund hierfür dürfte eine hohe Durchlässigkeit der Schweizer Bildungssysteme sein (Art. 61a der Bundesverfassung). Zudem haben die Menschen in der Schweiz einen offenen Zugang zu verschiedensten Bildungsangeboten und können de facto ihre Ausbildung frei wählen. Auch im Bereich Gesundheitsversorgung gehört die Schweiz zur Weltspitze (Rang 3).

3. Finnland: starker Staat bringt erneuerbare Energien voran

Finnland verfügt über einen besonders effektiven Staatsapparat, zudem wird im Land der tausend Seen der Umweltschutz groß geschrieben. So deckt Finnland bereits rund 30 % seines gesamten Energiebedarfs und etwa 40 % seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energiequellen ab. Bis 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Energieverbrauch auf 38 % steigen.

Auch das Bildungssystem kann sich in Finnland sehen lassen (weltweit Rang 3). Bis 2018 will die Regierung 300 Mio. € in die Digitalisierung seiner Schulden investieren.

2. Norwegen – das wohlhabendste Land in Europa

Norwegen hat in den vergangenen Jahren von seinem Rohstoffreichtum profitiert und ist zu einem der größten Öl- und Gasexporteure der Welt avanciert. Dies hat dazu beigetragen, dass Norwegen in den letzten 7 Jahren an der Spitze des Legatum Prosperity Index als die wohlhabendste Nation der Welt stand.

Vorausschauend hat Norwegen bereits im Jahr 1996 den Government Pension Fund Global gegründet, in dem die Gewinne aus dem Öl- und Gasgeschäft gebündelt  und wieder angelegt werden. Diese Gelder werden teilweise zur Finanzierung des Staatshaushalts herangezogen. Norwegen verfügt daneben über ein starkes Bildungssystem, das vor allem durch Chancengleichheit und den Zugang zur Bildung für alle geprägt ist.

1. Neuseeland glänzt mit Deregulierung und sozialen Standards

Neuseeland hat in den vergangenen Jahrzehnten seine Wirtschaft vollständig dereguliert, zudem punktet das Land mit einem einfachen Steuersystem.

Die Rahmenbedingungen haben sich seither für Investitionen und Geldanlagen deutlich verbessert. Für Kapitaleinfuhren über Banken oder in Form von importierten Waren sind in der Regel keine Genehmigungen erforderlich. Neuseeland ist sehr stark am Freihandel orientiert und somit auch stark exportabhängig.

Daneben stehen auch soziale Bindungen und die persönliche Freiheit der Bürger hoch im Kurs. Der Staatsapparat und die Legislative in Neuseeland gelten laut Legatum Institute zu den effektivsten in der Welt. Daher steht Neuseeland seit 2016 an der Spitze des Legatum Prosperity Index.

31. März 2017

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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