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Das sind die Risiken von Termingeschäften auf Währungen

Steigt oder fällt der Dollar oder der Schweizer Franken zum Euro? Wetten auf die künftige Entwicklung können höchst profitabel sein.

Doch beim Termingeschäft auf eine Währung muss die Einlage im vernünftigen Verhältnis zu möglichen Verlusten stehen. Bei extrem hohen Gewinnchancen zu verlockend niedrigem Einsatz kann das Risiko zum Desaster werden.

Termingeschäft mit Währungen: geringer Gleichlauf mit Aktien oder Anleihen

Klassischerweise dient ein Devisen-Termingeschäft auf eine Währung dazu, einen bestimmten Kurs für einen späteren Erfüllungszeitpunkt zu sichern. Gerade exportorientierte Unternehmen umgehen so unliebsame Überraschungen durch Kursverschiebungen und haben eine kalkulierbare Planungsgrundlage. Auch Privatanleger können damit etwa Aktiendepots auf Fremdwährungen absichern.

Gleichzeitig eignet sich ein Devisen-Termingeschäft hervorragend für Spekulationen. Zudem haben Devisen den Vorteil, dass sie mit anderen Anlageklassen wie Aktien oder Anleihen kaum gleich laufen. Diese geringe Korrelation kann zur Risikoverteilung im Portfolio beitragen.

Um extrem hohe Einlagesummen zu vermeiden, die für ansehnliche Renditen durch den Kursvorteil einer Währung nötig wären, wird beim Devisenhandel mit Hebeln gearbeitet. Vorteil: Der Anleger muss nur einen Bruchteil als Sicherheit einlegen. Je höher diese Margin, desto größer der Hebel.

So streicht man Kursvorsprünge ein

Ein Beispiel: Anleger Hans Müller vereinbart mit seinem Forex-Broker bzw. Market Maker den Kauf von 1.000 US-$ in zwei Monaten zum Wechselkurs von 1,25. Theoretisch müsste er 800 Euro einzahlen. Stattdessen aber hinterlegt er nur 100 € als Sicherheit für mögliche Verluste.

Notiert am Ende der tatsächliche Kurs bei 1,3, müsste Herr Müller nur noch knapp 770 Euro zahlen. Da es aber lediglich um die Differenz durch den besseren Kurs geht, ist dies nur Buchgeld und er bekommt 30 € Gewinn ausbezahlt. Die Margin erhält er ebenfalls zurück.

Für den Fall einer ungünstigen Entwicklung hat er einen Stop-Loss so gesetzt, dass er allenfalls das hinterlegte Geld riskiert. Margin-Summen betragen in der Regel bis zu 1.000 €, wenn der Hebel etwa bei 1:300 liegt.

Reicht die Margin beim Kursabfall nicht aus, wird die Position vom Broker geschlossen, ohne Nachschusspflicht. Wer auf Dauer Verluste vermeiden will, muss geschickt mit Stop-Loss-Marken arbeiten und sollte zuvor auf einem Demo-Konto üben.

Futures: standardisiert und liquide

Das Spekulieren auf eine Währung geht auch mit Futures. Vorteil: Sie sind liquider und transparenter, weil sie standardisiert an der Börse gehandelt werden. Nachteil: Bei ungünstigem Kursverlauf kann es zur Nachschusspflicht kommen. Und die kann es je nach Hebel in sich haben.

Hohe Hebel sind verlockend aber riskant. Einige Anbieter werben zwar damit, dass sie nicht darauf bestehen, doch im Kleingedruckten steht meist das Gegenteil. Manchmal geht die Negativentwicklung so schnell, dass ein rechzeitiges Schließen der Position kaum möglich ist.

Gefahren bei Devisen-CFDs

Diese Situation ist besonders bei den populären Devisen-CFDs gefährlich. Sie funktionieren nach demselben Prinzip wie Termingeschäfte, sind aber keine, weil sie keine Laufzeit haben.

Als Mitte Januar die Schweizer Nationalbank den Mindestpreis des Euro gegenüber dem Franken aufgab, rutschte der Euro innerhalb von Minuten um 30% ab. In der großen Masse versagten zudem reihenweise die Stop-Loss-Sicherungen. Durch die hohen Hebel entstanden massenhaft Nachschussforderungen, die aus einem 3.000 € Investment einen 6-stelligen Schuldenbetrag machten.

Das unvorhergesehene Ereignis am Devisenmarkt, das als „Schwarzer Schwan“ bezeichnet wird, führte zur Zahlungsunfähigkeit auch von Brokern, die ihr Geschäft schließen mussten. Bekanntes Opfer: die Saxo Bank. Die Rechtsstreitigkeiten und Anlegerklagen dauern an.

Vorsorge treffen

Generell muss das Guthaben eines Anlegers immer in Relation zum jeweiligen Handelseinsatz stehen. Bei extrem hohen Hebeln steht die Einlage nicht mehr im vernünftigen Verhältnis zu möglichen Verlusten. Futurehandel und CFDs sind ein Risiko.

Vorteilhaft ist es, wenn Broker „garantierte Stops“ oder den Verzicht auf Nachschusspflichten anbieten. Das muss aber ohne Einschränkungen im Vertrag stehen. In dem Fall sind die Hebel eben begrenzt. Zum Schutz vor oben genannten Pleiten sollte ein Broker Kundengelder auf separaten Konten einzahlen, damit sie im Konkurs gesichert sind.

26. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.