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Das sind die Steuersenkungen für 2015 und 2016

Als Anleger und Steuerzahler hat man sich schon daran gewöhnt: Jedes Jahr erhöhen sich die Abgaben, gleichzeitig verfeinert der Fiskus den automatischen Zugriff auf Konten und Vermögen – mit dem Ergebnis, dass die Steuereinnahmen steigen.

Steuersenkungen 2016: Kalte Progression wird gebremst

Kürzlich jedoch hat das Finanzministerium überraschend Steuersenkungen für 2016 verkündet. Die Rede ist von insgesamt 1,5 Mrd. €. Die Steuerzahler aber werden davon kaum etwas spüren. Je nach Einkommenshöhe dürfte es sich vorwiegend nur um einstellige Beträge handeln.

Die insgesamt mageren Steuersenkungen ab 2016 kommen in einem Paket daher, das die Erhöhung von einigen Freibeträgen sowie Zuschlägen umfasst. Außerdem wird erstmals die umstrittene kalte Progression angepackt. Völlig abgeschafft wird sie allerdings nicht.

Durch die kalte Progression kassiert der Fiskus systembedingt jährlich mehr von den Einkommensbeziehern. Da die Steuertarife sich nach festen Zahlen richten und die Inflation nicht berücksichtigen, sorgen höhere Löhne schleichend für höhere Steuern.

Einkommensbeziehern gelingt es somit nicht, durch angepasste Gehälter die Inflation auszugleichen. Die Folge ist stetig wachsender Kaufkraftverlust. Selbst bei der aktuell niedrigen Inflationsrate um 1% beläuft er sich auf insgesamt schätzungsweise 3 Mrd. € jährlich.

Anpassung der Steuertarife an die Inflation

Fürs laufende Jahr 2015 rechnet die Regierung mit einem Preisanstieg von 1,5%. Ab Januar soll der Einkommenssteuertarif um genau diese Größenordnung angepasst werden. Für den Einzelnen werden sich die Entlastungen mit ein paar Euro im Monat nur minimal bemerkbar machen. Außerdem kann man sich nicht darauf verlassen, dass dieser längst fällige Steuerausgleich auch bestehen bleibt.

Das Finanzministerium plant keine Abschaffung, sondern will jedes Jahr neu entscheiden. Aktuell sind die Rahmenbedingungen günstig. Laut Steuerschätzung steigen allein die Mehreinnahmen dieses Jahr auf 6,3 Mrd. €, im nächsten Jahr vermutlich nochmals auf 7,8 Mrd. €.

Dazu trägt die günstige Wirtschaftslage bei, angetrieben durch einen niedrigen Ölpreis und einen schwächeren Euro, der vor allem die Exportindustrie belebt. Vor diesem Hintergrund ist in schlechteren Zeiten ein Wiederaufleben der „kalten Progression“ vorprogrammiert.

Weitere Steuererleichterungen für 2015 und 2016

Ein paralleler Ausgleich zur Inflation ist der regelmäßig steigende Grundfreibetrag. Der erhöht sich dieses Jahr von 8.354 auf 8.472 € – 2016 dann auf 8.652 €. Ebenfalls angehoben wird der Kinderfreibetrag. Die diesjährige Erhöhung beträgt 144 € auf 4.512 €. Kommendes Jahr werden es 4.608 € sein.

Das Kindergeld wird rückwirkend zum Januar um 4 € auf 188 € fürs erste und zweite Kind angehoben. 2016 gibt es pro Kind und Monat noch einmal 2 € mehr. Um 20 € auf 160 € wird der Kinderzuschlag für Geringverdiener erhöht.

Und Alleinerziehende bekommen einen höheren Entlastungsbetrag. Der wird seit 2004 erstmals wieder angehoben, und zwar rückwirkend zum Januar 2015 um 600 € auf 1.908 €. Dieser Betrag gilt dann auch für 2016. Neu ist, dass sich der gesamte Entlastungsbetrag für jedes weitere Kind um je 240 € erhöht.

Insgesamt sind die angekündigten Steuersenkungen für 2016 gerade in Bezug auf die kalte Progression eher ein vorsichtiges Signal. Immerhin ist zuvor der Druck gestiegen, diese verbreitet als ungerecht empfundene Systematik zumindest abzumildern. Da man als Anleger die Inflation kaum durch Zinsanlagen ausgleichen kann, empfiehlt sich nach wie vor die Investition in Aktien.

3. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.