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Standard- und Nebenwerte – Das sind die Unterschiede

Ich berichte regelmäßig über sogenannte Nebenwerte aus dem deutschsprachigen Raum.

Neulich fragte mich ein Leser, was genau Nebenwerte seien und wie diese sich gegenüber den sogenannten Standardwerten abgrenzen ließen.

Diese Frage möchte ich an dieser Stelle ausführlich beantworten, da ich sicher bin, dass die Antwort nicht nur für den Leser interessant und aufschlussreich ist, der die Frage an mich gerichtet hat.

Von Large – bis Small Caps – Unterschiede zwischen Standard- und Nebenwerten

Aktiengesellschaften werden häufig anhand ihres Börsenwertes (Marktkapitalisierung) in verschiedene Kategorien hinsichtlich ihrer Größe eingeteilt.

Die Schwergewichte, die in den großen Länder-Indizes wie DAX oder Dow Jones gelistet sind, werden als Standardwerte, Large Caps oder Blue Chips bezeichnet.

Die Bezeichnung Blue Chip ist auf die Verbreitung von blauen Jetons (Chips) bei Poker-Spielen in Casinos zurückzuführen, da diese stets den höchsten Wert haben.


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Aktien von Unternehmen mittleren Börsenwertes werden als Mid Caps bezeichnet. Dazu zählen beispielsweise die Aktien aus dem deutschen MDax.

Darunter folgen die Aktien von Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung, wie sie etwa im SDax vorzufinden ist. Diese werden Small Caps genannt.

Mid Caps und Small Caps zusammen schließlich werden als Nebenwerte bezeichnet.

Cap ist jeweils eine Abkürzung für die englische Schreibweise von Kapitalisierung und meint in dem Zusammenhang die Marktkapitalisierung.

Größeneinteilung nach Marktkapitalisierung

Es gibt keine exakte Festlegung, wann eine Aktie als Blue Chip oder Nebenwert gilt, aber international hat sich diese grobe Einteilung als Faustformel durchgesetzt:

  • Large Cap: Marktkapitalisierung von 10 Mrd. € und mehr
  • Mid Cap: Marktkapitalisierung von 4 – 10 Mrd. €
  • Small Cap: Marktkapitalisierung von 200 Mio. – 4 Mrd. €

Repräsentieren Nebenwerte die 2. und 3. Börsenliga?

In diesem Kontext ist eine häufige Frage, ob der MDax und der SDax nur die 2. und 3. Börsenliga darstellen würden, wenn doch im Zusammenhang mit dem DAX von der 1. Börsenliga gesprochen wird.

Meine Antwort: Es muss zwischen Größe und Qualität unterschieden werden.

Sie werden sich jetzt vielleicht die Frage stellen, ob es nicht besser ist, nur in Aktien aus dem DAX – also aus der 1. Börsenliga – zu investieren.

DAX-Werte bieten Ihnen sicherlich einige Vorteile:

  • Sie sind z. B. liquider (können also an der Börse leichter gehandelt werden)
  • und auch die Informations-Beschaffung ist einfacher, da die großen Werte stärker im Fokus von Medien und Analysten sind.

Doch auch die kleineren Werte (z. B. aus dem MDax) sind für Sie als Privat-Anleger interessant.

In den vergangenen Jahren hat der MDax den DAX hinsichtlich der Wertentwicklung sogar sehr deutlich abgehängt.

28. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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