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Das steht Ehepartnern als Erbe zu

Den Ehepartner zu verlieren ist tragisch. Viele Paare wollen darüber nicht nachdenken und schieben die Themen Erbe und Testament immer wieder auf. Vermögen, das nicht testamentarisch verteilt wird, wird nach dem gesetzlichen Erbrecht weitergegeben.

Besonders für Ehegatten sieht dieses besondere Regeln vor. Schließlich leben die meisten Paare über viele Jahre zusammen und teilen sich häufig ein Haus oder ein Konto.

Nach einer Hochzeit leben Paare von Gesetzeswegen her automatisch in einer sogenannten Zugewinngemeinschaft, wenn sie nicht mit einem Ehevertrag etwas anderes vereinbaren. In einer Zugewinngemeinschaft haftet jeder für seinen eigenen Besitz und für seine eigenen Schulden.

Wie sieht das Ehegattenerbrecht in der Zugewinngemeinschaft aus?

Im Todesfall erhält der Hinterbliebene neben dem Pflichtanteil von einem Viertel des Vermögens auch noch ein weiteres Viertel davon, also insgesamt die Hälfte. Das zusätzliche Viertel ist der sogenannte Zugewinnausgleich, der aus dieser Form des Zusammenlebens resultiert.

Beispiel: Peter Groß verstirbt und verfügt insgesamt über ein Vermögen von 500.000 €. Seine Frau Helga, mit der er in einer Zugewinngemeinschaft lebte, erbt 125.000 € plus den zusätzlichen Zugewinnausgleich in Höhe von 125.000 €, also insgesamt 250.000 €. Das Paar hat zwei Kinder, von denen jeder ein weiteres Viertel des Vermögens erbt. Zusätzlich darf Helga Groß neben allen gemeinsamen Möbeln und Einrichtungsgegenständen auch die Hochzeitsgeschenke behalten.

Das Erbe bei der ehelichen Gütertrennung

Hätten Peter Groß und seine Frau nach der Eheschließung eine Gütertrennung per Ehevertrag vereinbart, wäre der Zugewinnausgleich entfallen. Dadurch, dass die beiden zwei Kindern haben, erben sowohl Helga als auch die Kinder den gleichen Teil des Vermögens, nämlich ein Drittel (rund 167.000 €).

Hätte das Ehepaar drei Kinder gehabt, hätten Helga und die Kinder jeweils ein Viertel (125.000 €) der Erbmasse erhalten. Wäre es nur ein Kind, würden sowohl Helga als auch das Kind jeweils die Hälfte des Vermögens erben.

Die Verteilung zwischen dem Ehepartnern und den Kindern ist immer gleichmäßig – mindestens steht dem Ehegatten aber ein Viertel des Vermögens zu. Hat ein Paar keine Kinder, verteilt sich das Geld auf die Eltern oder die Geschwister des Verstorbenen.

Was in der Gütergemeinschaft gilt

Wenn Peter und Helga Groß sich nach der Eheschließung per Ehevertrag für eine Gütergemeinschaft entschieden hätten, hätten sie rechtlich gesehen kein getrenntes Vermögen. Helga würde dann die Hälfte des Vermögens erhalten, also 250.000 €. Von den restlichen 250.000 € erhält sie ein weiteres Viertel (62.500 €) dadurch, dass sie und Peter zwei Kinder haben. Sie erhalten den Rest.

Kinderlos hätte Helga noch einmal die Hälfte (125.000 €) erhalten und der Rest des Geldes wäre an die Eltern oder Geschwister gegangen. Hätte Peter keine Verwandten mehr gehabt, würde Helga die gesamten 500.000 € erben.

Besonderheiten beim Ehegattenerbrecht

Für Paare, die nicht verheiratet sind, sondern in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, gelten die gleichen Regeln. Der eingetragene Partner zählt vor dem Gesetz wie ein Ehegatte und wird auch im Erbrecht so behandelt.

Nach einer rechtmäßigen Scheidung besteht kein Anspruch mehr auf den Pflichtanteil des Vermögens. Grundsätzlich gilt abseits des Pflichtanteils, dass das Vermögen nach Belieben vererbt werden kann. Mittels eines notariellen oder handschriftlichen Testaments kann alles bis auf den gesetzlich vorgeschriebenen Anteil von 25 % für den Ehegatten (50 % in der Zugewinngemeinschaft) nach freiem Ermessen ausgewählten Personen hinterlassen werden.

15. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.