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DAX 30 Gewichtung: Konzerne mit dem größten DAX-Einfluss

Der DAX steigt, wenn ein Großteil der Unternehmensaktien an Wert gewinnen und umgekehrt. Es gibt aber auch Tage, an dem dieser Index dann Kurszuwächse verzeichnet, wenn mehr als die Hälfte aller darin gelisteten Unternehmen ins Minus tendieren. Wie ist das zu erklären?

Der DAX besteht aus den 30 deutschen Aktiengesellschaften – auch Blue Chips genannt – die die höchste Marktkapitalisierung und den höchsten Börsenumsatz haben. Sie sollen demnach den deutschen Aktienmarkt repräsentieren. Dabei sind aber auch innerhalb des DAX die Unternehmen unterschiedlich groß und deshalb unterschiedlich im Index gewichtet.

Je bedeutender ein Unternehmen ist, desto stärker wirkt der Aktienkurs des Konzerns auf die Kursentwicklung des DAX ein. So haben beispielsweise BASF, Bayer, SAP und Siemens zusammen ein Gewicht von mehr als 35 Prozent (Stand Anfang 2013) im DAX und beeinflussen die Kursentwicklung des Index maßgeblich.

Wie werden die Aktien im DAX 30 gewichtet?

Die Marktkapitalisierung jeder Aktiengesellschaft im DAX bestimmt maßgeblich, wie das Unternehmen im DAX gewichtet ist. Je mehr Aktien ein Unternehmen ausgibt und je wertvoller diese sind, desto höher sind die Marktkapitalisierung und damit die Gewichtung im DAX.

Wichtig ist aber, dass lediglich die im Streubesitz befindlichen Aktien zur Berechnung der Marktkapitalisierung herangezogen werden. Der gesamte Börsenwert eines Unternehmens ist daher nicht entscheidend.


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Das heißt, Aktien, die zu mehr als 5 Prozent einem Großaktionär gehören, werden nicht bei der Gewichtung berücksichtigt. Gleiches gilt für Aktien, die das Unternehmen selbst hält. Ändert sich nun der Streubesitz und es kommen beispielsweise mehr frei handelbare Aktien in Umlauf, so erhöht sich die Streubesitz-Marktkapitalisierung der Aktiengesellschaft.

Die Deutsche Börse gewichtet dann – beim nächsten vierteljährlichen Anpassungstermin – die Aktie im DAX neu. Eine sofortige Anpassung erfolgt hingegen, sobald sich der Aktienkurs nach oben oder unten bewegt. Steigt beispielsweise der Aktienkurs innerhalb eines Tages um über 10 Prozent, so steigt auch die Marktkapitalisierung und damit die Gewichtung im Index.

Turnusmäßige Anpassungen im DAX 30

Viermal im Jahr überprüft die Deutsche Börse, ob es gravierende Veränderungen im DAX gegeben hat. Die Deutsche Börse aktualisiert demnach im März, Juni, September und Dezember die Struktur des DAX.

So wird unter anderem die Gewichtung der DAX-Mitglieder neu bestimmt, sofern sich der Streubesitz geändert hat. Gleichzeitig tauscht der Börsenbetreiber zu diesen Terminen Aktiengesellschaften aus, die den Anforderungen nicht mehr genügen und holt dafür Aufsteiger in den DAX.

Gehört eine Aktiengesellschaft nicht mehr zu den 45 größten Unternehmen – hinsichtlich Börsenumsatz und Marktkapitalisierung – kann es aus dem Index genommen werden. Umgekehrt wird ein Unternehmen aufgenommen, wenn es basierend auf diesen Kriterien zu den 25 größten zählt.

Volkswagen als Beispiel hoher Gewichtung

Volkswagen war einst – 2008 – ein begehrtes Übernahmeobjekt. Porsche versuchte den weitaus größeren Volkswagenkonzern zu übernehmen, verschluckte sich aber dabei.

Damals besaß Porsche Ende Oktober 2008 fast 75 Prozent der Anteile an Volkswagen und Niedersachen 20 Prozent. Daher waren lediglich knapp etwas mehr als 5 Prozent der Aktien im Streubesitz.

Das geringe Angebot und die hohe Nachfrage der Aktien ließen den Aktienkurs damals auf über 1000 Euro katapultieren – von rund 200 Euro wenige Wochen zuvor. Damit stieg die Marktkapitalisierung von VW deutlich an, wodurch sich die Gewichtung im DAX von rund 6 Prozent auf über 27 Prozent erhöhte.

Die Aktien von Volkswagen bestimmten nun fast ganz alleine, ob der DAX anstieg oder fiel. Dieses Missverhältnis veranlasste die Deutsche Börse, neue Kriterien festzulegen. Dazu gehörten beispielsweise ein höherer Mindeststreubesitz von 10 Prozent sowie die Möglichkeit, die Aktie aus dem Index kurzzeitig zu entnehmen, wenn die Gewichtung 10 Prozent überschreitet.

30. April 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Kempe
Von: Michael Kempe. Über den Autor

Der diplomierte Betriebswirt (FH) und ausgebildete Finanzjournalist beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Kapitalmarkt – im Besonderen mit Aktien, Fonds und CFDs.