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DAX 30 Hauptversammlung: Das Recht auf Mitbestimmung

Hauptversammlungen von Unternehmen aus dem DAX gleichen oft Pilgerfahrten nach Mekka oder Santiago de Compostela.

Laden die 30 größten und umsatzstärksten deutschen Aktiengesellschaften zu einer Hauptversammlung (HV) ein, reisen Aktionäre aus allen Himmelsrichtungen an und füllen ganze Hallen.

In der HV nehmen die Vorstände Stellung zum Geschäftsverlauf und Aktionäre haben hier unter anderem die Chance, Missstände anzuprangern.

Allerdings geht es bei der Hauptversammlung nicht vorrangig darum, dass sich aufgebrachte Aktionäre und Aktionärsschützer Luft verschaffen und gegen den Vorstand wettern, sondern darum, dass Aktionäre ihr Stimmrecht gebrauchen.

An solchen Tagen entscheiden die Anteilseigner, wie beispielsweise der Gewinn verwendet wird oder ob der Vorstand seine Arbeit fortsetzen kann.

Der Besuch einer Hauptversammlung gibt daher jedem Aktionär die Möglichkeit, in das Geschehen der Aktiengesellschaft einzugreifen.

Was ist eine ordentliche und außerordentliche Hauptversammlung?

Neben dem Vorstand und dem Aufsichtsrat stellt die Hauptversammlung das dritte Organ einer Aktiengesellschaft dar.

Hier treffen sich alle Aktionäre, um Informationen von Unternehmensbeschlüssen zu erhalten und bei bestimmten Vorgängen mitzuentscheiden. Dabei wird aber zwischen zwei Hauptversammlungen unterschieden: der ordentlichen und der außerordentlichen.

Die außerordentliche HV wird nur aufgrund besonderer Anlässe einberufen, wie beispielsweise unerwartete Firmenübernahmen oder Kapitalerhöhungen.


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Eine ordentliche HV findet hingegen einmal jährlich statt, zu der alle Aktionäre von Stammaktien des Unternehmens eingeladen sind.

Auf dieser Hauptversammlung werden dann die Mitglieder des Aufsichtsrats gewählt, Aufsichtsrat sowie Vorstand entlastet, die Aufsichtsrats- und Vorstandsvergütung bestimmt sowie über die Höhe der Dividende entschieden.

Mehr zum Thema: Was ist eine Dividende?

Zusätzlich werden über die HV der Abschlussprüfer einbestellt, Satzungen geändert und falls notwendig die Aktiengesellschaft aufgelöst.

Entlastung des Vorstands und der Aufsichtsräte

Bei jeder HV haben die Aktionäre die Möglichkeit, ihren Vorstand zu entlasten. Das heißt, sie akzeptieren die Geschäftsführung des Vorstands aus dem vergangenen Geschäftsjahr und sprechen ihm so ihr Vertrauen für das kommende aus.

Auf der Hauptversammlung von ThyssenKrupp 2013 stimmten beispielsweise rund zwei Drittel der Aktionäre für den Vorstand.

Hätte der Vorstand von ThyssenKrupp keine Entlastung erhalten, würde das ein Vertrauensentzug bedeuten und der Aufsichtsrat könnte den Vorstand abberufen.

Gleiches gilt aber auch für den Aufsichtsrat.

Denn dieser wird ebenfalls durch die Hauptversammlung entlastet. So erhielt der Aufsichtsratschef von ThyssenKrupp Gerhard Cromme 69 Prozent Zustimmung.

Hauptversammlung legt Vorstandsvergütung fest

Bis Ende 2009 war es üblich, dass lediglich der Aufsichtsrat die Vergütung von Vorständen bei den DAX-Unternehmen bestimmte.

Seither lassen Konzerne wie Siemens die Hauptversammlung über die Vergütung abstimmen, wodurch die Aktionäre jetzt ein Mitspracherecht haben.

Der Aufsichtsrat ist seit 2010 gezwungen, über die Höhe der Vorstandsvergütung auf der Hauptversammlung abstimmen zu lassen. Das Ergebnis ist zwar nicht bindend, doch werden sich die Aufsichtsräte kaum über die Entscheidung der Anteilseigner hinwegsetzen.

Mit dieser Neuerung sind die DAX-Konzerne aber spät dran. Denn in Großbritannien und den Niederlanden war dies bereits seit längerem eine Angelegenheit der Aktionäre.

Bestimmung der Dividende durch Hauptversammlung

Für jeden Aktionär ist neben dem Kursanstieg der Aktie die Dividende das wichtigste. Mit dem Kauf der Aktie besitzen sie einen Teil des Unternehmens und können daher auch mitbestimmen wie hoch die Dividende ausfällt.

Nachdem der Vorstand eine Höhe der Dividende vorgeschlagen hat, stimmt anschließend die Hauptversammlung über die Dividende ab. Diese wird am folgenden Tag den Aktionären ausgezahlt.

Die Höhe der Dividende hängt allerdings noch von weiteren Faktoren ab. Manche Geschäftsmodelle machen es den Aktionären schwer, höhere Dividenden auf einer Hauptversammlung durchzusetzen.

Denn Wachstumsunternehmen wie beispielsweise Infineon, die eine sehr geringe oder keine Dividende auszahlen, müssen einen Großteil des Gewinns für Investitionen ausgeben.

Währenddessen können unter anderem Versorgungsunternehmen wie etwa RWE mit etwas geringeren Wachstumskosten aufwarten und sich höhere Dividenden leisten.

Nicht nur das Geschäftsmodell, sondern auch Großinvestoren wie Banken vereiteln so manchen Versuch von Einzelaktionären, die gewünschte Dividende durchzusetzen.

Denn häufig vertreten die Banken den Großteil des stimmberechtigten Kapitals auf einer HV. Das liegt oft auch daran, dass viele Aktionäre bei einer HV nicht anwesend sind. Die Banken können deshalb die Vorlage des Vorstands durchwinken.

2. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Kempe
Von: Michael Kempe. Über den Autor

Der diplomierte Betriebswirt (FH) und ausgebildete Finanzjournalist beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Kapitalmarkt – im Besonderen mit Aktien, Fonds und CFDs.