von Michael Sturm

DAX 30 Korrektur ist gut!

DAX mit leichter Korrektur

DAX mit leichter Korrektur

Das Schulden-Gespenst ist wieder da! Europa macht sich weiter Sorgen um Griechenland. Die Nachrichten berichten stündlich von neuen Lösungsmöglichkeiten. Von der Aufstockung der Hilfsgelder bis hin zu einem Austritt Griechenlands ist die Rede.

Ich habe gar schon vom Austritt Deutschlands gehört. Na ja, da haben die „Journalisten“ doch endlich wieder Futter gefunden, um Ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen und pikante Gerüchte in die Welt zu streuen. Ich kann das bald alles nicht mehr hören. Im Grunde genommen würde ein Austritt Griechenlands dem Euro sogar kräftig zu Gute kommen.

Denn dann ist ein schwaches Peripherieland im Euro-Korb nicht mehr enthalten und damit würde er gestärkt werden. Dem Aktienmarkt hat das ereignisreiche Wochenende einen Dämpfer versetzt.

Wenn wir uns jetzt aber mal an die Charttechnik begeben, dann stellt man sehr schnell fest, dass der heutige Abschwung im Dax durchaus willkommen ist und auch ohne Griechenland und Schuldenproblemen charttechnisch Sinn macht.

Analysieren wir also zunächst den kurzfristigen Bereich des Dax-Index und betrachten den 8-Monats-Verlauf:

Beschreibung: C:\VNR\Charts\Dax 8m.png
Dax-Index 8-Monate

Es wird Zeit für eine Beruhigung

Nachdem der Dax-Index seit Oktober letzten Jahres eine schöne Kletterpartie hingelegt hat, kam es im Gefolge des japanischen Erdbebens zu einem 1.000 Punkte-Rückgang. Erst die Unterstützung bei 6.500 Punkten (Rote Horizontale) hat den Dax zu einer Umkehr bewegt. Und diese hatte sich gewaschen!

Alle Verluste wurden innerhalb von 8 Wochen aufgeholt, trotz einer weiterhin instabilen Umfeldanalyse. Diese erstaunliche Stabilität sorgte beim Dax-Index für einen steilen aufwärtsgerichteten Trend (blaue Trendgerade). Bis fast 7.600 Punkte stieg das deutsche Aktienbarometer an. Da ist eine Beruhigung, gerade mit dem im Hinterkopf immer noch vorhandenen unsicheren Umfeld, mit Sicherheit keine Überraschung!

Unterstützung 7.300, dann stabile Zone ab 7.200-6.900

Ein Rückgang auf zunächst 7.300 Punkte und dann 7.200 ist wahrscheinlich. Ab da hat der Dax-Index eine sehr gute Chance auf eine Stabilisierung (braune Box). Keine Frage, sollte die Stabilisierung dort gelingen, sind weitere Anläufe auf die 8.000 Punkte vorprogrammiert. Denn die niedrigen Zinsen und die hohe Liquidität sorgen wohl noch ein Weilchen für eine Werte-Rally!

MACD-Indikator unterstützt Konsolidierungs-Szenario

Bei der Betrachtung des „Moving Average Convergence Divergence“ (rot-schwarzer Kurvenverlauf unterhalb des Chartbildes), kurz MACD, wird schnell klar, dass hier ein wenig nach oben übertrieben wurde.

Mit Werten von über 100 hat dieser Indikator eine überkaufte Situation angezeigt. Also auch ohne Schuldengespenst wäre eine Konsolidierung überhaupt nichts Besonderes. Ich denke, dass wir innerhalb der Box auch beim MACD zu einer schönen Beruhigung kommen und dann ein neues Kaufsignal entwickeln.

Längerfristiger Aufwärtstrend völlig in Ordnung

Die im Kurzfristchart erkannten Aussagen deuten auf eine „völlig normale“ Konsolidierung innerhalb eines Hausse-Trends hin.
Um aber festzustellen, ob dies auch Bestand hat und die Ziele richtig definiert sind, ist durch eine Betrachtung des 3-Jahrescharts eine Bestätigung erforderlich…

Betrachten wir nun den längerfristigen 3-Jahres-Chart des Dax-Index:
Beschreibung: C:\VNR\Charts\Dax 3j.png
Dax-Index 3-Jahres-Chart

Ja! Es sieht gut aus!

Seit eineinhalb Jahren hat sich im Dax-Index ein Haussetrend entwickelt. In diesem aufwärtsgerichteten Trendkanal (blaue Trendlinien) wurde durch das Unglück in Japan nur ganz kurzfristig die untere Begrenzungslinie angekratzt („Japan Knick“). 8 Wochen später hatte er schon wieder die obere Begrenzung erreicht. Man kann daraus schließen, dass ein Ereignis zwar Argumente liefert, aber wundersamer Weise immer die Charttechnik befolgt wird.

Wundersame Charttechnik

Sollte also der Aktienmarkt nun aus welchen Gründen auch immer unter verstärkten Druck geraten, so ist das aus charttechnischer Sicht völlig in Ordnung. Denn selbst ein stärkerer Rückgang auf 6.800/6.900 Punkte würde dem Trend überhaupt nichts anhaben können. I

ch gehe davon aus, dass die genannten markanten charttechnischen Unterstützungsmarken gute Einstiegsmöglichkeiten für den finalen Run auf die magische „8.000“ bieten. 

Durch die aktuell von statten gehende Konsolidierung hat der Markt auch wieder die volle Rückendeckung der Charttechnik, wenn es um diesen Anlauf geht. Das war in den letzten Wochen noch nicht der Fall und meine Warnungen scheinen gerechtfertigt. Der Auslöser solcher Bewegungen ist eigentlich unwichtig, denn in der Vergangenheit hat der Markt auch schon derartige Meldungen einfach ignoriert, um weiter zu klettern.

Demnach ist Griechenland diesmal ein willkommener Anlass, die Überkaufte Luft aus dem Aktienmarkt abzulassen, um dann endlich ohne schlechtes Gewissen die ersehnte 8.000 anzupeilen!

Fazit:

Der Dax macht eine gesunde Korrektur durch. Danach 8.000!

Ich habe eine derartige Situation ja herbeigesehnt, wenn ich ehrlich bin. Von mir aus kann der Dax sich gerne noch bis 6.900 senken.

Denn das bietet dann endlich eine hervorragende Einstiegsmöglichkeit, ohne eine Überkaufte Situation zu fürchten und wagemutig mit einem fragilen Rückgrat zu klettern.

Also, warten wir noch ein wenig ab und dann steigen wir in der Bodenbildungsphase ein, mit Hinblick auf die Welle nach oben…

 
 
Bildquelle: kk-artworks - Fotolia

Autor:

Michael Sturm

Michael Sturm befasst sich seit 20 Jahren mit den Finanzmärkten. Und nach dem Studium absolvierte er die EUREX-Händlerprüfung. Bestellen Sie seinen kostenlosen Newsletter "Trading Insider" mit den besten Tradingchancen.