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DAX als Performanceindex: Die Dividenden sorgen für neue Rekorde

Der deutsche Leitindex DAX hat im neuen Börsenjahr 2015 einen Blitzstart hingelegt. Während wir noch Ende 2014 mit der 10.000-Punkte-Marke gekämpft haben, sind jetzt bereits die 11.000 Punkte in Reichweite. Immer dann, wenn der DAX einen neuen Rekordstand erreicht, tauchen die Warner auf, die den nächsten Crash ankündigen.

Dazu möchte ich vor der eigentlichen DAX-Analyse 2 Punkte kurz anmerken:

  1. Wenn ein Aktienmarkt gut gelaufen ist (egal, ob Rekordhoch oder Zwischenhoch), steigt die Wahrscheinlichkeit, dass einige Aktionäre aus den hohen Buchgewinnen „echte“ Gewinne machen und verkaufen. Aber genau diese Phasen sind extrem wichtig für den langfristigen Aufwärtstrend, denn so fließt frisches Geld in den Markt, das erst noch „arbeiten“ soll. Fazit: Zwischenzeitliche Schwächephasen sind gesund. So wird eine Blasenbildung verhindert.
  2. Neue Höchstmarken sind keine Ausnahme, sondern normal. Der Dow Jones ist seit der Gründung vor über 100 Jahren von 30 auf knapp 18.000 Punkte gestiegen, der DAX seit 1988 von 1.000 auf knapp 11.000 Punkte. Diese Kursentwicklungen zeigen, dass es regelmäßig neue Rekordstände gibt.

Erfolgsgeschichte DAX: Nur wenige Anleger sind dabei

Während der US-Leitindex Dow Jones bereits seit über 100 Jahren ermittelt wird, ist das deutsche Gegenstück, der DAX, noch relativ jung. Der rechnerische Start war zwar schon am 30. Dezember 1987 mit glatt 1.000 Punkten, doch regelmäßig gemessen und veröffentlicht wird der DAX erst seit dem 1. Juli 1988.

Eine ganze Anleger-Generation ist in Deutschland mit dem DAX aufgewachsen. Doch leider ist die Gruppe der Aktionäre in unserem Land erschreckend klein. Nur rund 6% der Deutschen investieren in Aktien. Das bedeutet zum einen, dass die Aktien der größten deutschen Unternehmen zu weiten Teilen ausländischen Investoren gehören.

Zum anderen bedeutet das aber auch – und das ist die negative Nachricht – dass weit über 90% der Deutschen die schönen Kursgewinne in den vergangenen Jahrzehnten verpasst haben. Seit der Gründung hat der DAX im Jahresdurchschnitt (inklusive Dividenden) über 8% Gewinn abgeworfen.


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In den USA, wo bereits vor über 100 Jahren die ersten Aktien-Indizes berechnet wurden, können wir sehen, dass Aktien auch über sehr lange Zeiträume rund 8% Gewinn pro Jahr abwerfen. Das war der Blick in den Rückspiegel. Aber wohin geht die Reise in den nächsten Jahren? Eine verblüffend einfache Antwort ist von der Börsenlegende Andre Kostolany überliefert. Seine ewig gültige DAX-Prognose lautete: „Er wird steigen“.

DAX-Ziel für das Jahr 2038: 55.000 Punkte

Die Antwort von Kostolany klingt trivial, aber die Mehrheit der Deutschen würde den wahren Kern dieser Aussage nicht erkennen. Speziell die Crash-Phase 2000 bis 2003, als der DAX von 8.000 auf 2.200 Punkte abstürzte, hat die Aktienkultur in Deutschland massiv beschädigt.

Immer wieder höre ich den einen Satz: „Alles was steigt, fällt auch wieder.“ Diese Aussage ist nicht korrekt. Das zeigen die Kursentwicklungen des DAX oder auch des Dow Jones. Es gibt mehrere Gründe, warum der DAX langfristig steigt:

1) Die Inflation treibt die Börsenkurse

Papierwährungen neigen zur Schwäche. Das galt für die D-Mark und das gilt auch für den Euro. Pro Jahr müssen Sie mit einer Geldentwertung von 2 bis 3% rechnen. Zur Inflation gehört auch, dass die Unternehmen die Preise erhöhen. Bei einer konstanten Gewinnmarge steigen die Gewinne und als Reaktion auch die Aktienkurse. 2 bis 3% Kursgewinn pro Jahr können Sie als „Inflationsausgleich“ verbuchen.

2) Der DAX ist ein Performanceindex

Der DAX misst nicht nur die Kursentwicklung, sondern auch die Dividenden (Details dazu später).

3) Schwache Unternehmen werden aussortiert

Ein Index zeigt immer an, welche Unternehmen in der Vergangenheit erfolgreich waren. Wer schwächelt, wird zum Absteiger. Die Auf- und Abstiegsregeln sorgen dafür, dass regelmäßig „Ballast“ abgeworfen wird. Wenn Sie diese 3 Faktoren berücksichtigen, kommen Sie zum gleichen Ergebnis wie Kostolany: Der DAX wird steigen.

Nicht unbedingt kurzfristig, wohl aber über einen längeren Zeitraum. Wenn wir eine kleine Musterrechnung aufmachen und die 8% Rendite, die der DAX seit 1988 im Durchschnitt erreicht hat, weiter fortschreiben, wird der DAX beim „Gold-Jubiläum“ im Jahr 2038 bei rund 55.000 Punkten notieren.

Der Performanceindex: Kursentwicklung + Dividenden

Ein Performanceindex (im Englischen auch „total return index“ genannt) wird so berechnet, als ob alle Dividenden und sonstigen Einnahmen aus dem Besitz der Aktien, wie etwa Bezugsrechtserlöse, wieder in die Aktien reinvestiert würden. Aus meiner Sicht ist das die beste Index-Form.

Denn: Auch Sie als Aktienbesitzer erhalten die Dividenden und die Bezugsrechtserlöse. Das gehört zum Gesamtergebnis dazu. Es wäre ja auch unsinnig, eine Anleihe zu bewerten und dabei die Zinserträge zu ignorieren.

Der deutsche Leitindex DAX und auch viele andere Aktien-Indizes werden sowohl als Performance- als auch als Kursindex berechnet. Sie können daher sowohl die Index-Entwicklung inklusive der Dividenden als auch die reine Kursentwicklung betrachten.

Der Kursindex: Nur die Kurse entscheiden

Beim Kursindex (auch Preisindex oder im Englischen „price index“ genannt) wird der Indexstand ausschließlich auf Basis der Aktienkurse ermittelt (es gibt nur wenige Ausnahmeregelungen, die in der Börsenpraxis aber keine große Rolle spielen). Dividendenzahlungen sind nicht im Index enthalten.

Kursindizes bilden daher nur die reine Kursentwicklung der im Index enthaltenen Aktien ab. Fast alle bedeutenden Aktienindizes (Dow Jones, Nikkei 225, FTSE 100, CAC 40) berücksichtigen die Dividenden nicht, sind also Kursindizes.

Dividenden als Index-Treiber

Wenn in den Nachrichten der aktuelle DAX-Stand thematisiert wird, ist stets vom Stand des Performanceindex die Rede. Der DAX als Performanceindex notiert zur Zeit bei rund 10.850 Punkten und der DAX als Kursindex (also ohne Dividenden) bei etwa 5.560 Punkten.

Allein daran können Sie erkennen, welch große Bedeutung die Dividenden haben. Der Performanceindex notiert fast doppelt so hoch wie der Kursindex. Daran lässt sich ebenfalls verdeutlichen, dass ein Höchststand des DAX (Performanceindex) keinesfalls ein Grund ist, nicht in DAX-Werte zu investieren.

Aktuell notiert der Kursindex noch deutlich unter dem Rekordniveau aus dem Jahr 2000. Die neuen Höchststände des DAX in diesem Jahr sind vor allem dem Umstand geschuldet, dass die im DAX gelisteten Unternehmen seit mehreren Jahren prächtige Dividenden zahlen.

Daber abschließend mein Tipp: Dividendenstarke Aktien benötigen nur kleine Kursgewinne, um ein sehr gutes Gesamtergebnis zu erzielen.

10. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.