Der Dax verliert zur Zeit Vertrauen, das sehen Sie an starken Ausschlägen.
Der Index produziert teils Tagesspannen von mehr als 3%, ein Alarmzeichen.
Gelegentlich aber überrascht unser Hauptindex, wenn die Börsen wie gestern trotz schlechter Stimmung am Markt deutlich zulegen. Mehr als 5.800 sind für den Dax fast eine Sensation, wenn Sie sich gleichzeitig die Nachrichtenlage vor Augen halten.
IWF: Warnungen, Warnungen, Warnungen
So warnte alleine der internationale Währungsfonds (IWF) vor den nächsten Folgen der Finanzkrise. Ausgerechnet das Institut, für das Großbritannien und Deutschland sich so massiv gestritten haben.
Die Briten verweigerten ihren Anteil an der Finanzierung des IWF, das 200 Milliarden Euro erhalten sollte. Letztlich sind es nur 150 Milliarden geworden.
Der IWF selbst sieht die Situation daher kritisch, die anderen Beteiligten nicht. So erklärt sich auch die Lustlosigkeit, mit der die Regierungen andere schlechte Nachrichten aufnehmen.
Rating-Agenturen stufen fleißig weiter bergab. Moody’s gab jetzt bekannt, dass der internationale Rettungsfonds abgewertet würde, wenn Frankreich eine schlechtere Einstufung bekommt.
Reaktion der Börse: nichts. Der Chef der europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, war ebenfalls skeptisch. Seine Mahnung: „Besonders im ersten Quartal wird es bei der Refinanzierung eng werden“. So sagte er vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des europäischen Parlaments aus.
Die Reaktion der Börsen – auch bei Finanztiteln: nichts. Beziehungsweise: massive Gewinne für die Banken. Der Bank-Primus Deutsche Bank legte gleich um 3,6% zu.
Dabei gab es für die gute Stimmung nur einen Grund:
- Der ifo-Geschäftsklima-Index legte zu. Dieser misst die Stimmung unter den Managern in Deutschlands Unternehmen.
- Auch die GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) hatte gute Nachrichten. Demnach ist die Kauflaune intakt. Dies aber wird die Börsen kaum beeindrucken, da der Konsum nur einen Teil der Unternehmen und damit deren Aktien betrifft.
- Eine weitere Zahl aber: zumindest jeder fünfte Jugendliche in Europa findet keine Arbeitsstelle mehr. Das bedeutet: die Jugend wird entweder verarmen oder flüchten. Diese mittelfristige Prognose führte an den Börsen: zu nichts.
GeVestor meint: Die Stimmung drückte nicht mehr auf den Dax. Die Gewinne stiegen gestern massiv. Anders wird es bei den Renditen aussehen, wenn Jahresbilanz gezogen wird.
Der Dax liegt 2011 etwa 17% hinten. Wer kurzfristig auf Stimmungen achtet, verliert in solchen Phasen. Langfristig lohnen sich Sach-Investments allerdings – auch im Dax. Kaufen Sie ETF börsengehandelte Fonds.
Einzelwerte lohnen sich dann, wenn Sie eine hohe Substanz in den Bilanzen ausmachen können. Dies betrifft zum einen die Dividenden, vor allem aber die Unternehmensgewinne als Quelle der Auszahlungen.
Achtung: für 2012 erwarten wir mehr Unternehmen, die nur optisch hohe Dividenden auszahlen. Solide bleibt unserer Meinung nach RWE.


