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DAX und Co.: Wie Index-Anpassungen funktionieren

Jedes Jahr im September findet der sogenannte ordentliche Anpassungstermin statt. An diesem wird die Zusammensetzung der 4 großen Indizes der Deutschen Börse überprüft.

Bei jenen Indizes handelt es sich wiederum um den DAX, den MDax, den SDax und den TecDax.

Der DAX ist der größte und wichtigste deutsche Aktienindex, der die 30 größten deutschen börsennotierten Unternehmen beinhaltet.

Im MDax, dem Mittelstands-Index, sind die 50 wichtigsten mittelgroßen Unternehmen notiert.

Und im SDax sind die 50 wichtigsten kleinen börsennotierten Unternehmen aus Deutschland vertreten.

Der TecDax beinhaltet 30 Technologie-Unternehmen.

Hier möchte ich Ihnen aufzeigen, wie und wann die Überprüfung und die Änderungen der Index-Zusammensetzungen vonstattengehen.

Die Auf- und Abstiegs-Kriterien

Grundsätzlich gibt es 2 Kriterien, die über den Auf- oder Abstieg im DAX entscheiden.


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Dabei handelt es sich um den Börsenumsatz (Wert der täglich gehandelten Aktien) und die Streubesitz-Marktkapitalisierung (Börsenwert des Unternehmens unter Berücksichtigung des Streubesitzes).

Daneben gibt es jeweils 4 Regeln für einen Auf- und Abstieg. Diese möchte ich Ihnen in der Folge vorstellen:

Fast-Entry:

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 25 größten Unternehmen zählt.

Aus dem DAX scheidet dann jener Wert aus, welcher in mindestens einem der beiden Kriterien einen Rang schlechter als 35 (falls ein solcher existiert) ist und die niedrigste Marktkapitalisierung aufweist.

Regular-Entry:

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 30 größten Unternehmen zählt und sofern ein Indexwert existiert, der nach mindestens einem Kriterium nicht mehr zu den 35 größten Konzernen zählt.

Fast-Exit:

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien (Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung) nicht mehr zu den 45 größten Unternehmen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber bei der Marktkapitalisierung mindestens Rang 35 und beim Börsenumsatz mindestens Rang 45 erreicht.

Regular-Exit:

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien nicht mehr zu den 40 größten Konzernen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber in beiden Kriterien mindestens Rang 35 erreicht.

Diese Termine entscheiden über den Auf- und Abstieg

Nur jeweils zum ordentlichen Anpassungstermin im September werden alle 4 Regeln angewandt.

Die Fast-Exit- und Fast-Entry-Regel werden dagegen auch an den außerordentlichen Anpassungsterminen im März, Juni und Dezember angewandt.

Außerordentliche Aktualisierungen werden außerdem z. B. im Fall von Insolvenzen eines Unternehmens vorgenommen.

Zudem kann in Ausnahmefällen, wie etwa angesichts kurzfristig angekündigter Übernahmen oder signifikanter Veränderungen des Freefloat (Aktienstreubesitz), der Vorstand der Deutsche Börse AG in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Aktienindizes von diesen Regeln abweichen.

Fazit

Die Index-Anpassungen sorgen u. a. dafür, dass erfolglose Unternehmen die großen Indizes verlassen müssen und aufstrebende Konzerne nachrücken.

Das ist einer der Gründe dafür, warum die Indizes langfristig immer steigen. Die „Bremsen“ werden entfernt.

1. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.