Alarm bei der Versicherung Allianz: die Herabstufung droht.
S&P hat als US-Rating-Agentur auch bei Unternehmen zugeschlagen.
Jüngstes Opfer: Versicherungen wie die Allianz. Dort droht aktuell sogar eine Rückstufung der Bonität um zwei Stufen. Grund ist die Schuldenpolitik in der Euro-Zone. Statt "Rettung" heißt es jetzt: die Rendite wird dank fallender Kurse steigen.
Schlecht für Allianz...
Die Herabstufung durch die Rating-Agentur S&P ist noch nicht in Stein gemeißelt, aber: wegen des hohen Anleihenbestandes aus Krisenregionen gerät die Versicherung in den Fokus der Amerikaner.
Nüchtern betrachtet ist das falsch, denn: Schon seit Monaten verliert der Kurs der Aktie, weil die Allianz viel Geld an die "falschen" Staaten verliehen hat. Das aber heißt:
Zur Zeit findet eine Art von Doppelbestrafung statt, die es beispielsweise in der Justiz so nicht geben darf. Der Allianz-Kurs enthält theoretisch schon einen Großteil der Abschreibungen. Schlecht an einer neuen Herabstufung wären zudem höhere Zinsen für neue Kredite.
.... gut für Aktionäre
Wenn der Kurs der Aktie auch dieser Tage rutscht, sind Sie selbst als "Alt"-Aktionär nicht gezwungen, den Wert jetzt zu verkaufen. Denn: die Gefahr eines dauerhaften Rückschlags ist vergleichsweise gering.
Sicher: kein Kurs ist so niedrig, dass die Börsen ihn nicht noch unterbieten könnten. Mit jedem neuen Tiefstand wie gestern bei knapp 75 Euro jedoch wächst das Aufholpotenzial.
Für neue Aktionäre gilt sogar, dass der Einstieg allein nach den Kennzahlen so attraktiv wie selten zuvor ist. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt:
- Allianz hat nach dem Kursrutsch inzwischen ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) in Höhe von 6,6.
- Das Unternehmen wird 2012 eine Dividende in Höhe von etwa 4,70 Euro je Aktie auszahlen. Dies entspricht jetzt einer Dividendenrendite in Höhe von 6,2%.
- Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) wird bei knapp unter eins liegen.
- Selbst das Gewinn-Wachstum schätzen Analysten im Konsens auf knapp 60%.
Aktie vergleichsweise sicher
Diese Kennzahlen aber werden sich selbst dann kaum ändern, wenn die Rating-Agentur die Münchener tatsächlich wie vorgesehen herabstuft. Dann steigen die Zinsen für Kredite.
Da aber Allianz nicht hoch verschuldet um weitere Kredite betteln muss, wird die Bilanz kaum belastet. Deshalb ist der Aktienkurs nicht nur doppelt, sondern auch noch fälschlicherweise unter die Räder gekommen.
GeVestor meint: Allianz ist für das Geschäfts- und Bilanzjahr 2012 einen Kauf wert. Der Kurs der Aktie ist nach unten vergleichsweise gut abgesichert. Nach oben ergeben sich Chancen durch die geringe Bewertung.
Der Zufluss an neuen Prämienzahlungen wird möglicherweise geringer ausfallen. Dies bremst aber allenfalls die Kursphantasie. Die Rendite des Versicherers wird 2012 höher als bei vielen anderen Werten aus dem Dax sein.


