Wer jetzt in deutsche Standardwerte investiert, nimmt dabei höhere Risiken in Kauf als noch vor wenigen Monaten.
Zu dieser Erkenntnis kommen jetzt Analysten, die sich die Risiko-Kennzahl „Value at Risk“ bezogen auf Dax-Aktien angesehen haben.
Diese Kennzahl ist für Sie dann wichtig, wenn Sie Schwankungen an den Märkten von vornherein möglichst ausschalten wollen und eine Risiko-Einschätzung etwa zu Dax Werten suchen.
Value at Risk: das Konzept
Die passende Maßzahl nennt sich „Value at Risk“. Diese Kennziffer ordnet einer Aktie die wahrscheinliche Rückschlaggefahr für die nächste, fest definierte Zeit zu. Dafür müssen Sie als Anwender festlegen, wie hoch die maximal Rückschlaggefahr in welchem Zeitraum tatsächlich sein darf.
Angenommen, Sie legten einen Wert von 5% fest – in einem Zeitraum von einer Woche. Dann misst das Konzept des „Value at Risk“, wieviele Schlusskurse in den vergangenen fünf Handelstagen tatsächlich um 5% verloren haben.
Je öfter ein Wert diese Schallmauer durchbrochen hat, desto höher sein „Value at risk“. Die Wahrscheinlichkeit beträgt beispielsweise 80%, wenn die Grenze einmal an fünf Handelstagen gefallen ist.
In diesen Zeiträumen sind Value at Risk Vergleiche noch relativ sinnlos. Wenn Sie aber die Verlustgrenzen enger stecken oder die Zeiträume auf zumindest einen Monat erweitern, ergeben sich sinnvolle Wahrscheinlichkeiten.
DaxWerte: Gefahren sind hoch
Analysten von EDG ermittelten nun das Value at Risk für die Aktien aus dem deutschen Leitindex Dax. Danach hat der Spitzenreiter der gefährdeten Werte, RWE, bereits ein Value at Risk in Höhe von 10,12% bezogen auf einen Zeitraum von einem Monat.
Übersetzt gesagt: hier geht es um eine Wahrscheinlichkeit von 99% und die maximal Verlustumme von 10% innerhalb von 10 Tagen. Wer 10.000 Euro investiert, wird bei RWE danach mit 90%iger Wahrscheinlichkeit innerhalb von 10 Tagen keine 1.000 Euro verlieren.
Hier weitere Value at Risk-Risiken für Sie im Überblick:
- Deutsche Bank hat ein Value at Risk in Höhe von 7,12%
- Solarworld beinhaltet ein Risiko in Höhe von 6,50%
- Commerzbank überrascht mit einem Value at Risk in Höhe von nur 6,45%.
- Allianz weist einen Wert von 6,17% auf.
- Münchner Rück hat ein Value at Risk von 5,81%.
GeVestor meint: Das Konzept vom Value at Risk hat sich bewährt. Wer sich daran orientiert, meidet zumindest Anlagen mit extrem hohen Schwankungen. Andererseits sind auch hier die Zeiträume stark begrenzt.
Wir meinen: Einen Wert wie Münchner Rück können Sie weiterhin kaufen.



