MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Definition von Steueroasen – Staaten machen Milliardenverluste

Es gibt keine allgemein gültige Definition für Steueroasen.

Aber man fasst darunter Länder mit niedrigen Einkommens- und Vermögenssteuersätzen oder sogar ohne solche Steuern und ohne Sozialabgaben.

Steueroasen – per definitionem vorteilhaft für Steuerzahler

Dabei kann die Regierung dieses Landes die vorteilhaften Steuer- und Abgabensätze allen gewähren oder auch nur bestimmten Steuerzahlern – wie zum Beispiel ausländischen Investoren.

Steueroasen sind vor allem für Unternehmer oder Privatpersonen aus Staaten mit hohen Steuersätzen interessant, die durch eine Verlagerung ihrer Einkommen oder Vermögen erheblich Steuern sparen. Kritiker von Steueroasen meinen, dass solch eine Verlagerung Staaten um beträchtliche Einnahmen bringt – die dann zum Beispiel für wichtige Investitionen in die Infrastruktur fehlen.

Mehrere Definitionen für Steueroasen

Welche Länder nun genau Steueroasen sind – da gehen die Meinungen jedoch auseinander. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erstellte 2000 eine Liste mit über 30 Staaten, die sie für Steueroasen hielt und die nicht mit der OECD kooperierten.

Diese Staaten hielten sich also nicht an gewisse von der OECD festgelegte Transparenz-Standards. Dazu gehörten zum Beispiel Monaco, Bahrain, Liechtenstein, die niederländischen Antillen und Panama.

Schwarze Liste: keine einzige Steueroase

Inzwischen enthält diese sogenannte schwarze Liste der OECD keinen einzigen Staat mehr. 120 Staaten haben sich zudem der OECD-Initiative „Global Forum for Transparency“ angeschlossen.

Deren Mitglieder haben sich gegenüber mindestens 12 Ländern verpflichtet, Anfragen von Finanzbehörden zu beantworten und einen Informationsaustausch in einem festgelegten Rahmen zu gewährleisten. Journalisten recherchierten im Jahr 2013 im Zuge der sogenannten Offshore-Leaks, dass dies aber nur bedingt im Kampf gegen Steuerhinterziehung hilft.

Transparenzabkommen zwischen Steueroasen

Zudem beantworten die Staaten der Initiative nicht immer alle Anfragen zeitgerecht. Und auch Finanzoasen können Abkommen miteinander abschließen, um das Muss von 12 Ländern zu erreichen. Dadurch entgehen laut den veröffentlichten Dokumenten den Staaten Steuern in Milliardenhöhe, die Spekulanten sparen, indem sie Briefkastenfirmen gründen und Offshore-Konten halten.

Die britische Vereinigung gegen Steuerhinterziehung, das Tax Justice Network (TJN), hat ihre eigene Liste mit Steueroasen aufgestellt – den sogenannten Financial Secrecy Index (FSI).

Deutschland auf Platz 9 des Financial Secrecy Index

Er stuft über 70 Länder danach ein, wie leicht es ist, in dem Staat Steuern zu hinterziehen und wie wichtig der Finanzsektor ist. Nicht nur oft als Steueroasen eingestufte Länder wie die Schweiz (Platz 1) und die britischen Kaimaninseln (Platz 2) stehen deshalb auf der Liste.

2011 lagen die USA auf Platz 5 und Deutschland auf Rang 9. Die Steuerexperten, Wissenschaftler und Ökonomen des TJN schätzen, dass durch sogenannte Steueroasen Steuereinnahmen von bis zu 260 Mrd.US-$ pro Jahr entfallen.

7. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Lisa Louis
Von: Lisa Louis. Über den Autor

Lisa Louis ist freie Journalistin in Paris. Sie hat internationale Volkswirtschaftslehre in Deutschland und Frankreich studiert. Mit ihrem Wissen hilft Sie Lesern bei grundsätzlichen Fragen der Geldanlage und der Privaten Vorsorge.