von Jan Aalto

Deflation – das kommende Thema an den Finanzmärkten? Folgen...

Deflation ist die große Gefahr.

Vorsicht vor allzu großem Optimismus. Dies ist die Botschaft einiger Analysten.

Vorsicht, raten Analysten wegen der aktuellen Geldentwicklung am Markt.

Die Gefahr sinkender Preise ist größer als die meisten Investoren glauben.

Dies jedenfalls ist das Ergebnis von Analysten-Studien, die derzeit die Runde machen. Dort gehen die Experten von sinkenden Preisen als einer möglichen „Lösung“ der Euro-Krise aus. Der Vergleich zum Japan-Desaster liegt fast auf der Hand.

Dort hat die Deflation die Wirtschaft Jahrzehnte zurückgeworfen. Denn: Aus Angst vor weiter sinkenden Preisen würden Investments immer weiter zurückgestellt – weil die jeweiligen Investitionen dann im Vergleich zu teuer gegenüber den günstigeren künftigen Chancen sind. Dies kann die gesamte Wirtschaft lähmen.

Japan: der falsche Vergleich

Nur: der Vergleich mit Japan hinkt. Die weltwirtschaftliche Situation ist vollkommen unterschieden von dem, was Japan 1990 vorfand.

Die Welt – Asien voran – kauft etwa fleißig deutsche Waren, wie Sie überall lesen können. Trotzdem können Sie sich mit dem Deflations-Szenario beschäftigen.

  • Wenn die Preise steigen, würden etwa Immobilien und Gold plötzlich wertloser.
  • Allerdings müssten Sie diese Entwicklung bereits an den heutigen Preisen erkennen. Immobilien und Gold aber steigen tendenziell.
  • In einer Deflation wäre es zudem richtig und wichtig, auf Zinsen zu setzen. Sinken die Zinsen, ist es besser, frühzeitig Verträge mit hohen Zinserträgen abzuschließen. Nur: die Zinsen sind heute bereits sehr niedrig, dies spricht gegen eine weiere Entwicklung in dieser Richtung.
  • Mögliche gute Werte in einer solchen Phase lassen sich kaum finden. Als ideale Aktien gelten auch hier Nahrungsmittelproduzenten, da die Waren dieser Unternehmen „immer“ gefragt werden. Zudem müssten theoretisch auch Versorger ihre Energie anbieten können.

GeVestor meint: Wir setzen nicht auf die Deflation. Wer sich aber in beide Richtungen – also Inflation und Deflation – absichern möchte, liegt mit Investitionen in die genannten Aktien richtig.

Nahrungsmittelkonzerne wie Nestlé werden profitieren. Dies gilt allerdings auch für eine mögliche Inflation, in der die Schweizer höhere Preise durchsetzen könnten.

Zudem sind die Märkte auch in einer Deflation für Versorger wie RWE günstig. Die Geldmenge spielt für RWE bei weitem nicht die große Rolle, die etwa Finanzwerte diesem Aspekt beimessen müssten. Das bedeutet in der Konsequenz: mit Aktien wie Nestlé und RWE liegen Sie richtig.

Sachwerte wie Gold sind nach anderen Statistiken, als sie hier verwendet wurden, übrigens in deflationären Phasen ebenfalls vergleichsweise stabil geblieben.

Immobilien blieben attraktiv, also ändert sich gegen über der Inflation vergleichsweise wenig. Zudem baut sich eine Deflation in der Regel vergleichsweise schnell ab.

Allerdings: Eine Deflation ist nicht vollkommen ausgeschlossen, so dass Sachwerte-Zockereien vor allem Aktienmarkt dann nicht mehr funktionieren werden. Das heißt: suchen Sie auch aktuell nach fundamental günstigen Papieren - so wie die oben genannten Nestlé sowie RWE.

 
 
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