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Der Zusammenhang von Deflation und Arbeitslosigkeit

Gerade in Krisenzeiten wird sehr misstrauisch geschaut, ob die finanzpolitischen Maßnahmen nicht womöglich die Inflation verstärken können. Das ist nicht weiter verwunderlich, schließlich will niemand, dass das Geld weniger wert ist bzw. die Preise stark steigen.

Die umgekehrte Situation, die Deflation, findet weniger Beachtung. Dennoch kann auch sie sehr schädigende Auswirkungen auf Wirtschaft und Bevölkerung eines Staates haben.

Der Unterschied zur Inflation ist, dass das allgemeine Preisniveau in einer Deflation sinkt und somit das Geld  praktisch an Wert gewinnt. Was auf den ersten Blick sehr angenehm klingt, ist bei genauerer Betrachtung keine geringere Bedrohung als eine übermäßig hohe Inflationsrate.

Arbeitslosigkeit als Teil der Deflationsspirale

Die Ursachen einer Deflation können unterschiedlich sein. Befindet sich eine Volkswirtschaft beispielsweise gerade im Abschwung eines Konjunkturzyklus, so ist sie besonders anfällig.

In einer solchen Situation reagieren die Konsumenten häufig mit Kaufzurückhaltung. Dies schwächt die ohnehin angeschlagene Wirtschaft, da die Umsätze weiter zurückgehen. Nicht selten ist dann ein direkter Zusammenhang zwischen Deflation und Arbeitslosigkeit erkennbar.

Es kann zu ersten Entlassungen kommen, da die Unternehmen ihre Kosten senken müssen und aufgrund der Absatzschwierigkeiten die Produktion zurückgefahren werden muss. Diese Phase kann der Beginn der Deflationsspirale sein.

Wenn die Arbeitslosenzahlen steigen, sinkt die Kaufkraft der Bevölkerung. Wegen der geringeren Kaufkraft brechen nun die Umsätze der Unternehmen weiter ein. Verstärkend kommt hinzu, dass das allgemeine Preisniveau sinkt und deshalb selbst Menschen mit weiterhin stabiler Einkommenssituation weniger konsumieren.

Der Grund hierfür ist, dass sie mit weiterhin sinkenden Preisen rechnen und zudem teilweise Rücklagen bilden, falls sie selbst von der Arbeitslosigkeit betroffen werden.

Arbeitslosigkeit erhöht die Staatsausgaben

Teil der Deflationsspirale kann der Anstieg der Staatsausgaben für die sozialen Sicherungssysteme sein. Wenn die Arbeitslosigkeit steigt, muss der Staat viel höhere Sozialausgaben stemmen. Dieses Geld fehlt dann an anderer Stelle.

Wenn der Staat in einer solchen Phase nun auch noch die eigenen Ausgaben für den Ausbau der Infrastruktur oder Ähnlichem senken muss, verstärkt dies die Schwierigkeiten der Wirtschaft. Es fehlt dann schlichtweg der Staat als Auftraggeber und Investor. Somit ist die Deflation ein sich selbst erhaltender und verstärkender Prozess.

Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit

Da der Zusammenhang zwischen Deflation und Arbeitslosigkeit sehr direkt ist, ist dies auch ein guter Ansatzpunkt, um die Deflation zu bekämpfen. Der Grund: Wenn wieder mehr Menschen erwerbstätig sind, steigt die Kaufkraft und es besteht die Möglichkeit, dass damit auch wieder der Konsum zunimmt. Doch wer soll die Erwerbslosen beschäftigen, solange die Wirtschaft am Boden ist?

Eine Möglichkeit, die Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen ist es, dass der Staat versucht, durch nachfrageorientierte Politik der Wirtschaft eine Initialzündung zu geben. Auch können Steuern gesenkt werden, um die Kaufkraft zu erhöhen.

Alle Maßnahmen haben jedoch gemeinsam, dass ein Erfolg nicht garantiert werden kann. Ein gutes Beispiel für den schwierigen Umgang mit dieser Krise ist die Deflation, mit der Japan seit Anfang der 1990er Jahre zu kämpfen hatte.

21. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.