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Deflation: Diese Nachteile entstehen für den Staat

Deflation bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre einen deutlichen und anhaltenden Rückgang des Preisniveaus.

Befindet sich ein Staat in einer Deflationsspirale, hat er in der Regel mit einer steigenden Arbeitslosigkeit und sinkenden Einnahmen zu kämpfen.

Zudem steht die Regierung vor dem Problem, dass sich die Deflation nur bedingt durch staatliche Maßnahmen eindämmen lässt.

Der Weg aus einer Deflation ist nicht einfach und es gibt kein Patentrezept. Unabhängig von der Ursache für die Deflation: Die Folgen sind massiv. Welche Nachteile für den Staat entstehen dabei konkret?

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Mindereinnahmen durch geschwächte Wirtschaft

Während es für Verbraucher zunächst verlockend klingt, dass die Preise für Güter und Dienstleistungen fallen, ist es bei näherer Betrachtung ein großes Problem.

Da sinkende Preise vielfach die Folge von Kaufzurückhaltung sind, haben die Unternehmen mit sinkenden Umsätzen und Gewinnen zu kämpfen. Es müssen Kosten reduziert werden. Überkapazitäten und Arbeitsplätze werden abgebaut, wodurch aber wiederum die Kaufkraft der Verbraucher sinkt.

Die Nachteile für den Staat sind die logische Konsequenz daraus: In der Deflation sinken die Steuereinnahmen, da die Unternehmen weniger Waren umsetzen und die Bürger insgesamt weniger verdienen.

Zudem kann eine Maßnahme zur Bekämpfung der Deflation sein, die Steuern zu senken, um die Wirtschaft anzukurbeln. Greift diese Maßnahme nicht sofort, sinken die Steuereinnahmen zusätzlich.

Mehrausgaben durch Sozialausgaben und Gegenmaßnahmen

Während der Staat also auf der einen Seite mit sinkenden Einnahmen zu kämpfen hat, müssen auf der anderen Seite die Ausgaben erhöht werden.

Zum einen sind dies die Ausgaben für die sozialen Sicherungssysteme. Der Grund ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit. Zum anderen hat die Geschichte beispielsweise an der Weltwirtschaftskrise ab 1929 gezeigt, dass sich eine Deflation nicht grundsätzlich selbst überwinden kann.

Zuvor wurde davon ausgegangen, dass sinkende Preise eine erhöhte Nachfrage und damit einen Wirtschaftsaufschwung auslösen würden. In der Realität erwarten Verbraucher jedoch weiter sinkende Preise und/oder weiter sinkendes Einkommen, weshalb sie sich häufig in Zurückhaltung üben.

Somit werden staatliche Eingriffe und Maßnahmen erforderlich, die zusätzliche Mehrausgaben erfordern. Eine staatliche Maßnahme kann beispielsweise sein, die Nachfrage seitens des Staates zu erhöhen.

Dies kann durch Konjunkturprogramme oder Investitionen in die Infrastruktur geschehen. Welche Maßnahme auch immer eingeleitet wird, sie hat zumindest kurzfristig erhöhte Ausgaben zur Folge.

Mehrausgaben zur Krisenbewältigung

Einer Deflation geht meist eine Phase mit einer gut laufenden Wirtschaft und investitionswilligen Wirtschaftsteilnehmern voraus.

Problematisch kann es dann werden, wenn viele der zuvor getätigten Investitionen auf Kredit getätigt wurden. In einer Deflation verlieren Sachwerte und vor allem auch Immobilien deutlich an Wert.

Dadurch kann es passieren, dass die Banken mit vielen sogenannten faulen Krediten konfrontiert werden – also mit Krediten, die nicht mehr bedient werden und deren Rückzahlung auch künftig ungewiss ist.

Eine solche Situation kann den Staat unter Handlungszwang setzen. Gerät das Bankensystem stark unter Druck, werden mitunter gewaltige Finanzspritzen nötig, um einen Kollaps zu verhindern.

Bei einer Deflation sind die Nachteile für den Staat also erheblich. Die Kombination aus sinkenden Einnahmen mit steigenden Ausgaben kann den Staatshaushalt außerordentlich und nachhaltig belasten.

21. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.