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Deflation – eine Erklärung für Insolvenz und Arbeitslosigkeit

Bei einer Deflation sinken – im Gegensatz zur Inflation – die Preise für Waren und Dienstleistungen.

Eine Währung gewinnt bei Deflation also an Wert. Schließlich kann man pro Geldeinheit nun mehr Gütereinheiten erwerben.

Die Erklärung der Deflation kann dabei an der Angebotsseite ansetzen. Im IT-Bereich, in der Unterhaltungselektronik und bei Handys beispielsweise sinken seit Jahren die Preise. Gründe dafür sind Produktivitätssteigerungen und technischer Fortschritt.

Deflation – die Erklärung durch die Nachfrageseite

Jedoch gibt es für Deflation auch nachfrageseitige Erklärungen. In dem Fall ist der Preisverfall nicht unbedingt ein gutes Zeichen.

Zum Beispiel könnte die Zentralbank die verfügbare Geldmenge gesenkt haben.

Deflation kann aber auch darin begründet liegen, dass die Regierung ihre Investitionen zurückfährt oder auch andere Wirtschaftsakteure ihre Ausgaben senken. Schließlich gehen bei sinkender Nachfrage die Preise zurück.

Deflation: Schuldner und Gläubiger haben oft das Nachsehen

Positiv ist das natürlich für Besitzer von Geldvermögen: Der Wert ihres Kapitals steigt.

Nachteilig ist eine Deflation für Schuldner. Deren erworbene Güter sind nun weniger wert. Aber sie müssen immer noch den gleiche, zu Anfang festgesetzten Betrag zurückzahlen.

Im schlimmsten Falle können sie es sich nicht mehr leisten, ihre Schulden zu begleichen. Dann hat die Deflation auch für die Gläubiger negative Konsequenzen.

Mögliche Insolvenzen und Arbeitslosigkeit

Der Preisverfall setzt zudem Unternehmen unter Druck.

Schließlich sind deren Vermögensgegenstände nun weniger wert. Gleichzeitig sinken die Preise für ihre angebotene Waren und Dienstleistungen auf dem Markt. Die Gewinne schrumpfen also.

Verstärkt wird dieser wirtschaftliche Druck, wenn Arbeitnehmer nicht bereit sind, ihre Löhne zumindest zeitweise zu senken.

Das Rutschen in die Deflationsspirale

Gehen Unternehmen nun insolvent, verlieren die Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz. Und auch Gläubiger verlieren zumindest einen Teil des bereitgestellten Kapitals.

So steigt die Arbeitslosigkeit und die Wirtschaftsakteure verlieren zunehmend Vertrauen in die Zukunft.

Tendenziell sparen sie noch mehr und geben noch weniger Geld aus. Das ist die Erklärung für anhaltende Deflation.

Deflation: eine Gefahr vor allem für die überschuldete Volkswirtschaft

Die Wirtschaftsakteure versuchen zudem vermehrt, ihre Schulden zurückzuzahlen. Schließlich belasten die diese immer mehr.

Nun kann die Deflationsrate höher sein als die Rate, mit der die Schulden abgebaut werden – die Erklärung für eine gefährliche Schieflage der Volkswirtschaft.

Vor allem der Ökonom Irving Fisher hat vor einer solchen Situation gewarnt. Eine Deflationsspirale sei vor allem bei überschuldeten Volkswirtschaften schwer wieder aufzuhalten.

Inflation statt Deflation in Europa

Jedoch hatten die Preise in Deutschland und Europa in den vergangenen Jahrzehnten eher Tendenz zu steigen – wir erleben also eine Inflation anstelle von einer Deflation.

Die Europäische Zentralbank hat es sich zum Ziel gesetzt, diese Preissteigerung europaweit auf 2 Prozent zu begrenzen.

15. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Lisa Louis
Von: Lisa Louis. Über den Autor

Lisa Louis ist freie Journalistin in Paris. Sie hat internationale Volkswirtschaftslehre in Deutschland und Frankreich studiert. Mit ihrem Wissen hilft Sie Lesern bei grundsätzlichen Fragen der Geldanlage und der Privaten Vorsorge.