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Deflation in der Geschichte von 1850 bis heute

Der Begriff Deflation stammt aus der Volkswirtschaft und bezeichnet einen allgemeinen und anhaltenden Rückgang des Preisniveaus für Waren und Dienstleistungen.

Ursachen für eine Deflation

Ursachen für eine Deflation gibt es viele.

Einerseits kann diese aus einem Rückgang der Nachfrage privater Haushalte entstehen. Andererseits können aber auch die Kaufkraft des Staates oder des Auslandes ausschlaggebend sein.

Wenn der Konsum nachlässt, geht gleichzeitig auch die nachgefragte Geldmenge zurück.

Auswirkungen einer Deflation: Ein Teufelskreis beginnt

Betrachtet man verschiedene Deflationen in der Geschichte wird deutlich, dass ihre Folgen fast immer in einem Teufelskreis enden, welcher massive Auswirkungen auf die gesamte Volkswirtschaft hat.

Ist weniger Geld im Umlauf, sinkt die Nachfrage für Konsumgüter.

Im Umkehrschluss wird weniger produziert. Durch Produktionseinschränkungen werden Mitarbeiter gekündigt oder geringer bezahlt. Und wenn der Bundesbürger weniger verdient, erhält der Staat weniger Steuern.

Sie sehen also, eine Deflation ist eine Kette verheerender Folgen, welche sich vom privaten Haushalt auf den ganzen Staat auswirken kann.

Die „Große Depression“: Auf jedes Auf folgt auch ein Ab

Der Begriff „Große Depression“ steht für ein Konjunkturtief beziehungsweise eine Deflation der Weltwirtschaft in den Jahren 1873 bis 1896.

Die Situation im Deutschen Reich und Österreich-Ungarn wird auch durch den Begriff „Gründerkrise“ beschrieben.

Auslöser für diese Krise war an erster Stelle die Industrielle Revolution.

Die vorwiegend landwirtschaftlich geprägte Produktion wurde durch die Faktoren Handel, Industrie und Finanzwesen abgelöst. Infolgedessen mussten sich die bis dahin stark lokal geprägten Konjunkturverläufe angleichen.

Nach einer längeren Wachstumsphase seit 1850 schlug die Konjunktur 1873 ein und brachte zahlreiche Finanzmärkte zum Zusammensturz.

Bis zum Jahr 1896 waren andauernde Auf- und Abschwünge ein internationales Phänomen. Erst nach 1896 kam es zu einem Boom der Weltwirtschaft, welcher bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 ungebrochen anhielt.

Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre: 20% Arbeitslose im Deutschen Reich

Verantwortlich für diese von den Vereinigten Staaten ausgehende Krise waren die Überproduktion nach dem Ersten Weltkrieg, der Schwarze Donnerstag an den US-Börsen sowie die Politik der US-Notenbank.

Die gravierenden Probleme veranlassten die USA, ihre hohen Kredite von Deutschland zurück zu fordern.

Diese Rückzahlung erfolgte größtenteils in Gold.

Infolgedessen sank die Geldmenge drastisch, die Gehälter sanken, Preise brachen ein und die Arbeitslosigkeit belief sich im Deutschen Reich auf mehr als sechs Millionen.

Japans große Rezension: Die „Verlorene Dekade“

Circa ab 1993 litt Japan unter fallenden Preisen in Verbindung mit einer starken Rezession und einer ansteigenden Arbeitslosigkeit.

Für die Krise verantwortlich gemacht werden in erster Linie die Finanzmärkte.

In den Jahren 1985 bis 1989 verdreifachte sich der Preis einer durchschnittlichen japanischen Aktie. Auch Vermögenspreise stiegen innerhalb von nur vier Jahren drastisch an.

Der enorme Vermögensanstieg führte in den 1980er-Jahren zu einem Boom bei der Nachfrage japanischer Waren und Dienstleistungen.

Nach dem Platzen dieser Spekulationsblase folgte eine nicht minder starke Rezension, welche die Konsumenten zu einem wesentlich stärkeren Sparverhalten zwang.

Erst in den Jahren 2003 und 2004 konnte die Krise durch eine konsequente Restrukturierungspolitik teilweise beendet werden.

Verschuldungskrise in Argentinien: Currency Board fehlgeschlagen

In den 1990er-Jahren litt Argentinien unter einer Hyperinflation.

Um diese in den Griff zu bekommen, wurde ein Currency Board, das heißt ein Wechselkursarrangement, eingerichtet.

Mit Hilfe dessen band sich das Land an den US-Dollar.

Obwohl die Inflation zunächst abgewendet werden konnte, gelang es Argentinien nicht, seine Verschuldung in den Griff zu bekommen. Dem Staat fehlte es an Steuereinnahmen.

Mit der Zeit zwang die Krise Argentinien zu einer kontinuierlichen Erhöhung der inländischen Zinsen, wodurch jedoch Konsum und Investitionen zum Einbruch gebracht wurden.

Es folgte ein starker Rückgang der Preise.

Anfang 2002 gab das Land seine Wechselkursbindung auf.

22. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.