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Deflation: Sie schadet der Masse (Teil 2)

Stellen Sie sich vor, dass alles immer billiger wird – je länger Sie also warten, umso mehr können Sie kaufen. Wenn Sie zur Miete wohnen, dann haben Sie die Möglichkeit, Ihren Vermieter dazu zu bringen, die Miete zu senken. Oder Sie ziehen in eine bessere Wohnung für weniger Geld.  Bereits heute ist von Wohnungsnot keine Rede mehr, Sie haben eine gute Auswahl. Im Osten Deutschlands stehen bereits 1,4 Mio. Wohnungen leer.

Deflation: Eine Immobilie als eine gute Geldanlage?

Wenn Sie sich in solch einer Zeit ein Haus kaufen wollen, dann steht für Sie nicht nur eine reichhaltige Auswahl an Objekten zur Verfügung, sondern Sie können sogar den Preis kräftig drücken.

Der Verkäufer ist zufrieden, wenn er die Immobilie überhaupt verkaufen kann. Möchten Sie nicht selbst Arbeiten in der Wohnung oder am Haus verrichten, können Sie für wenig Geld Leute finden, die dies für Sie tun.

Und auch das wird anders: Geldanlage im heutigen Sinne lohnt sich nicht mehr, denn erstens bekommen Sie kaum noch Zinsen, und zweitens steigt das Risiko eines Verlustes.

Daher lassen Sie Ihr Geld lieber auf einem Geldmarkt- oder Termingeldkonto oder gar als Bargeld im Tresor und damit täglich verfügbar liegen. Sie brauchen ja auch keine unsicheren Investitionen eingehen: Die Rendite kommt gewissermaßen von selbst, da Sie immer mehr mit Ihrem Geld kaufen können.

Wer profitiert wirklich von der Deflation?

Das alles hört sich paradiesisch an. Was die meisten Leute jedoch übersehen, ist Folgendes: Den Nutzen in einer Deflation haben Sie nur, wenn Sie über mehr Geld verfügen als Sie unmittelbar zum Leben brauchen. Denn Ihr Lohn oder Gehalt wird ebenfalls eher gesenkt als angehoben.

Hinzu kommen ganz im Gegensatz zum Trend am freien Markt eher wachsende Belastungen bei unvermeidlichen Ausgabeposten, wie Steuern, Gebühren, Sozialbeiträge oder staatliche Versicherungen.

Das heißt, Sie haben eigentlich nur einen Vorteil, wenn Sie nicht auf Arbeit angewiesen sind. Gehören Sie jedoch zur Mehrheit derjenigen, welche auf einen Arbeitsplatz oder ein Gewerbe angewiesen ist, dann schaut alles ganz anders aus!

Die sinkenden Preise nutzen Ihnen dann effektiv nichts, da Ihr Lohn ebenso sinkt oder Sie sogar arbeitslos werden. Vom Staat können Sie keine große Arbeitslosenunterstützung oder Sozialhilfe erwarten. Denn längst hat auch er dafür nicht mehr ausreichend Geld zur Verfügung und sieht sich immer mehr Anspruchsberechtigten gegenüber.

Diese Entwicklung zeichnet sich ja bereits jetzt ab. Sie sind dann gezwungen, jede Art von Arbeit zu jedem auch noch so niedrigen Lohn anzunehmen. Weil viele Menschen Arbeit suchen, sinken die Löhne immer weiter. Sind Sie zu dieser Zeit Mieter, dann können Sie vielleicht mangels Einkommen selbst Ihre reduzierte Miete nicht mehr bezahlen und müssen in schlechtere Wohnverhältnisse wechseln.

Und haben Sie dann vielleicht ein Eigenheim durch Kredite finanziert, dann sieht es noch schlimmer aus: Da Ihr Einkommen sinkt, müssen Sie mehr arbeiten, um die Schulden zu bedienen. Gleichzeitig müssen Sie mit ansehen, dass Ihr Haus immer mehr an Wert verliert, da das Angebot wächst und zahlreiche Zwangsversteigerungen die Preise drücken.

Nun liegt es an Ihnen, ob Sie Deflation als Paradies oder Hölle betrachten.

17. August 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.