MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Deflation: Wer die Verlierer dieser Krise sind

Fallende Preise und steigende Kaufkraft.

Die ersten Anzeichen einer Deflation zaubern den meisten Konsumenten ein Lächeln auf die Lippen.

Wo also ist der Haken dieses Phänomens, das den stetigen Rückgang des aktuellen Preisniveaus einer Volkswirtschaft beschreibt?

In Erwartung immer weiter fallender Preise, zögert sich auch die Nachfrage nach Konsumgütern weiter hinaus bis die Produktion schließlich zum Stillstand kommt.

Und der Konsument, welcher sich heute noch über den Schnäppchenkauf des neuen Autos gefreut hat, ist morgen vielleicht bereits arbeitslos.

Auch in Deutschland bangen in Zeiten der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise viele Menschen inzwischen um ihr Geld.

Von der einen Krise in die nächste: Aus Inflation wird Deflation

Fast jede Deflation entsteht aus einer Inflation heraus.

Während eine Inflation durch ein Übermaß an Geld, Schulden, Produktionskapazitäten und unbezahlbar werdenden Arbeitsplätzen gekennzeichnet ist, kommt es während einer Deflation zu dem entgegen gesetzten Phänomen: Dem wirtschaftlichen „zu viel“ wird entgegen gewirkt.

Durch den Verzicht von Gläubigern werden faule Schulden vernichtet.

Produktionskapazitäten werden durch Betriebsschließungen und Unternehmenszusammenbrüche abgebaut, wodurch gleichzeitig unrentable Arbeitsplätze verloren gehen.

Am Ende dieses Prozesses steht dann der endgültige Verfall des Geldvermögens.

Pech hat, wer Schulden hat

Negativ betroffen von einer Deflation sind in jedem Fall die Schuldner – Privatpersonen sowie auch der Staat.

Da das Geld an Wert zunimmt, steigt auch der Schuldenberg mit der Zeit merklich an.

Und wenn man sein Erspartes kurz vor dem Ausbruch der Krise in einen Wertgegenstand investiert hat, leidet man doppelt, da der Gegenstand zusätzlich an Wert verliert und im Geschäft nagelneu vielleicht nur noch die Hälfe kostet.

Auch die Verschuldung des Staates nimmt während einer Deflation in der Regel zu.

Durch sinkende Löhne und eine steigende Arbeitslosigkeit erwirtschaftet die Regierung immer weniger Steuern.

Hände weg von Immobilien!

Wie bereits erwähnt sinkt der Gegenstandswert in einer Deflation. Dies gilt auch für Immobilien.

Die Vergangenheit zeigt, dass der Immobilienmarkt im Zuge einer Deflation zusammenbrechen kann, da es nicht genügend Käufer gibt.

Aufgrund der fallenden Immobilienpreisen kann es passieren, dass die zuständigen Banken nach der Beendigung der Zinsbindung den Kredit neu bewerten und den Zinssatz risikoabhängig anpassen.

Außerdem sollte auch der Zugriff des Staates nicht außer Acht gelassen werden.

Unter Umständen kann dieser bei sinkenden Steuereinnahmen Grundstücke und Häuser zusätzlich besteuern, um fehlende Steuereinnahmen durch tiefere Unternehmensgewinne und Arbeitslosigkeit auszugleichen.

Schwere Zeiten für Aktionäre: Auch sie zählen zu den Verlierern einer Deflation

Auch Aktionäre zählen zu den Verlierern einer Deflation.

Trotz niedriger Aktienpreise performen die Märkte in der Regel schlecht.

Gläubiger profitieren von der Krise

Im Gegensatz zu einer Inflation gibt es bei einer Deflation durchaus auch den ein oder anderen, der von der wirtschaftlich prekären Lage profitieren kann.

Hierzu zählen unter anderem die Gläubiger.

Ihr Kapital hat einen höheren Wert als vor der Inflation.

Auch Sparer können von einer Deflation profitieren. Das gesparte Geld nimmt mit der Zeit an Wert zu, denn falls beispielsweise das lang ersehnte Traumauto heute 30.000 € kostete, wird der Preis in einem halben Jahr vielleicht schon auf 28.000 € sinken.

28. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.