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Deflation – wie sich die Kaufkraft entwickelt

Betrachtet man die Definition des Begriffs Deflation, so stellt man fest, dass die Kern-Eigenschaft das Sinken des allgemeinen Preisniveaus ist.

Daraus ließe sich ableiten, dass die Kaufkraft der Konsumenten steigt, da man mehr Waren oder Dienstleistungen für sein Geld bekommt.

Schaut man sich jedoch den weiteren Verlauf einer Deflation bis hin zur gefürchteten Deflationsspirale an, entsteht ein anderes Bild. Zwar sinken die Preise für Waren und Dienstleistungen weiter, doch auch die Kaufkraft der Konsumenten leidet unter der Krise.

Die Kaufkraft zu Beginn einer Deflation

Bei Beginn einer Deflation steht in der Regel ein anhaltender und starker Umsatzrückgang in der Wirtschaft. Dafür kann es verschiedene Auslöser geben.

Beispielsweise kann sich eine Volkswirtschaft im Abschwung eines Konjunkturzyklus befinden. Darauf reagieren Konsumenten häufig mit Zurückhaltung, da sie befürchten, dass sich ihre eigene Einkommenssituation verschlechtern könnte.

Durch diese Zurückhaltung sinken also die Absatzzahlen der Wirtschaft, die daraufhin die Preise senkt, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Bis zu diesem Zeitpunkt übt die Deflation noch keinen Einfluss auf die Einkommenssituation der Bevölkerung aus. Die Menschen beziehen ihr gewohntes Gehalt.

Da zeitgleich die Preise für Waren und Dienstleistungen sinken, steigt die Kaufkraft. Denn bei gleichbleibendem Einkommen und geringeren Preisen bekommt man prinzipiell eine höhere Gegenleistung für das Geld.

Die Kaufkraft bei fortwährender Deflation

Leider verändern in einer Deflation die sinkenden Preise das Konsumverhalten in der Regel nicht. Sobald die Konsumenten das anhaltende Sinken des Preisniveaus realisiert haben, reagieren sie mit weiter wachsender Zurückhaltung.

Der Grund dafür ist naheliegend: Verschiebt man eine Investition, kann man von den weiterhin sinkenden Preisen in Zukunft profitieren. Kostet das Auto heute noch 18.000 Euro, bekommt man es möglicherweise künftig für nur 17.000 Euro.

Unter dieser Situation leidet die Volkswirtschaft. Den weiteren Umsatzrückgängen wird häufig mit Kosteneinsparungen entgegengewirkt. Darunter fallen natürlich auch die Personalkosten, so dass die Arbeitslosenzahl zu steigen beginnt. An dieser Stelle zeigt sich der negative Einfluss einer Deflation auf die Kaufkraft.

Wer seinen Job bei gleicher Bezahlung behält, profitiert zwar weiterhin von den sinkenden Preisen. Durch den Anstieg der Arbeitslosenzahl sinkt jedoch die Kaufkraft insgesamt.

Profiteure und Verlierer der Kaufkraft-Entwicklung

Da die Kaufkraft der festen Einkommen steigt, sind hier die vorläufigen Profiteure der Deflation zu finden.

Ebenso liegen die Verlierer auf der Hand: Menschen, die ihre Arbeit verloren haben oder Gehaltseinbußen zur Arbeitsplatzsicherung hinzunehmen hatten, verfügen nun über eine verringerte Kaufkraft.

In dieser Situation befindet sich eine Volkswirtschaft allerdings schon inmitten der Deflationsspirale. Für Menschen mit bislang festem Einkommen bedeutet dies die ständige Angst, selbst von der Arbeitslosigkeit betroffen zu werden.

Deshalb versucht dieser Teil der Bevölkerung, Rücklagen für die unsichere Zukunft zu bilden. Somit wird das Geld lieber auf das Konto gelegt, als es zu investieren. Die logische Folge ist ein weiterer Rückgang der Umsätze und Gewinne in der Wirtschaft, wodurch sich die Gesamtsituation weiter verschlimmert.

Von langfristigen Gewinnern einer Deflation kann somit kaum die Rede sein. Unter einer kränkelnden Wirtschaft leidet auf lange Sicht fast jeder Konsument und damit auch die Kaufkraft einer Volkswirtschaft.

21. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.