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Degressive Abschreibung: Beispiel verdeutlicht die einfache Berechnung

Dank degressiver Abschreibung können Unternehmen in den ersten Jahren nach einer Anschaffung steuerlich höhere Beträge absetzen und dadurch Investitionen schneller und leichter finanzieren. Degressive Abschreibung – Definition verstehen hilft Steuern sparen

In guten Jahren lassen sich mit gezielten Investitionen durch die höhere degressive Abschreibung außerdem die Steuern senken.

Zeiten unternehmerischer Stärke können dadurch hervorragend für Investitionen in die Zukunft genutzt werden.

Mit einem Beispiel für degressive Abschreibung zeigt der Artikel Schritt für Schritt, wie sich diese Abschreibung berechnet und wie ein Unternehmen profitiert.

Leider gestattet die aktuelle deutsche Gesetzeslage seit dem 01.01.2011 keine degressive Abschreibung für Neuanschaffungen mehr. Eine Alternative können in begrenztem Maße geringwertige Wirtschaftsgüter sein.

Aber die nächste Chance für die degressive Abschreibung kommt wahrscheinlich spätestens im nächsten Wirtschaftsabschwung.

Degressive Abschreibung: Beispiel Schritt für Schritt

Da es die degressive Abschreibung momentan nicht mehr gibt, müssen wir uns für unser Beispiel etwas in die Vergangenheit versetzen und anhand der damaligen Regeln erklären.

Im Oktober 2010 investiert ein Unternehmer in eine Produktionsmaschine für 10.000 € und eine Skulptur für seinen Empfangsraum für 3000 €. Er errechnet sich die zukünftige Abschreibung für beide Güter.

1. Der Unternehmer prüft, ob sich die beiden Investitionen für die degressive Abschreibung eignen. Bei der Skulptur stellt er fest, dass Kunst als Wertanlage, nicht aber als abnutzbares Anlagevermögen gilt. Hier ist keinerlei Abschreibung möglich. Die Produktionsmaschine erfüllt hingegen alle Voraussetzungen zur degressiven Abschreibung.

2. Nun zieht der Unternehmer die amtlichen AfA-Tabellen der „üblichen“ linearen Abschreibung zu Rate. Für seine Produktionsmaschine ergibt sich eine Nutzungsdauer von 10 Jahren. Daraus ergibt sich direkt der prozentuale jährliche lineare Abschreibungsbetrag von 10% nach der Formel:

Jährlicher linearer Abschreibungsbetrag in % = 100 / Nutzungsdauer in Jahre = 100 / 10 Jahre = 10%  = 1000 €

3. Für den höheren Satz der degressiven Abschreibung galt für das Anschaffungsjahr 2010 der feste Multiplikator von 2,5  und eine maximale Obergrenze von 25 %. Die Formel lautet hier also:

Jährlicher degressiver Abschreibungsbetrag in % (aber höchstens der gesetzliche Maximalbetrag) = Multiplikator  * jährlicher linearer Abschreibungsbetrag = 2.5 * 10% = 25%

4. Als Basis für die degressive Abschreibung gelten im Jahr der Anschaffung (2010) oder Herstellung die Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Für jeden angefangenen Monat nach der Anschaffung kann hier 1/12 des Wertes abgeschrieben werden.

In den Folgejahren gilt als Basis dann der Restwerte am Jahresanfang. Die Formel für den Absolutwert der jährlichen Abschreibung ergibt sich also aus:

Absoluter Abschreibungsbetrag in € = (Restwert am Jahresanfang bzw. im ersten Jahr die Anschaffungskosten * x Besitzmonate / 12) * degressiver Abschreibungsbetrag in %

5. Sobald der absolute Betrag der linearen Abschreibung höher wäre als der absolute Betrag der degressiven Abschreibung, durfte bisher immer von der degressiven zur linearen Abschreibung gewechselt werden.Unser Unternehmer erhält also folgende Abschreibungswerte in den folgenden Jahren:

JahrWert zu Beginn der AbrechnungsperiodeAbschreibbare BesitzmonateAbschreibungsbetrag = Wert * Besitzmonate * x% degressiver AbschreibungssatzMöglicher Abschreibungsbetrag
110.000 €3 (Okt, Nov, Dez)A=Wert * Besitzmonate * x% = 10.000 € * 3/12 * 25%625 €
210.000-625

= 9375 €

12=9375 € *25%2344 €
39375-2344

= 7031 €

12=7031 € * 25%1758 €
47031-1758= 5273 €12=5273 € * 25%1319 €
55273-1319=3954 €12=3954 € * 25%989 €

-> Wechsel zu linearer Abschreibung von 1000 € p. Jahr

63954-1000

=2954

12=1000 € lineare Abschreibung1000 €
71954121000 €1000 €
895412954 € Restwert954 €

Fazit: Degressive Abschreibung ist einfach nutzbar und bringt Vorteile

Vergleichen wir im Beispiel oben einmal die Beträge der degressiven Abschreibung mit der alternativen linearen Abschreibung von 1000 € pro Jahr (bzw. 250 € im ersten Jahr für 3 Besitzmonate).

Hier wird sofort deutlich, welcher Mehrbetrag in den ersten 4 Jahren degressiv abgeschrieben werden kann. Dieser bereits abgeschriebene Betrag steht dann allerdings in den späteren Jahren natürlich nicht mehr zur Abschreibung zur Verfügung.

Während die Maschine bei der linearen Abschreibung über 10 Jahre steuerlich abgeschrieben wird, so ist sie in unserem Beispiel bei degressiver Abschreibung bereits nach 8 Jahren steuerlich komplett abgeschrieben.

Je nach Steuersatz im Unternehmen ergibt sich hieraus direkt eine Steuerersparnis für den Unternehmer oder zumindest die Verlagerung der Steuerzahlungen in spätere Jahre.

Die frei werdenden Mittel kann der Unternehmer nutzen, um Kredite für seine Investition schneller zu tilgen und Zinszahlungen zu minimieren.

3. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Sven Eltzschig
Von: Sven Eltzschig. Über den Autor

Sven Eltzschig beschäftigt sich mit den Themen Unternehmertum, Wirtschaft, Politik und Kapitalanlage. Als Ingenieur mit einem Master in Business Excellence übernimmt er Rollen in Beratung, Aufbau, Transformation und Führung von Unternehmensbereichen in der IT, Industrie und Dienstleistungsbranche. Unternehmertum und Kapitalanlage sind für Sven Eltzschig das Investieren von Ressourcen in Ideen, welche die Welt von morgen noch besser machen.