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Deka-Vorstand Behrens: Deutschland braucht mehr Aktienwissen

Trotz eines guten Aktienjahres ist der Gewinn der DekaBank 2013 leicht zurückgegangen. Das Wertpapierhaus der Sparkassen führt das auf umfangreiche Umstrukturierungen zurück.

Dennoch befasse man sich nicht vorrangig mit sich selbst, sagt Kapitalmarkt-Vorstand Oliver Behrens im GeVestor-Gespräch. Marcus Schult fragte den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der DekaBank, wie die Kunden vom Umbau profitieren sollen.

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Das komplette Interview als Textversion

GeVestor: Wie sollen die Kunden vom Umbau der DekaBank profitieren?

Oliver Behrens: Wir konzentrieren uns auf die Sparkassen und ihre Kunden. Wir haben viele Umfragen gemacht bei Sparkassen-Kunden. Was ist die Erwartungshaltung an ein Wertpapierhaus, an einen Dienstleister für Anlagethemen? Wir haben einfach zugehört und relativ zügig das eine oder andere Thema für die Kunden angeschoben.

Ich denke, das wird auch in den einzelnen Häusern sichtbar. Auf der institutionellen Schiene haben wir es so organisiert, dass der Betreuer ausschließlich für den Kunden verantwortlich ist und nicht ein Produkt an den Mann bringen soll, sondern eine Gesamt-Dienstleistung.


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Stellv. Vorsitzender: Oliver Behrens.*

Das heißt, der Kunde entscheidet im Endeffekt mit seinem Berater produktneutral: Was ist das richtige Thema für sein Problem? Dann wird das aus den unterschiedlichen Produktionseinheiten zur Verfügung gestellt. Ich denke, das ist interessant und es wird auch gut aufgenommen von den Kunden.

GeVestor: Schaut man mal auf die Produkte: Zertifikate laufen relativ gut, hieß es heute, Aktienfonds dagegen sind rückläufig. Woran liegt’s? Liegt es am Markt, liegt es am Kunden, liegt es an der Regulatorik?

Behrens: Ich glaube, das ist vielfältig. Wenn Sie institutionelle Kunden nehmen, dann dürfen die regulatorisch kaum noch Aktien haben. Sie sehen es auch insgesamt: Die guten deutschen Aktienwerte gehören zu über 80% den Ausländern. Offensichtlich werden die deutschen Aktien im Ausland attraktiver angesehen als im Inland. Das ist das eine Thema.

Für viele Kunden – leider auch in der Presse und in der Politik – wird die Aktienanlage immer gleichbedeutend mit der Spekulation gesetzt, anstatt eine Aktie – nehmen Sie die Deutsche Post, oder es gibt viele Werte, die nachhaltig immer wieder die Dividende gesteigert haben – anstatt die Aktie als Beteiligung zu begreifen, die eben eine nachhaltig hohe Ausschüttung hat, die zum großen Teil höher ist als das, was man in Zinsen erzielen kann.

Das ist ein wenig das Problem: Aktie sollte man als Beteiligung begreifen und eben nicht als Spekulation. Aus unserer Sicht wird eine nachhaltige Altersvorsorge ohne die Aktie in dem sehr niedrigen Zinsumfeld nur sehr schwer möglich sein.

GeVestor: Die Deka hat das Credo, Wertpapierhaus zu sein. Jetzt hieß es auch, dass die Wertpapierkultur in Deutschland eher unterentwickelt ist. Was tun Sie, um die Wertpapierkultur zu steigern?

Behrens: Das ist ein breit gefächertes Programm. Wir haben auf der einen Seite natürlich die öffentliche Kommunikation, wo wir versuchen, die Angst vor Dingen, die eben schwanken, zu nehmen.

Wir haben natürlich gleichzeitig ein hohes Investitions-Programm für die Unterstützung vor Ort in den einzelnen Sparkassen. Wir bauen 190 Betreuer vor Ort auf, die in den einzelnen Sparkassen helfen sollen, die Beratung zu verbreitern, zu vertiefen, das Fach-Know-how über diese Themen zu verbessern.

Wir haben einfach in Deutschland, angefangen von Schulen, von Ausbildungsbetrieben sehr wenig Know-how-Transfer zum Thema Wertpapieranlage. Das wird immer ein wenig als etwas Mystisches oder gar Undurchsichtiges, ein bisschen in den Graubereich gerückt. Ich glaube, da können wir viel Aufklärungsarbeit in vielen Segmenten, auch in der Gesamtindustrie, noch leisten.

Ich habe ein bisschen Sorge, dass man meint, man müsste jede Form von Risiko regulatorisch ausschalten. Bekanntlicherweise ist es aber so: Risiko und Ertrag sind wie 2 siamesische Zwillinge.

Wenn man das Risiko völlig ausschaltet und meint, man könnte das regulatorisch vom Gesetzgeber vollkommen ausschalten, dann wird man vermutlich auch den Ertrag ausschalten. Das einzige, was dann übrig bleibt, sind regulatorische Kosten – und die wollen wir doch eigentlich dem Kunden nicht zumuten.

GeVestor: In der Konsequenz: Was soll zum Beispiel der Privatanleger jetzt machen? Was soll er sich anschauen, wo er vielleicht jetzt noch ein bisschen Scheu hat?

Behrens: Wir glauben, dass das langfristige Sparen in Aktienthemen – in kleinen monatlichen Beträgen – eigentlich ein richtiger Einstieg ist, weil man so eine Art Durchschnitt im Markt bildet und nicht an einem einzigen Zeitpunkt einsteigt.

Denn das einzige, was man über den Markt weiß, ist, wie er historisch, also rückwärts blickend, gelaufen ist. Wie es in der Zukunft ist, kann es ab dem Investitionszeitpunkt rauf oder runter gehen.

Insofern halten wir es für wichtig, mit einem Aktienfondssparplan beispielsweise – auch da gibt es Produkte, wo das Kapital geschützt ist – zu beginnen, um eben sukzessive über einen Zyklus zu sparen. Aber man muss eben durchhalten, und man sollte früh damit beginnen, für das Alter vorzusorgen.

*(c) DekaBank.

23. April 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Marcus Schult. Über den Autor

Finanzen sind sein Leben: Mit dem richtigen Gespür für Wirtschaft- und Finanzthemen ausgestattet liefert der ehemalige ARD-Mann das richtige Know-How.